Landgraf Wilhelm VIII.: Unterschied zwischen den Versionen

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Wilhelm VIII. (1682-1760), Landgraf von [[landgrafschaft|Hessen-Kassel]] (1751-1760); Sohn von [[Landgraf Karl]], Bruder von [[Landgraf Friedrich I.]]
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'''Wilhelm VIII.''' (* 10.03.1682 in [[Kassel]], + 1.2.1760 in [[Rinteln]]), war Landgraf von [[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Hessen-Kassel]] in den Jahren 1751 - 1760.  
  
Er war Gründer der Kasseler [[Gemäldegalerie]] und baute sie vor allem um die Gemälde der flämischen und holländischen Meister aus dem 17. und 18. Jahrhundert aus,  sodass sich in Kassel eine der größten Rembrandsammlung Deutschlands befindet.
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== Leben und Wirken ==
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Wilhelm war ein Sohn von [[Landgraf Karl]] von [[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Hessen-Kassel]] und [[Maria Amelia von Kurland]].  
  
[[landgraf_friedrich_i|Landgraf Friedrich I.]] --> '''Landgraf Wilhelm VIII.''' --[[landgraf_friedrich_ii|Landgraf Friedrich II.]]
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Nach dem Tod seines Vaters, [[Landgraf Karl]] im Jahre 1730 wurde sein älterer Bruder [[Landgraf Friedrich I.]], König von Schweden, auch Landgraf von Hessen-Kassel. Dieser hat aber 1731 nur ein einziges Mal als schwedischer König seine Erblande besucht und dabei die bereits von [[Landgraf Karl]] im Jahre 1729 bestimmte Statthalterschaft seines Bruders Landgraf Wilhelm VIII. bestätigt.
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Wilhelm VIII. war ab dem 27.9.1717 mit [[Landgräfin Dorothea Wilhelmine|Dorothea Wilhelmine]] (1691 - 1743), Tochter des Herzogs Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz, verheiratet. Mit ihr hatte er drei Kinder, darunter der spätere [[Landgraf Friedrich II.]].Von innenpolitischer Bedeutung war der Übertritt von Wilhelms Sohn, des späteren Landgrafen [[Friedrich II. (Hessen-Kassel)|Friedrich II.]], der als Erbprinz im Jahre 1749 zum Katholizismus übertrat. Wilhelm VIII. und die Hessischen Landstände trafen daher 1754 eine Reihe von Regelungen, deren zentraler Bestandteil die [[Assekurationsakte]] war und mit denen verhindert wurde, dass Friedrich als regierender Landesherr von seinem Recht zur Bestimmung der Staatsreligion Gebrauch machen konnte.
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=== Gemäldegalerie in Kassel ===
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Landgraf Wilhelm VIII. war mit des 18. Jahrhunderts Gründer der Kasseler [[Gemäldegalerie]] und baute sie vor allem um die Gemälde der flämischen und holländischen Meister aus dem 17. und 18. Jahrhundert aus, so dass sich in Kassel eine der größten Rembrandsammlung Deutschlands befindet.
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=== Schloss Wilhelsmthal ===
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Unter Landgraf Wilhelm VIII. wurde um 1743 mit dem Ausbau von [[Schloss Wilhelmsthal]] nach den Plänen von Francois de Cuvillies d. Ä. begonnen. Die erst im Jahre 1767 vollendete Sommerresidenz gehört heute zu den bedeutensten Rokokoschlössern in Deutschland. Schloss Wilhelmsthal ist mit [[Schloss Wilhelmshöhe]] in [[Kassel]] über die etwa 9 km lange [[Rasenallee]] fast geradlinig verbunden.
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[[Bild:Schloss_wilhelmsthal.jpg|thumb|left|300px|Schloss Wilhelmsthal<br />''<small>(Foto: HNA-Fotograf Jochen Herzog)</small>'']]
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Schon im Jahre 1634 führt von [[Calden]] der "burghweg" zur ehemaligen Wasserburg ''Amelgotzen'', lange Zeit im Besitz der Familie von [[Schachten]]. Den ursprünglichen Gutshof, der schon in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde und später ''Amelienthal'' hieß, erwarb im Jahre 1643 die damalige [[Landgräfin Amalie Elisabeth]] zusammen mit Gütern in [[Frankenhausen]].
