Leo Sympher

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Berühmter Sohn der Stadt

Leo Sympher schuf Verbindungen in Deutschland auf dem Wasserwege

Leo Sympher

Hann. Münden. Es war wohl eher Zufall, dass Leo Sympher am 19. Oktober 1854 in Münden geboren wurde. Sein Vater war Offizier des hier in Garnison liegenden Leichten Infanteriebataillons, verließ aber schon ein Jahr später Münden. Gleichwohl blieb Sympher - nicht zuletzt durch seinen späteren Werdegang - seiner Geburtsstadt eng verbunden und hat immer wieder bei gelegentlichen Aufenthalten in Münden auf sein Geburtshaus am Nordende der steinernen Werrabrücke aufmerksam gemacht.

Sympher wollte zunächst Marineoffizier werden und brachte es auch bis um Seekadetten. Da aber bei der Marine erhöhte Anforderungen an das Sehvermögen gestellt wurden, musste er diese Laufbahn aufgeben und begann im Herbst 1874 in Hannover das Studium des Bauingenieurswesens. Danach betätigte er sich bei Wasserbauten in Elsaß-Lothringen, Ostpreußen und in Ungarn, ehe er 1883 in die Bauabteilung des preußischen Ministerium für öffentliche Arbeiten in Berlin eintrat. Hier oblag ihm die Vorbereitung der Entwürfe für die geplanten preußischen Kanäle.

Die alte Werrabrücke in Münden mit Leo Symphers Geburtshaus dicht an ihrem Nordende vor 1914. Repro: von Pezold

Zwischenzeitlich war er an der Leitung des Baus des Nord-Ostsee-Kanals, besonders an der östlichen Mündung in (Kiel-)Holtenau, beteiligt und kehrte nach dessen Vollendung im Jahre 1895 zu seinem ursprünglichen Arbeitsgebiet im Ministerium zurück. Ergebnis seiner Tätigkeit dort war eine auch allgemein bekannt gewordene „Denkschrift über die Bedeutung des Rhein-Weser-Elbe-Kanals“, die zur Grundlage für die Planungen des heute „Mittellandkanal“ genannten Wasserweges wurde.

Realisiert werden konnte er erst, als nach langen parlamentarischen Kämpfen 1905 endlich das preußische Wasserstraßengesetz zu Stande kam, das ebenfalls zum großen Teil Symphers Werk war.

Seiner Tatkraft war es zu verdanken, dass der neue Kanal im Juli 1914 bis Hannover fertiggestellt war, sodass über den Anschluss an den schon 1899 eröffneten Dortmund-Ems-Kanal und den Rhein-Herne-Kanal die Verbindung mit dem Industriegebiet im Westen erreicht war.

Die Wasserversorgung des Mittellandkanals geschah durch die 1913 vollendete Edertalsperre, über die Sympher hoffte, auch den Wasserstand der Weser stabilisieren und damit diesen Strom zu einer den modernen Anforderungen gerecht werdenden Wasserstraße machen zu können.

Vom Wasserbauinspektor 1897 zum Regierungsbaurat befördert, stieg Sympher bis 1915 als Ministerialdirektor bis an die Spitze der Wasserbauabteilung des Ministeriums auf. Die Technische Hochschule Dresden verlieh ihm den Dr.Ing h.c. (ehrenhalber). Er war Präsident der Akadmie des Bauwesens und wurde erster Präsident des am 15. Dezember 1921 gegründeten Weserbundes. Schon wenig später starb er am 16. Januar 1922 an den Folgen eines Schlaganfalls.

Dr. Johann Dietrich von Pezold