Orangerie: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Geschichte)
(Geschichte)
Zeile 13: Zeile 13:
 
Die Orangerie in der Karlsaue wurde als Gewächshaus und Sommerresidenz für den Landgrafen und dessen Gemahlin [[Maria Amelia von Kurland|Maria Amelia]] erbaut. Ursprünglich wurden hier auch Orangenbäumchen gezüchtet und Pflanzen aus südlichen Ländern überwinterten.
 
Die Orangerie in der Karlsaue wurde als Gewächshaus und Sommerresidenz für den Landgrafen und dessen Gemahlin [[Maria Amelia von Kurland|Maria Amelia]] erbaut. Ursprünglich wurden hier auch Orangenbäumchen gezüchtet und Pflanzen aus südlichen Ländern überwinterten.
  
Das heutige [[barock]]e Schloss]] wurde etwa ab 1702 nach französischen Vorbildern errichtet, offenbar nach Plänen des landgräflichen Hofbaumeister [[Johann Conrad Giesler]]. Zu Lebzeiten von [[Landgraf Karl]] wurde das [[Marmorbad]] am westlichen Ende der Orangerie ausgeführt ([[1722]]), ein Prunkgemach, das zur Präsentation zahlreicher Marmorbildwerke von [[Pierre-Étienne Monnot]] diente. Erst im Jahre [[1765]] wurde durch den Bau des [[Küchenpavillon]]s, der dem Marmorbad östlich gegenüber steht, durch [[Simon Louis du Ry]] die Symmetrie der Anlage hergestellt.  
+
Das heutige [[barock]]e Schloss wurde etwa ab 1702 nach französischen Vorbildern errichtet, offenbar nach Plänen des landgräflichen Hofbaumeister [[Johann Conrad Giesler]]. Zu Lebzeiten von [[Landgraf Karl]] wurde das [[Marmorbad]] am westlichen Ende der Orangerie ausgeführt ([[1722]]), ein Prunkgemach, das zur Präsentation zahlreicher Marmorbildwerke von [[Pierre-Étienne Monnot]] diente. Erst im Jahre [[1765]] wurde durch den Bau des [[Küchenpavillon]]s, der dem Marmorbad östlich gegenüber steht, durch [[Simon Louis du Ry]] die Symmetrie der Anlage hergestellt.  
  
 
Der höhere zweigeschossige ehemals reich ausgestattete Mittelbau bildete im Erdgeschoß ein weites offenes Tor und damit eine Verbindung zwischen der Voraue (jetzt [[Hessenkampfbahn]]) und dem Park ([[Karlsaue]]).
 
Der höhere zweigeschossige ehemals reich ausgestattete Mittelbau bildete im Erdgeschoß ein weites offenes Tor und damit eine Verbindung zwischen der Voraue (jetzt [[Hessenkampfbahn]]) und dem Park ([[Karlsaue]]).

Version vom 23. Februar 2009, 21:19 Uhr

Orangerie mit Marmorbad, Küchenpavillon und Bowlinggreen


Die Orangerie ist ein schlossähnliches Gebäude aus der Barockzeit in der Karlsaue in Kassel nahe der Innenstadt. Sie bildet den nordöstlichen, räumlichen Querabschluss der Karlsaue, die - von ihrer Anlage her - auf die Orangerie hin ausgerichtet ist. Somit bereichert sie die gesamte Parkanlage zu einer einmaligen Komposition von Bau- und Gartenkunst; vermutlich gilt dies nicht nur für Nordhessen.

Geschichte

Die noch nicht wiederhergestellte Orangerie Anfang der 1960er Jahren nach einer Postkarte

Bereits 1570 hatte Landgraf Wilhelm IV. auf dem Gelände einen Lustgarten mit Lustschloss anlegen lassen.

1680 ließ schließlich Landgraf Karl den Park ausbauen und an der Stelle früherer Gewächs- und Pomeranzenhäuser von 1703 bis 1710 zunächst die Orangerie als Gewächs- und Wohnhaus und bis etwa Mitte des 18. Jahrhunderts die separat links und rechts von ihr stehenden Gebäude Küchenpavillon und Marmorbad errichten. Die beiden an die langgestreckten niedrigeren Zwischenbauten angrenzenden höheren Eckgebäude dienten als Wohnräume für den Landgrafen.

Die Orangerie in der Karlsaue wurde als Gewächshaus und Sommerresidenz für den Landgrafen und dessen Gemahlin Maria Amelia erbaut. Ursprünglich wurden hier auch Orangenbäumchen gezüchtet und Pflanzen aus südlichen Ländern überwinterten.

Das heutige barocke Schloss wurde etwa ab 1702 nach französischen Vorbildern errichtet, offenbar nach Plänen des landgräflichen Hofbaumeister Johann Conrad Giesler. Zu Lebzeiten von Landgraf Karl wurde das Marmorbad am westlichen Ende der Orangerie ausgeführt (1722), ein Prunkgemach, das zur Präsentation zahlreicher Marmorbildwerke von Pierre-Étienne Monnot diente. Erst im Jahre 1765 wurde durch den Bau des Küchenpavillons, der dem Marmorbad östlich gegenüber steht, durch Simon Louis du Ry die Symmetrie der Anlage hergestellt.

Der höhere zweigeschossige ehemals reich ausgestattete Mittelbau bildete im Erdgeschoß ein weites offenes Tor und damit eine Verbindung zwischen der Voraue (jetzt Hessenkampfbahn) und dem Park (Karlsaue).

Im 19. Jahrhundert und danach diente die Orangerie im wesentlichen als Ausstellungsgebäude.

Die Orangerie wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Während der Bundesgartenschau im Jahre 1955 war in die damals noch zerstörte Orangerie in überzeugender Form die zentrale Ausstellungshalle eingebaut worden.

Nachdem die Ruine zuerst nur gesichert worden war, erfolgte dann zur Bundesgartenschau 1981 der Wiederaufbau. Während das Innere vollkommen neu ausgebaut wurde, bemühte man sich, das Äußere originalgetreu wiederherzustellen, was mit Ausnahme einiger Fehler an der Südseite auch gelang. Der Karlsaue wurde damit ihr Herzstück wieder zurückzugeben.

Heutige Nutzung

Orangerie(Foto: Günther Pöpperl)

In der Orangerie befindet sich seit 1992 das Astronomisch-Physikalische Kabinett. Es beherbergt die ehemals landgräfliche Sammlung wissenschaftlicher Instrumente. Mit Astronomie, Uhren, Geodäsie, Physik und Mathematik/Informationstechnik gibt es fünf Ausstellungsbereiche.

Daneben gibt es ein Planetarium für fünfzig Personen, welches zu einer Reise durch die moderne Kosmologie und Astronomie einlädt. Am Eingang der Orangerie befindet sich die "Sonne" des Planetenweges in der Karlsaue.

Daneben beherbergt die Orangerie seit der documenta2 regelmäßig Kunstwerke sowie ein Restaurant.

Siehe auch

Weblinks

Orangerie im Winter
Foto: Günther Pöpperl