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Nachdem zunächst ein Landsitz entstanden war, wurde unter Landgraf Wilhelm VIII. (1682 - 1760) um das Jahr 1743 mit dem Ausbau zu einem Schloss nach den Plänen von [[Francois de Cuvilliés|Francois de Cuvilliés d. Ä.]] begonnen.
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Park und Schloss Wilhelmsthal ließ Wilhelm VIII. als Sommerresidenz, Lust- und Jagdschloss errichten.
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Die Gartenanlage wurde als fächerförmiges Dreiachsensystem geplant und um das Jahr 1800 zu einem Landschaftspark weiterentwickelt, wobei auch ein gotisierender Aussichtsturm enstand. Aus der Anfangsphase ist heute nur noch die Grotte mit dem vorgelagerten Kanal erhalten.
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Mit der Anlage des 30 Hektar großen Gartens entstand auch das dreiflügelige Schloss, dessen Fassaden bereits leichte Tendenzen des [[Klassizismus]] erkennen lassen und in dessen Zentrum sich ein grosser Ballsaal befindet, der über eine Freitreppe mit dem Landschaftsgarten verbunden ist.
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Erst 1753 erhielt die Anlage den Namen ''Wilhelmsthal''. Die Fertigstellung erlebte der Landgraf nicht mehr.
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=== Hofgeismar - Gesundbrunnen ===
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In [[Hofgeismar]] wurde der Plan zum Ausbau einer Kur- und Badeanlage am [[Hofgeismar - Bad Gesundbrunnen|Hofgeismarer Gesundbrunnen]] von ihm weiter betrieben. Diesen Plan fasste bereits [[Landgraf Karl]] von Hessen-Kassel. Noch zu seinen Lebzeiten wurde mit der Errichtung des ersten Badehauses ("Karlsbad") begonnen. Doch erst unter der Regentschaft seiner Nachfolger, der Landgrafen Wilhelm VIII. und [[Landgraf Friedrich II.|Friedrich II.]] erhielt die Anlage ein angemessenes architektonisches Gepräge. Zu den schon bestehenden Gebäuden und dem "Wilhelmsbad" kam unter [[Landgraf Friedrich II.]] im Jahre 1770 noch ein neues Flügelgebäude - "Friedrichsbad" genannt - hinzu, das heute das [[Evangelisches Predigerseminar Hofgeismar|Evangelische Predigerseminar in Hofgeismar]] beherbergt.
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== Literatur ==
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* Eckhart G. Franz, Das Haus Hessen, Stuttgart 2005
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== Nachkommen ==
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Die Nachkommen von Landgraf Wilhelm und seiner Ehefrau [[Landgräfin Dorothea Wilhelmine|Dorothea Wilhelmine]] waren:
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* Karl (* 21.08.1718), der schon als Säugling verstarb
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* [[Landgraf Friedrich II.|Friedrich]] (* 14.08.1720), später [[Landgraf|Landgraf von Hessen-Kassel]]
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* Maria Amalie (* 7.7.1721), sie starb 1744 als Braut des Markgrafen Karl Albrecht von Brandenburg-Schwedt
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== siehe auch ==
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* [[Landgräfin Dorothea Wilhelmine]]
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* [[Landgraf Friedrich II.]]
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* [[Barbara Christine von Bernhold]] (1690 - 1756), Mätresse
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== Weblinks ==
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* [http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adb/images/adb043/@ebt-link?target=idmatch(entityref,adb0430066) Eintrag in ADB]
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* [http://www.upress.uni-kassel.de/online/frei/978-3-933146-41-0.volltext.frei.pdf Kassel im 18. Jahrhundert (pdf) auf www.upress.uni-kassel.de]
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[[Kategorie:Hofgeismar]]
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[[Kategorie:Haus Hessen]]

Aktuelle Version vom 6. Juni 2010, 18:18 Uhr

Wilhelm VIII. (* 10.03.1682 in Kassel, + 1.2.1760 in Rinteln), war Landgraf von Hessen-Kassel in den Jahren 1751 - 1760.

