SPD-Ortsverein: Unterschied zwischen den Versionen

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1903 wurde ein Bürgerverein gegründet, dessen Mitglieder der SPD nahestanden. Doch erst 1907 wurde in der Gemeindeschänke, dort, wo heute die Ernst-Freudenthal-Halle steht, der SPD-Ortsverein gegründet. Unter den ersten Mitgliedern finden sich heute noch in Wolfsanger bekannte Namen wie [[Helmut Kerl|Kerl]], [[Holzapfel]] oder [[Rölke]].  
 
1903 wurde ein Bürgerverein gegründet, dessen Mitglieder der SPD nahestanden. Doch erst 1907 wurde in der Gemeindeschänke, dort, wo heute die Ernst-Freudenthal-Halle steht, der SPD-Ortsverein gegründet. Unter den ersten Mitgliedern finden sich heute noch in Wolfsanger bekannte Namen wie [[Helmut Kerl|Kerl]], [[Holzapfel]] oder [[Rölke]].  
  
Ein weiterer prominenter Name, untrennbar mit der Sozialdemokratie und dem Stadtteil Wolfsanger verbunden, ist der Name [[Börner]]. Hermann Börner, Vater des späteren hessischen Ministerpräsidenten [[Holger Börner]], wurde 1906 in [[Wolfsanger]] geboren. Der Werkzeugdreher und spätere Maurer übernahm 1930 im Alter von 24 Jahren den Vorsitz der Wolfsanger-SPD. 1933 wurde er von den Nazis wegen Hochverrat angeklagt und kam in ein Konzentrationslager. Während des Krieges wurde er in Russland eingesetzt, wo er 1941 durch eine Mine ums Leben kam.
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Ein weiterer prominenter Name, untrennbar mit der Sozialdemokratie und dem Stadtteil Wolfsanger verbunden, ist der Name [[Holger Börner]]. Hermann Börner, Vater des späteren hessischen Ministerpräsidenten [[Holger Börner]], wurde 1906 in [[Wolfsanger]] geboren. Der Werkzeugdreher und spätere Maurer übernahm 1930 im Alter von 24 Jahren den Vorsitz der Wolfsanger-SPD. 1933 wurde er von den Nazis wegen Hochverrat angeklagt und kam in ein Konzentrationslager. Während des Krieges wurde er in Russland eingesetzt, wo er 1941 durch eine Mine ums Leben kam.
  
 
Seine Frau Martha Börner gehörte nach dem Krieg zu den Frauen der ersten Stunde, die sich aktiv am Neuaufbau der Demokratie beteiligten. 1946 wurde sie Stadtverordnete in Kassel. Im gleichen Jahr trat Sohn Holger Börner, gerade 15 Jahre alt, als Mitglied der sozialdemokratischen Jugendorganisation Falken bei. Mit 25 Jahren wurde er Stadtverordneter, mit 26 Jahren war er jüngster Bundestagsabgeordneter in Bonn. Von 1976 bis 1987 war er Hessischer Ministerpräsident.
 
Seine Frau Martha Börner gehörte nach dem Krieg zu den Frauen der ersten Stunde, die sich aktiv am Neuaufbau der Demokratie beteiligten. 1946 wurde sie Stadtverordnete in Kassel. Im gleichen Jahr trat Sohn Holger Börner, gerade 15 Jahre alt, als Mitglied der sozialdemokratischen Jugendorganisation Falken bei. Mit 25 Jahren wurde er Stadtverordneter, mit 26 Jahren war er jüngster Bundestagsabgeordneter in Bonn. Von 1976 bis 1987 war er Hessischer Ministerpräsident.

Aktuelle Version vom 26. September 2007, 17:08 Uhr

Der SPD-Ortsverein Wolfsanger/ Hasenhecke wird im Jahr 2007 100 Jahre alt.

Geschichte

Panoramablick Wolfsanger

Die gesellschaftliche Situation des Dorfes Wolfsanger wurde schon immer durch die Nähe zu Kassel bestimmt. Kassel war zu Fuß mit einem akzeptablen Zeitaufwand zu erreichen, was dazu führte, dass viele Einwohner von Wolfsanger ihren Arbeitsplatz in Kassel hatten, wo sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts große Industriebetriebe etabliert hatten.

In Kassel war es aber verboten, den 1. Mai (Tag der Arbeit) mit Umzügen und Demonstrationen zu begehen. Das führte dazu, dass die Kasseler Arbeiter zunächst bis zur Stadtgrenze marschierten, dann ihre Transparente entrollten und durch Wolfsanger zu Raabes Felsenkeller, einem bis zur Zerstörung im II. Weltkrieg populären Ausflugslokal, marschierten. Dabei passierten sie auch den Amtshof, das alte Gerichtsgebäude, dessen Besonderheit darin bestand, dass Freigesprochene es vorne über „Die Freiheit“ verlassen konnten. Verurteilte traten über den Hinterausgang den Weg zum Galgenberg an.

1903 wurde ein Bürgerverein gegründet, dessen Mitglieder der SPD nahestanden. Doch erst 1907 wurde in der Gemeindeschänke, dort, wo heute die Ernst-Freudenthal-Halle steht, der SPD-Ortsverein gegründet. Unter den ersten Mitgliedern finden sich heute noch in Wolfsanger bekannte Namen wie Kerl, Holzapfel oder Rölke.

Ein weiterer prominenter Name, untrennbar mit der Sozialdemokratie und dem Stadtteil Wolfsanger verbunden, ist der Name Holger Börner. Hermann Börner, Vater des späteren hessischen Ministerpräsidenten Holger Börner, wurde 1906 in Wolfsanger geboren. Der Werkzeugdreher und spätere Maurer übernahm 1930 im Alter von 24 Jahren den Vorsitz der Wolfsanger-SPD. 1933 wurde er von den Nazis wegen Hochverrat angeklagt und kam in ein Konzentrationslager. Während des Krieges wurde er in Russland eingesetzt, wo er 1941 durch eine Mine ums Leben kam.

Seine Frau Martha Börner gehörte nach dem Krieg zu den Frauen der ersten Stunde, die sich aktiv am Neuaufbau der Demokratie beteiligten. 1946 wurde sie Stadtverordnete in Kassel. Im gleichen Jahr trat Sohn Holger Börner, gerade 15 Jahre alt, als Mitglied der sozialdemokratischen Jugendorganisation Falken bei. Mit 25 Jahren wurde er Stadtverordneter, mit 26 Jahren war er jüngster Bundestagsabgeordneter in Bonn. Von 1976 bis 1987 war er Hessischer Ministerpräsident.

Zu den prägenden Persönlichkeiten der SPD in Wolfsanger gehörte aber auch Helmut Kerl. Er war Stadtverordnetenvorsteher, später ehrenamtlicher Stadtrat und stand auch dem Verwaltungsausschuss vor, dem Vorläufergremium des heutigen Ortsbeirats. Außerdem war er Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, dem es bis heute gelang, in jeder Legislaturperiode zwei Vertreter ins Kasseler Stadtparlament zu schicken, die sich für die Belange des Stadtteils einsetzten.

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