Vöhl OT

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Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Geografische Lage: 51° 12′ N, 08° 56′ O
Höhe: 300 m ü. NN.
Fläche: 7,8 qkm
Einwohner: ca. 1300 davon ca. 100 mit Zweitwohnsitz
Postleitzahl: 34516
Vorwahl: 05635
Kfz-Kennzeichen: KB
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloßstr. 1
34516 Vöhl
Website: www.voehl.de
Ortsvorsteher: Karl-Heinz Stadtler

Vöhl ist ein Ortsteil der Edersee- und Nationalparkgemeinde Vöhl. Das Dorf liegt in einem Talkessel, der sich nach Süden hin zum Edersee öffnet. Vom Nordwesten über den Süden hin bis zum Osten ist Vöhl von Wald umgeben.

Geschichte

Vöhl wurde erstmals im Jahre 1144 als "Vohulen" urkundlich erwähnt, doch wird der Ort schon viel früher bestanden haben. Er gehörte zur Herrschaft Itter.

1381 wurde Thilo Wolf von Gudenberg Oberhaupt der Herrschaft Itter, da Waldeck und Hessen ihm ihre Gebietsanteile verpfändeten, und verlegte den Verwaltungssitz nach Vöhl, wo er südlich des Dorfes eine Burg errichten. 1542 lösten die Waldecker, 1562 schließlich auch die Hessen ihr Pfand ein.

Während der nächsten Jahrzehnte wechselte die Herrschaft Itter mehrmals den Besitzer, insbesondere auch während des Dreißigjährigen Krieges. Am 14. Mai 1639 - die Herrschaft gehörte mal wieder zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt - übertrug Landgraf Ludwig V. die Herrschaft Itter mit Schloss und zugehörigen Dörfern als Deputat auf seinen Bruder, den Landgrafen Philipp, der allerdings weiter in seinem Schloss in Butzbach wohnte. Noch im Mai kam Philipp allerdings für kurze Zeit nach Vöhl, um sich von seinen neuen Untertanen huldigen zu lassen. Nach dessen Tod 1643 wurde die Herrschaft Itter wieder direkt dem hessen-darmstädtischen Landgrafen unterstellt. 1650, in Folge der Friedensschlüsse zum Dreißigjährigen Krieges, wurde die Herrschaft Itter endgültig - wenn auch nur für etwas mehr als 200 Jahre - Hessen-Darmstadt zugeordnet.

Nach dem Tod des Landgrafen Georg II. wurde die Herrschaft als Apanage dessen jüngerem Sohn Georg III. dem Mittleren übertragen. Dieser ließ das alte Schloss der Gudenberger in Vöhl renovieren und zur Residenz erweitern. Doch schon 15 Jahre später - am 19. Juli 1676 - starb Georg in Hof Lauterbach.

1691 - Landgraf Ludwig brauchte wohl mal wieder Geld - wurde die Herrschaft Itter für 80 000 Gulden an den reichen Johann Matthias Koch, gen. von und zu Geilenbach, verpfändet. 1695 löste Hessen-Darmstadt das Pfand wieder ein.

Nach dem preußisch-österreichischen Krieg musste Hessen-Darmstadt die Kreise Biedenkopf und Vöhl an Preußen abtreten; der Kreis Vöhl blieb als eigener Verwaltungsbezirk in der von Kassel aus verwalteten Provinz Hessen-Nassau erhalten, der „Amtmann“ wurde dem Landrat in Frankenberg unterstellt. Für 20 Jahre behielt der frühere Kreis Vöhl noch besondere Rechte, doch am 1. April 1886 wurde der Verwaltungsbezirk aufgehoben und dem Kreis Frankenberg eingegliedert. Lediglich das Amtsgericht blieb noch bestehen.

Gebietsreform

Am 1. Februar 1971 wurde die erste Stufe der kommunalen Gebietsreform realisiert: Vöhl, Basdorf und Asel bildeten vorübergehend die Gemeinde Vöhl; der zweite Abschnitt der kommunalen Gebietsreform führte am 1. Januar 1974 zur Gründung der heutigen Großgemeinde Vöhl mit den Ortsteilen Asel, Basdorf, Buchenberg, Dorfitter, Ederbringhausen, Harbshausen, Herzhausen, Kirchlotheim, Marienhagen, Niederorke, Obernburg, Oberorke, Schmittlotheim, Thalitter und Vöhl; Vöhl wurde Verwaltungssitz.

