Militärgeschichte: Unterschied zwischen den Versionen

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* Bis 1605 hatte [[Landgraf Wilhelm IV.]] in [[Kassel]] das [[Zeughaus]] für seine Artillerie gebaut.
 
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_hessen-kasselschen_Regimenter_der_Fr%C3%BChen_Neuzeit Liste der hessen-kasselschen Regimenter der Frühen Neuzeit]
 
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_hessen-kasselschen_Regimenter_der_Fr%C3%BChen_Neuzeit Liste der hessen-kasselschen Regimenter der Frühen Neuzeit]
  

Version vom 8. Juli 2012, 13:32 Uhr

August 1914 - Ausmarsch der 83er in Cassel

Seitdem nach dem Dreißigjährigen Krieg Truppen nicht mehr nur bei Bedarf aufgestellt wurden, sondern jederzeit einsatzbereite stehende Heere eingerichtet wurden, ist Kassel Militärstandort. Standorte gab es aber auch an zahlreichen weiteren Orten in den Region, von denen der nachfolgende Artikel eine Auswahl nennt.

Ehemalige Militärstandorte in Kassel

Das Militär in der Zeit von 1581 bis 1868

Frühe Neuzeit

Stammliste 1756 - 1763

Das Militär zur Zeit Preußens (1868 bis 1944) und im Deutschen Kaiserreich 1871-1918

Nachdem 1868 das Kurfürstentum Hessen (der nördliche und westliche Teil des heutigen Bundeslandes Hessen) mit der Residenzstadt Kassel von Preußen vereinnahmt und mit anderen Landstrichen zur preußischen Provinz Hessen-Nassau wurde, organisierte man die Militärbezirke z.T. neu; auch stellte man neue Infanterie-Regimenter auf.

Eine Einordnung erfolgte entsprechend der bestehenden Gliederung der Preußischen Armee in Armeekorps, Divisionen, Brigaden, Regimenter (Regt.), jeweils durchnummeriert. So wurde z.B. 1866 das Husaren Regiment 14 aus dem Kurhessischen 2. Husarenregiment und der 2. Eskorte der Kurhessischen Garde du Corps errichtet oder 1897 das Regiment: 1. Oberelsässisches Infanterie-Regiment Nr. 167 neu aufgestellt.

In Kassel als Provinzhauptstadt hatte das Oberste Kommando des XI. Armeekorps seinen Sitz; dies war zuständig für den Raum Kassel, Waldeck und einen Teil Thüringens.

Kassel war ebenso Standort der Kommandos der 22. Division sowie der 43. und 44. Infanterie-, der 22. Kavallerie- und der 11. Feldartillerie–Brigade.

Hier der Versuch einer Übersicht:

Das XI. Armeekorps - eine Division

Die 22. Division, Kommandositz Cassel, 4 Brigaden

a) 43. Infanterie – Brigade

Kommandositz Cassel, 2 Regimenter

Regiment in Göttingen

Regiment in Kassel: Infanterie-Regt. v. Wittich (3. Kurhess.) Nr. 83 Cassel, Arolsen (2 Bataillone)

b) 44. Infanterie – Brigade

Kommandositz Cassel, 2 Regimenter

Regiment in Meiningen

Regiment in Kassel

1. Oberelsäss. Infanterie-Regt. Nr. 167 Cassel, Mühlhausen (Thüring.), Frankfurter Straße

c) 22. Kavallerie – Brigade

Kommandositz Cassel, 2 Regimenter

Regiment in Hofgeismar

siehe dazu auch: Husaren in Hofgeismar

Regiment in Kassel

Hus.-Regt. Landgraf Friedrich II. v. Hessen-Homburg (2. Kurhess.) Nr. 14, 4 Eskadrons in Wilhelmshöhe

d) 11. Feldartillerie – Brigade

Kommandositz Cassel, 2 Regimenter

Regiment in Fulda

Regiment in Kassel

1. Kurhess. Feldartillerie-Regt. Nr. 11 Cassel, Fritzlar (2 Abteilungen)

Deutsch-Französischer Krieg

Julius von Bose (1809-1894, 1880 in den Grafenstand erhoben), Ehrenbürger der Stadt Kassel, wurde beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges (1870–1871) zum kommandierenden General des XI. Armeekorps ernannt.

