Weser

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Grafik Weserverlauf.png

Die Weser ist ein 452 km langer Strom.

Er durchfließt auf seinem Weg zur Nordsee die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen und ist teilweise (von Hann. Münden bis Bad Karlshafen) Grenzfluss zwischen Hessen und Niedersachsen.

Die Quellflüsse der Weser

Weserstein in Hann. Münden
Die Weser bei Hilwartshausen

Die Weser entsteht durch den Zusammenfluss von Fulda und Werra in Hann. Münden.

Auf dem Weserstein in Hann. Münden heißt es dazu:

Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büßen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.

Der Namensursprung bezieht sich sowohl bei der Werra als auch bei der Weser auf Wisuraha (Wiesenfluss). Das Niederdeutsche vollzog die Lautverschiebung nicht mit, so blieb es bei Weser, im Oberdeutschen wurde das "s" zu "r" und somit zu Werra.

In der Folge wurden Fulda und Werra dann als die beiden Flüsse angesehen, die zusammen die Weser bilden.

In Hann. Münden liegt der Wasserspiegel bei 116,5 m (üNN).

Flußverlauf der Oberweser

Als Oberweser fließt der Fluss durch das Weserbergland und vorbei an den dort überwiegend bewaldeten Hängen.

Die Weser fließt hier zunächst zwischen dem Reinhardswald und dem Bramwald nordwärts, ändert dann ihren Verlauf am Kahlberg (vor dem Solling) nach Westen, passiert Bad Karlshafen und die Hannoverschen Klippen und knickt am Südwestrand des Sollings nach Norden ab.

Gierseilfähren auf der Oberweser

Ohne den Antrieb von Motoren oder Segeln gleiten die Gierseilfähren auf der Oberweser von einem Ufer zum anderen.

Die Fähren hängen an dicken Stahlseilen und die Strömung der Weser sorgt für den erforderlichen Schub, den der Fährmann ausnutzt, um mit Hilfe seines Ruders das andere Flussufer zu erreichen.

  • Wegen der Lage im Wesertal, aber auch der beschaulichen Gierseilfähre sind zum Beispiel die Orte Veckerhagen (in Nordhessen) und Hemeln (in Südniedersachsen) beliebte Ausflugsziele. Seit inzwischen 666 Jahren hieß es in einem Artikel in HNA-online am 10.1.2008 werden inzwischen mit der Fähre Menschen, Güter und Tiere (heute allerdings vorwiegend Autos) von einem Ufer der Weser zum anderen befördert.
Anlegestelle in Hemeln
Weserfähre am Anleger in Veckerhagen

Die Weserfähre zwischen Hemeln und Veckerhagen

  • Eine weitere Fähre wird seit 1834 einige Flusskilometer weiter in Oedelsheim betrieben. 1934 wurde hier nach dem Ausbau der neuen Fährstelle eine Gierseilfähre angeschafft und inzwischen eine neue Fähre in Dienst gestellt.
  • Aus dem Jahre 1981 stammt die Gierseilfähre „Märchenfähre“ in Lippoldsberg. Bereits im Jahre 1300 wurde hier erstmals eine Fähre erwähnt.

Kanufahren auf der Oberweser

Kanuanleger in Oberweser - Weißehütte:

Weißehütte - Kanuanleger
Weißehütte - Campingplatz


Oberweser-Sandstein

Wesersandsteingebiete

Die Buntsandsteinvorkommen im Gebiet der Oberweser und der unteren Diemel werden aufgrund ihrer Lage im Weserbergland als Wesersandstein bezeichnet. Ihn kennzeichnen im Vergleich zu Vorkommen in anderen Gegenden besondere Eigenschaften.

Unterschieden wird hierbei zwischen Rotem Wesersandstein und Grauem Wesersandstein.

Die Entstehungsgeschichte des Wesersandsteins reicht rund 250 Millionen Jahre in eine Periode des frühen Erdmittelalters (Trias) zurück. Der Sandstein kommt in dem Bereich der Solling-Folge - südlich des Sollings etwa zwischen Bad Karlshafen und Trendelburg - als Mittlerer Buntsandstein mit einer Mächtigkeit von bis zu 300 Metern vor. Die Vorkommen rechts und links der Weser werden als Karlshafen-Schichten bezeichnet und bergen den Roten Wesersandstein, während die Lagen um Trendelburg und im Diemeltal Trendelburg-Schichten mit dem Grauen Wesersandstein genannt werden.

Weserschifffahrt

Die "Hessen" weseraufwärts bei Bodenfelde

Ab dem Jahr 1843 wurde auch eine regelmäßige Dampfschiffahrt auf der Weser eingerichtet und es wurden zunehmend Wirtschaftsgüter mit Schiffen befördert.

An die auf der Oberweser verkehrenden Personenschiffe werden aufgrund der geringen Wassertiefe besondere Anforderungen gestellt. Um auch bei niedrigem Wasserstand, besonders in den Sommermonaten, den Linienverkehr aufrecht erhalten zu können darf zwischen Hann. Münden und Bad Karlshafen heute ein Tiefgang von 45 cm nicht überschritten werden.

