Mistkäfer

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Schöner als sein Name

Der Mistkäfer ist ein kleines Juwel

Mistkäfer im Sonnenlicht glänzend wie edler Schmuck.Foto: Bogumil

Schwarzglänzend mit bläulichem Schimmer, auf jeder Flügeldecke sieben schwach punktierte Längsreihen, der Kopf schaufelförmig vorstehend, die kurzen Fühler am Ende zu Fächern verdickt, mit dornenbewehrten Beinen, verkörpert der Wald-Rosskäfer kompakte Schönheit. Selbst beim abendlichen Rundflug dicht über dem Boden macht der Rosskäfer eine gute Figur. Zumal er dabei wie ein Altrocker mit der Hüfte zirpende Geräusche hervorbringt.

Nahrung aus dem Kot

Wenn da nicht sein volkstümlicher Name wäre: Gemeiner Mistkäfer. Schließlich ernähren sich diese Käfer außer von Baumsäften der Buchen und Eichen überwiegend vom Kot pflanzenfressender Tiere. Und das macht die 2,5 Zentimeter großen Käfer für viele Menschen zu abstoßenden Insekten. Jeweils ein Männchen und Weibchen graben im Frühling einen bis zu 50 Zentimeter langen Gang in den Boden unter einen Dunghaufen. In die Seitengänge, die Brutkammern, wird je eine Kotpille transportiert. Das Weibchen legt auf jede Pille ein Ei und verschließt anschließend die Kammern zusätzlich mit Kot. Die aus den Eiern geschlüpften Engerlinge ernähren sich von dem angelegten Kotvorrat, verpuppen sich nach einem Jahr, um dann als fertige Käfer zu schlüpfen.

Verwandte in Ägypten

Die Verwandtschaft mit dem Skarabäus, dem Pillendreher ist unverkennbar. Im altägyptischen Königreich stellten diese Käfer die Verkörperung des Sonnengottes Ra dar. Als Amulett getragen, verliehen sie ihren Trägern Mut und Stärke. In Europa ließen sich Schmuckdesigner im 18. Jahrhundert gleichfalls von der Natur inspirieren. Statt getrockneter Mistkäferflügel kreierten sie Käfer aus Gold, Silber und Horn, reichlich verziert mit edlen Steinen auf Uhren, Schatullen oder Tabakdosen.

Im österreichischen Burgenland verleiht man inzwischen sogar den „Goldenen Mistkäfer“ als Auszeichnung an Schulen und Gemeinden für besonders herausragende Leistungen im Umweltschutz.

Von Manfred Bogumil