Mit ihm zogen die Kasseler Regimenter in den Deutsch-Französischen Krieg.

Der Marstall diente zwischen 1866 und 1910 als Husarenkaserne.

Insgesamt wurde reichlich aufgerüstet; auch errichtete man außerhalb der Stadt neue Kasernen:

  • 1889 wurde zu Ehren von Ludwig von Wittich, einem hohen Preußischen General, das 3. hessische Infanterieregiment Nr. 83 „Infanterieregiment von Wittich“ benannt.

Die Uniform bestand aus blauem Tuch mit roten Kragen und Ärmelaufschlägen, roten Vorstößen, und kupferbarbenen Knöpfen.

Der Erste Weltkrieg

  • 1914 war Mobilmachung für den Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918).
  • 1918 wurde das Schloss Wilhelmshöhe für drei Monate Sitz der Obersten Heeresleitung; von hier aus organisierte Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg mit seinem Stab die Demobilisierung der Truppen.Paul von Hindenburg wurde übrigens Ehrenbürger der Stadt Kassel.

Der zweite Weltkrieg

Mit dem Überfall deutscher Truppen auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Wer die gleichgeschalteten Kasseler Zeitungen in den folgenden Jahren durchsieht, kann auf den Titelseiten eine Erfolgsmeldung nach der anderen zum Kriegsverlauf lesen. Zwischen all den Propagandameldungen gibt es aber auch Hinweise auf die schreckliche Realität des Krieges. Es vergeht kein Tag mehr ohne Todesanzeigen von gefallenen Kasseler Soldaten. Monat für Monat werden es mehr. Von 25 Familienanzeigen in der Kasseler Post Anfang Dezember beklagen 20 den Tod eines Angehörigen.

Am 4. April 1945 marschieren dann Soldaten der 80. Infanterie-Division der US-amerikanischen Armee über die Wilhelmshöher Allee in Kassel ein. Der Krieg war für die nordhessische Metropole und den Rüstungsstandort Kassel vorbei. Dazwischen lagen Jahre unendlichen Leids, besonders für jüdische Mitbürger und tausende Zwangsarbeiter. Ein weiteres furchtbares Resultat des Krieges: im Oktober 1943 versank Kassel in Schutt und Asche. Mehrere hundert britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 23. Oktober Bomben im Gesamtgewicht von 1500 Tonnen über Kassel ab und rund 10.000 Menschen kamen ums Leben.

1956: Kassel wird Bundeswehrstandort

Am Anfang stand ein Proteststurm. Ausgelöst wurde er durch die Frage, ob Kassel wieder Standort für bundesdeutsche Soldaten werden sollte.

Im Stadtparlament tobte eine dramatische Redeschlacht. Oberbürgermeister Dr. Lauritz Lauritzen erinnerte an den friedlichen Kassel-Auftakt mit der Bundesgartenschau 1955 und forderte, die Stadt solle nicht wieder Garnisonstadt werden, "den Jahrhunderte alten Traum von der Residenzstadt austräumen". Mit 33 (PWG/BHE und SPD) gegen 21 Stimmen (CDU, FDP) lehnte das Stadtparlament ein Belegen Kassels "mit Truppen oder militärischen Einrichtungen" ab. Dies geschah am 05. März 1956. Doch es kam alles ganz anders. Am Sonntag, 01. Juli 1956,wurde mit einem Großen Zapfenstreich Kassel Bundeswehr-Standort. Aus Bundesgrenzschutzbeamten, die in die neue Einheit überwechselten, wurden Soldaten. Nur 30 Prozent der Männer entschied sich für den Verbleib beim BGS.

