Synagogen

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Die Geschichte jüdischen Lebens in Kassel reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Aber aus dem Jahr 1398 ist erstmals überliefert, dass es eine jüdische Gemeinde mit Synagoge am Rande der Altstadt zwischen Fuldaufer und Kloster Ahnaberg gegeben hat.

1754 wurde eine kleine Synagoge errichtet, von außen nicht als Gotteshaus zu erkennen und etwas versteckt hinter anderen Gebäuden gelegen.

Obwohl man immer wieder daran dachte, ein größeres Haus zu bauen, wurden entsprechende Pläne nicht realisiert. 1827 musste die Synagoge geschlossen werden, weil sie einsturzgefährdet war. Die Gläubigen trafen sich danach in engen Zimmern, vermutlich in Privaträumen, zum Gottesdienst – ein Zustand, der höchst unbefriedigend war.

1828 beschloss der Gemeindevorstand, neu zu bauen. Nach jahrelangen Diskussionen über den richtigen Entwurf wurde die Errichtung eines den Vorstellungen aller Gläubigen entsprechenden Gebetshauses dem Gemeindemitglied Albrecht Rosengarten übertragen. Es war ein stattliches Gebäude, das im August 1839 eingeweiht werden konnte.

Fast hundert Jahre später, am 7.11.1938, verwüsteten die Nationalsozialisten die Synagoge und steckten Gebetsrollen und Kultgegenstände in Brand. Vier Tage später beschloss die Stadtverwaltung den Abriss des fast unversehrten Gebäudes.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nach Jahren der Improvisation 1952/1953 ein Betsaal eingerichtet. 1964 begann man, an der Bremer Straße eine neue Synagoge zu bauen, die im Dezember 1965 eingeweiht wurde. Da das Gebäude für die Gläubigen bald schon wieder zu klein wurde, errichtete die jüdische Gemeinde unweit davon einen Neubau, den sie im Mai 2000 feierlich in Besitz nahm.


Quelle

  • Uwe Feldner: Stadt-LEXIKON - (Fast) alles über KASSEL, erschienen im Herkules Verlag