Röddenau

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Ortsbeschreibung

Etwa vier Kilometer westlich von Frankenberg liegt im breiten Edertal unser Heimatdorf Röddenau. Durch den Ort fließen der Goldbach, der im Waldgebiet westlich von Wangershausen entspringt, und der Leitsebach, im dörflichen Sprachgebrauch auch Litzebach genannt, dessen Quelle am Fuße des Leitsekopfes liegt. Beide Flüsschen münden in die Eder, ersteres östlich der Sandmühle, letzteres bei der Schiefermühle. Röddenau ist in seinem alten Teil ein schmuckes Dorf mit schönen alten Fachwerkhäusern, wobei allerdings einige in den letzten fünfzig Jahren zur Verbesserung der Infrastruktur abgerissen werden mussten. Mitten durch den Ort führte bis Mai 2005 die stark befahrene Bundesstraße 253 von Frankenberg nach Battenberg. Seitdem wird der Hauptverkehr am Dorf vorbeigeführt. Das hat für die überwiegende Mehrzahl der Einwohner eine erhebliche Entlastung gebracht, obwohl einige Anwohner die unweit der neuen Ungehungsstraße wohnen einer größeren Lärmbelastung ausgesetzt sind. Durch den Ausbau und die Verbreiterung der Bundesstraße in den Jahren 1953 bzw. 1967/68 wurde der alte zusammenhängende Kern des Dorfes mit der Kirche und der Gerichtslinde in der Mitte in zwei Teile zerschnitten. Zum nördlich der Bundesstraßegelegenen Teil gehören die Bereiche: In der Klinge, Am Berg, Rodenbacher Weg, Am Goldbach, Scheidweg, Battenberger Straße und Hainer Weg. Zum südlich der Bundesstraße gelegenen Teil die Bereiche: Mühlenstraße, Ortsweg, Muschelweg und Riedweg. Um diesen alten Ortskern entstanden dann Ende des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahrhundert die Neubaugebiete: Am Elseberg, Hainer Weg – Höheborn, Rodenbacher Weg – Schlinge, Auegärten – Am Bahnhof und Im Stück – Niederfeld und zuletzt Scheidweg und Auf der Warthe. Röddenau war bis 1970 eine der größten Dorfgemeinden im Altkreis Frankenberg und ist nach der Gemeindereform ab 1971 der größte Stadtteil von Frankenberg.

Der Ortsname

Unser Ortsname Röddenau geht sicherlich darauf zurück, dass man zur Anlage dieser Niederlassung ein Gebiet in der Ederaue roden musste und somit Land zum Bebauen und Bewirtschaften erhielt. Der Name änderte sich im Laufe der Jahrhunderte durch sprachliche Wandlungen, zum anderen aber auch dadurch, dass die Namensformen in den heute vorliegenden Urkunden vielfach von ortsfremden Schreibern nach bloßem Gehör niedergeschrieben wurden. Beginn 9. Jh. Rutene 1107 Rüdene, Ruitene 1108 Rudenehe 1224 Ruothine 1254 Rodenehe 1290 Rudenecke, Redenecke um 1400 Rodene 1414 Roddene 1573 Rodenawe 1647 Rudenauwe 1779 Reddenau heute Röddenau


Geschichte des Ortes - 1200 Jahre

Erste Hinweise

Röddenau gehört zu den ältesten Orten im Altkreis Frankenberg. Der Hofbiograph Karls des Großen, Einhard, geht in seinen Aufzeichnungen auf die Schlacht im Jahr 778 zwischen Battenfeld und Laisa ein, bei der ein fränkisch-alemannisches Heer auf ein von einem Beutezug auf dem Heimmarsch sich zurückziehendes sächsisches Heer traf und dieses schlug. Er erwähnt das große Gemetzel am Fluss Aderna (Eder), bei dem nur wenige Sachsen sich durch Flucht in Sicherheit bringen konnten. Es ist durchaus anzunehmen, dass auch Röddenau schon in diesem Jahr bestanden hat, was durch mehrere Ausgrabungen und Funde auch gestützt wird. Aber es fehlt der sichere Beweis einer datierten Urkunde.

Im Hessischen Staatsarchiv Marburg wird der im 12. Jahrhundert abgefasste „Codex Eberhardi“ aufbewahrt und in diesem findet man die Schenkungsurkunde eines gewissen Albuin an das Kloster Fulda abgedruckt, in der er seine Besitzungen in „ pago Hassorum in Rutenemarcha“ dem Kloster Fulda schenkt. Diese Schenkungsurkunde ist leider undatiert, so dass man sie nur im Vergleich mit Parallelurkunden einem Zeitraum zuordnen kann. Der große Urkundenforscher des 20. Jahrhunderts und beste Kenner der älteren Fuldaer Urkunden, Edmund E. Stengel, ging zunächst von einer Datierung Ende 8. Jahrhundert (780) aus, revidierte aber diese, indem er im Vergleich mit Fuldaer Urkunden aus den Jahren 818, 825 und 838 zu der Überzeugung gelangte, dass die betreffende Schenkungsurkunde zu Beginn des 9. Jh. entstanden ist, nach der Amtszeit des Fuldaer Abtes Baugulf. Nimmt man also diese Datierung, dann durften wir in Röddenau mit einigem Recht im Jahr 2005 das 1200-jährige Jubiläum feiern.

(Dieser Text stammt überwiegend aus der Festschrift zur 1200-Jahrfeier 2005)