Kassel war neben Fulda der erste Bundeswehr-Standort in Hessen. In Kasseler Kasernen lagen damals Soldaten schon seit Jahren: Belgische Truppen, die am 18.November 1952 einzogen. Für ihre Stationierung waren innerhalb von wenigen Monaten mit über 1000 Bauarbeitern Unterkünfte an der Eugen-Richter-Straße geschaffen worden. Gleichzeitig wurden über 100 Wohnhäuser für belgische Familien gebaut - die Belgiersiedlung im Auefeld.

1956 übernahm die Bundeswehr die Graf-Haeseler-Kaserne Kassel-Niederzwehren, nachdem zuvor die nicht durch Bomben zerstörten Gebäude amerikanischen Einheiten als Unterkunft dienten, die UN ein D.P.Camp betrieb und der Hessische Rundfunk sein Studio Kassel in einem ehemaligen Unterkunftsblock eingerichtet hatte. Nach der Gesamtrenovierung der Kasernenanlage von 1957 bis 1960 waren u.a. das Versorgungsbataillon 46/ Versorgungsbataillon 2 / Nachschubbataillon 2 sowie Pioniere und Instandsetzungstruppenteile hier stationiert. Die militärische Nutzung der Graf-Haeseler-Kaserne endete am 01.04.1994. Heute erinnert ein Gedenkstein an der Graf-Haeseler-Straße an die ehemalige Kaserne.

Kasernen und (ehemalige) Standorte der Bundeswehr in Nordhessen

(eine Auswahl)

Burgwaldkaserne Frankenberg

Frankenberg/Eder

Fritzlar

Hessisch-Lichtenau

Hofgeismar

  • Die Hofgeismarer Manteuffel-Kaserne wurde in den Jahren 1838 bis 1842 errichtet; von 1875 bis 1919 waren hier die Rheinischen Dragoner (das Dragoner-Regiments Nr. 5) stationiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier zunächst die hessische Polizeischule Nord eingerichtet, bevor die Kaserne dann ab 1955 lange Jahre von Soldaten der Bundeswehr genutzt wurde. Im Dezember 1981 zog das Brigadekommando der Panzerbrigade 6 in die Kaserne ein und 1986 die Instandsetzungskompanie 60 bis Ende 1993 der Bundeswehr-Standort in Hofgeismar aufgegeben wurde.

Homberg/ Efze

Kassel

Logo des Heeresmusikkorps 2

Rotenburg

Schwarzenborn

Sontra

  • Seit Anfang der 1960-er Jahre waren Bundeswehrsoldaten nahe an der Grenze zur damaligen DDR in der Husarenkaserne in Sontra stationiert. Im Jahre 2004 erhielten 780 Panzeraufklärer und ihre Familien den Abmarschbefehl, die letzten verließen im Jahr 2007 die Kaserne, was die wirtschaftliche Situation der Kleinstadt merklich beeinträchtige.

Wolfhagen

Standortschließungen 2011

Soldat (im Jahr 2007)

Von Standortschließungen der Bundeswehr und einer Reduzierung der Truppenstärke waren im Jahre 2011 auch zahlreiche Beschäftigte und Soldaten in Nordhessen betroffen. Rund 8.400 Menschen waren damals noch laut Bundeswehr an hessischen Standorten beschäftigt, die meisten von ihnen in Nordhessen: in Fritzlar 1.690, in Schwarzenborn 1.187 und in Homberg (Efze) 1.030 (alle Schwalm-Eder) sowie weitere an den Standorten in Frankenberg (868), Stadtallendorf (1.140) und Rotenburg an der Fulda (553). Die Alheimer-Kaserne in Rotenburg an der Fulda und alle fünf Kreiswehrersatzämter werden geschlossen.

siehe auch

Links/ Quellen

  1. Harald Kemm: Einteilung und Standorte der Armee-Korps im Jahre 1914
  2. Wehrmacht: Standort Kassel
  3. Regimenter der preußischen Armee
  4. zur Lage der genannten Standorte s.a.: [Kassel] (auch Luftbilder)
  5. Hinweise zur Anfahrt: [Online-Fahrplan der KVG]
  6. www.kasselerjaeger.de
  7. Die Blauen aus Zwehren e.V. (Ehemaligenkameradschaft Graf-Haeseler-Kaserne)