Öffentliche Gebäude und Einrichtungen

  • Rathaus: das Gebäude in der heutigen Ortsmitte wurde in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts aus Steinen des alten Schlosses errichtet; es diente zunächst als Amtsgericht.
  • Steinhaus mit Trauzimmer: auch das Steinhaus wurde aus Steinen des früheren Schlosses erbaut, allerdings zunächst als Stall; die Gemeinde erwarb das Haus im Zusammenhang mit der Dorferneuerung um 1990 und baute es um.
  • Bauhof: Der heutige gemeindliche Bauhof war in früheren Jahrhunderten Bestandteil des Meiereihofes; im 19. Jahrhundert war es wohl Sitz des Kreisrats.
  • Henkelhalle: die Henkelhalle wurde 1926 im Hand- und Spanndienst von Vöhler Bauern und Handwerkern mit Hilfe einer Spende des in Vöhl geborenen Fritz Henkel - Gründer der Henkel-Werke - errichtet; es war zunächst Turnhalle und Jugendherberge; während des Krieges wurden dort Zwangsarbeiter verköstigt; 1989/90 wurde das Gebäude grundlegend renoviert und wird heute vor allem für Veranstaltungen, Sitzungen und Konferenzen genutzt.
  • Feuerwehrgerätehaus
  • Martinskirche: die lutherische Martinskirche bildet - auf der Kuppe des Schulbergs gelegen - das Zentrum des alten Ortskerns. Sie geht auf Vorgängerbauten aus romanischer Zeit zurück.
  • Gemeindehaus. das Gemeindehaus der evangelischen Kirche wurde ebenfalls Mitte der 40-er Jahre des 19. Jahrhunderts aus Steinen des alten Schlosses errichtet und diente bis nach dem Zweiten Weltkrieg als Schule und Lehrerwohnung. Hier wurde der spätere Kommerzienrat Fritz Henkel geboren, dessen Vater in Vöhl Lehrer, Küster und Rechner der Sparkasse war.
  • Katholische Kirche. eine katholische Kirchengemeinde entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Zusammenhang mit der Zuwanderung von Flüchtlingen aus dem Osten. Mitte der 50er Jahre kaufte das Bistum Fulda in der Lindenallee, die damals bebaut wurde, ein Wohnhaus mit LKW-Garage. Aus der Garage wurde dann das heutige Kirchengebäude.
  • Grundschule: Schulen gibt es in Vöhl mindestens seit der Reformationszeit. Die heute zur Mittelpunktschule gehörenden Gebäude entstanden 1955/56 im Schlosspark und 1965-68 im benachbarten Gründchen.
  • Bücherei (in der Grundschule, 1x wöchentlich geöffnet)
  • Kindergarten
  • Forstamt
  • Alter Friedhof
  • Neuer Friedhof mit Friedhofskapelle
  • Jüdischer Friedhof

Vereine und andere Gruppen

  • Edersee-Marathon-Verein
  • Förderkreis Synagoge
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Männergesangverein „Sängerlust“ mit Laienspielgruppe
  • Geschichtsverein Itter-Hessenstein
  • Interessengemeinschaft
  • Parforcehorn-Bläsercorps
  • Partnerschaftsvereinigung Vöhl - Mouchard
  • Reit- und Fahrverein
  • Seniorenclub
  • Sportfischergemeinschaft
  • Tanzclub „Flotte Sohle“
  • Tennisclub Blau-Weiß
  • Turn- und Sportverein
  • Verband der Kriegsopfer und Hinterbliebenen
  • Arbeitskreis „Eltern für Kinder“
  • Verkehrs- und Verschönerungsverein

als Gruppen der evangelischen Kirchengemeinde:

  • Kirchenchor
  • Posaunenchor
  • Singkreis (
  • Flötengruppe
  • Ökumenischer Tanzkreis
  • Krabbelgruppe

Vier Vereine sind bereits über 100 Jahre alt: Männergesangverein, TSV Vöhl, Verkehrs- und Verschönerungsverein, Kirchenchor; 99 Jahrealt ist der Posaunenchor.

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