Martinhagen

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Martinhagen
Kirche-Martinhagen.JPG
Kirche in Martinhagen
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Gemeinde: Schauenburg
Einwohner: ca. 1.500
Postleitzahl: 34270
Vorwahl: 05601
Kfz-Kennzeichen: KS
Stadtverwaltung: Korbacher Straße 300
34270 Schauenburg
Bürgermeister: Ursula Gimmler (CDU)
Ortsvorsteherin: Gerhard Reitze

Martinhagen ist ein Ortsteil der nordhessischen Gemeinde Schauenburg im Landkreis Kassel.

Geschichte

Durch den Zusammenschluss der ehemals selbständigen Ortschaften Breitenbach, Elgershausen, Elmshagen, Hoof und Martinhagen entstand 1972 eine Gemeinde mit einer Gemarkungsfläche von 3.072 Hektar und damals 8.974 Einwohnern, von denen ein Großteil in Baunatal und Kassel arbeitete.

Der Name der Gemeinde, die im Rahmen der hessischen Gebietsreform im Jahre 1972 aus 5 Dörfern entstanden ist, leitet sich ab von der Burgruine Schauenburg in der Nähe des Ortsteils Hoof. Die Grafen von Schauenburg herrschten im Mittelalter über das Tal der Bauna.

Alle Ortsteile blicken auf eine lange Geschichte zurück, wobei Martinhagen bereits im Jahre 1074 in einer Schenkungsurkunde für das Kloster Hasungen urkundlich erwähnt wird und Elgershausen - später in hessischem Besitz - erstmals im Jahre 1123. Spätere Erwähnung finden Hoof (1250), Elmshagen (1334) und Breitenbach (1458), zunächst im Besitz der Schauenburger, dann der Herren von Dalwigk. Alle Ortsteile waren im Mittelalter und noch lange danach kleine landwirtschaftlich geprägte Dörfer.

Mit der zunehmenden Industrie in der nahen Stadt Kassel in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging eine langsame Aufwärtsentwicklung einher, die später zusätzlich durch den Bau der Kleinbahn Kassel-Naumburg begünstigt wurde.

Literatur Erich Böttger, Schauenburg, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1974, S. 36 ff.

Kirche in Martinhagen

Die Dorfkirche ist das älteste Gebäude am Ort. Ihr Kirchturm ist ein alter Wehrturm mit Schießscharten und Pechnasen.

Koloss von Martinhagen

1770 erregte ein gewaltiger Sandsteinblock von über sechs Meter Länge und 1,80 Metern im Quadrat, der sich in der Gemarkung Martinhagen fand, die Aufmerksamkeit des Landgrafen in Kassel. Der Koloss war grob behauen und stammte keineswegs von seiner jetzigen Fundstelle. Nach einer in Martinhagen und Balhorn bekannten Erzählung stammte dieser riesige Steinklotz aus den Balhorner Sandsteinbrüchen und war um 1710 für das im Bau befindliche Herkulesmonument als steinerne Statue vorgesehen.

Im Jahre 1770 wurde der Enkel des damaligen Landgrafen Karl, Landgraf Friedrich II., auf den nicht gerade alltäglichen Sandsteinkoloss aufmerksam gemacht. Er plante, ein Steinmonument genau in dieser Größe für seinen Vorgänger und Onkel, den Schwedenkönig Friedrich I., zu errichten. Des weiteren war ein ebenso großes Standbild des griechischen Gottes Apollo in der Karlsaue vorgesehen. Größe und Form des Martinhagener Steins paßten nun exakt in diese Vorhaben. Auf Veranlassung des Landgrafen wurden Pläne entwickelt, den riesigen Brocken nach Kassel zu schaffen. Die sehr schlechten Straßenverhältnisse und die ungenügenden Transport- und Hebemöglichkeiten ließen dieses jedoch nicht ohne weiteres zu.

Martinhagen war von 1770 bis 1774 ein viel besuchtes Dorf. Die veranschlagten Kosten beliefen sich auf 900 bis 2.000 Reichsthaler, nach heutigem Geld umgerechnet etwa 75.000 Euro. Da der Stein in einer tiefen Talsohle, einer abschüssigen Wiese, lag, wo er vermutlich 1709 oder 1710 vom Transportschlitten abgerollt war, war ein Heben nicht möglich. Die Wiese, in der der Stein lag, war über Jahrzehnte von etwa 1710 bis 1820 steuerfrei. 1867, also 160 Jahre nach seinem ersten Auftauchen, wurde der gewaltige Sandsteinbrocken versteigert. Ein Martinhagener Bürger, der ihn erwarb, zerschlug ihn und verkaufte die Mauersteine nach Kassel zum Bau eines Eisenbahndepots.

Martinstein

An der Ortsstraße weisst ein Hinweisschild zum Martinstein. Der riesige Basaltphonolithkegel liegt direkt neben der Kirche.

Ortsbeirat von Martinhagen

Der Ortsbeirat von Martinhagen besteht aus sieben Mitgliedern. Derzeit stellen die CDU und die SPD jeweils drei Ortsbeiratsmitglieder und die FWG ein Ortsbeiratsmitglied. Ortsvorsteher ist Gerhard Reitze.

siehe auch

Vereine

Theatergruppe Martinhagen e.V.

Die Theatergruppe Martinhagen e.V. existiert seit 1990

Zusammengeführt hat uns der Spaß an geselliger Tätigkeit und die Freude an kreativer Rollengestaltung auf der Bühne. Wir spielen Sketche, kurze Einakter zu besonderen Anlässen und große, abendfüllende Komödien.

Dass dabei der Spaß an gemeinsamen Unternehmungen nicht zu kurz kommt, wollen wir ihnen auf unseren Internetseiten genauso zeigen, wie die Freude an gemeinsamer Leistung.

Hauptaufgabe aber ist das Theaterspiel und diesem gehört ein großer Teil unserer Bemühungen. Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem Verein. Besuchen Sie uns auf unserer Homepage.

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