In den Sommermonaten wird etwa mit dem Fahrgastschiff "Hessen" einmal wöchentlich eine Tagestour von Bad Karlshafen flussaufwärts bis zum Weserdorf Oedelsheim und zurück angeboten.

Die Schifffahrt im Bereich von Südniedersachsen und Nordhessen führt vorbei an den niedersächsischen Orten Wahmbeck und Bodenfelde sowie auf hessischer Seite an den Orten Lippoldsberg und Gieselwerder.

Aus dem „Begleiter auf dem Weser-Dampfschiffe von Münden bis Bremen“:

Im Frühjahr 1844 gab der Lehrer für Geschichte und Erdkunde am Rintelner Gymnasium, Dr. Ludwig Boclo, seinen „Begleiter auf dem Weser-Dampfschiffe von Münden bis Bremen“ heraus. Boclo war schon verschiedentlich als Reiseschriftsteller hervorgetreten. Das kleinformatige Büchlein sollte ein kundiger Mitreisender für alle fremden Passagiere sein.

Weserabwärts rühmte er neben vielem anderen den lieblichen Blick von Hilwartshausen auf Münden, der den dortigen Stiftsdamen ein Ausgleich für ihr entsagungsvolles Leben gewesen sein mochte. Auch die Eisengießerei in Veckerhagen sowie das Eisenhammerwerk in Lippoldsberg vergaß Boclo ebenso wenig wie den vom Fluss noch weithin sichtbaren Turm der Bramburg und die mit ihr verknüpften Sagen. Zudem warnte er vor den leicht reizbaren Bewohnern von Gewissenruh, die mit Prügel, Steinwürfen und Schimpfworten sehr freigiebig gewesen sein sollen.

Von Bad Karlshafen flussabwärts der Weser liegen die Hannoverschen Klippen im Kreis Höxter, nahe dem Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen, die aus einer Gruppe von sieben bis zu 75 m hohen Felsvorsprüngen aus Buntsandstein (Wesersandstein) bestehen.

Klostergut Hilwartshausen

Ihren heutigen Namen verdanken sie der ehemaligen Zugehörigkeit zum damaligen Königreich Hannover.

Die Felsen wurden früher auch Würrigser Klippen genannt. Seit dem Jahr 1983 stehen sie unter Naturschutz.

Die Hannoverschen Klippen befinden sich als südwestlicher Ausläufer des Sollings am rechten Ufer der Weser. Sie erheben sich zwischen den Ortschaften Bad Karlshafen und Würgassen und sind die einzigen sichtbaren natürlichen Felsen des Sollings.

Auf einer der Klippen befindet sich eine Aussichtsplattform, die den Blick auf den südöstlich benachbarten Reinhardswald und nach Bad Karlshafen sowie auf das dem Ort Würgassen gegenüber liegende Herstelle ermöglicht.

Weser-Floßfahrt 2008

Das Weserfloß bei Gieselwerder

Von Reinhardshagen bis nach Bremen

Vom 12. bis 26. Juli 2008 veranstalteten das „Büro am Fluss - Lebendige Weser e.V.“ und die „Flößerfreunde Reinhardshagen“ eine Floßfahrt von Reinhardshagen nach Bremen.

Damit wurde an das uralte Gewerbe der Weserflößer erinnert und eine historische Flusslandschaft neu entdeckt. Der Fluss bot einen preisgünstigen Transport, bis in den 1960-er Jahren Schwertransporter die Holzstämme preisgünstiger und schneller an ihr Ziel beförderten und die Arbeit der Weserflößer ersetzten.

Etwa 360 Kilometer haben die 15 Teilnehmer aus Reinhardshagen auf ihrem Weg nach Bremen zurückgelegt und zehntausende Menschen haben die Reise vom Ufer aus verfolgt.

Weser-Radweg

Baggerschiff auf der Oberweser bei Bursfelde
Die Klosterkirche in Lippoldsberg
Weserblick in Bodenfelde
Blick auf die Hannoverschen Klippen von einem Weserschiff aus

Aus Richtung Hann. Münden (Start) verläuft der Weser-Radweg entlang der Weser bis nach Oberweser (25,0 km) und von dort weiter nach Lippoldsberg (30,0 km), Bodenfelde-Wahmbeck (35,0 km) und Bad Karlshafen (45,0 km). Von dort schliesst sich eine mehr als 400 km lange Strecke bis nach Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven an.

Weser-Tourismus

An der Oberweser ist das Weserbergland von touristischer Bedeutung von Hann. Münden über Bad Karlshafen bis nach Hameln mit Bauwerken der Weserrenaissance und mit ausgeprägten Wäldern im Solling und Reinhardswald.

Sehenswürdigkeiten an der Oberweser

siehe auch

Weblinks