Leben und Wirken

Wilhelm war ein Sohn von Landgraf Karl von Hessen-Kassel und Maria Amelia von Kurland.

Nach dem Tod seines Vaters, Landgraf Karl im Jahre 1730 wurde sein älterer Bruder Landgraf Friedrich I., König von Schweden, auch Landgraf von Hessen-Kassel. Dieser hat aber 1731 nur ein einziges Mal als schwedischer König seine Erblande besucht und dabei die bereits von Landgraf Karl im Jahre 1729 bestimmte Statthalterschaft seines Bruders Landgraf Wilhelm VIII. bestätigt.

Wilhelm VIII. war ab dem 27.9.1717 mit Dorothea Wilhelmine (1691 - 1743), Tochter des Herzogs Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz, verheiratet. Mit ihr hatte er drei Kinder, darunter der spätere Landgraf Friedrich II..Von innenpolitischer Bedeutung war der Übertritt von Wilhelms Sohn, des späteren Landgrafen Friedrich II., der als Erbprinz im Jahre 1749 zum Katholizismus übertrat. Wilhelm VIII. und die Hessischen Landstände trafen daher 1754 eine Reihe von Regelungen, deren zentraler Bestandteil die Assekurationsakte war und mit denen verhindert wurde, dass Friedrich als regierender Landesherr von seinem Recht zur Bestimmung der Staatsreligion Gebrauch machen konnte.

Gemäldegalerie in Kassel

Landgraf Wilhelm VIII. war mit des 18. Jahrhunderts Gründer der Kasseler Gemäldegalerie und baute sie vor allem um die Gemälde der flämischen und holländischen Meister aus dem 17. und 18. Jahrhundert aus, so dass sich in Kassel eine der größten Rembrandsammlung Deutschlands befindet.

Schloss Wilhelsmthal

Unter Landgraf Wilhelm VIII. wurde um 1743 mit dem Ausbau von Schloss Wilhelmsthal nach den Plänen von Francois de Cuvillies d. Ä. begonnen. Die erst im Jahre 1767 vollendete Sommerresidenz gehört heute zu den bedeutensten Rokokoschlössern in Deutschland. Schloss Wilhelmsthal ist mit Schloss Wilhelmshöhe in Kassel über die etwa 9 km lange Rasenallee fast geradlinig verbunden.

Schloss Wilhelmsthal
(Foto: HNA-Fotograf Jochen Herzog)

Schon im Jahre 1634 führt von Calden der "burghweg" zur ehemaligen Wasserburg Amelgotzen, lange Zeit im Besitz der Familie von Schachten. Den ursprünglichen Gutshof, der schon in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde und später Amelienthal hieß, erwarb im Jahre 1643 die damalige Landgräfin Amalie Elisabeth zusammen mit Gütern in Frankenhausen.

Nachdem zunächst ein Landsitz entstanden war, wurde unter Landgraf Wilhelm VIII. (1682 - 1760) um das Jahr 1743 mit dem Ausbau zu einem Schloss nach den Plänen von Francois de Cuvilliés d. Ä. begonnen.

Park und Schloss Wilhelmsthal ließ Wilhelm VIII. als Sommerresidenz, Lust- und Jagdschloss errichten.

Die Gartenanlage wurde als fächerförmiges Dreiachsensystem geplant und um das Jahr 1800 zu einem Landschaftspark weiterentwickelt, wobei auch ein gotisierender Aussichtsturm enstand. Aus der Anfangsphase ist heute nur noch die Grotte mit dem vorgelagerten Kanal erhalten.

Mit der Anlage des 30 Hektar großen Gartens entstand auch das dreiflügelige Schloss, dessen Fassaden bereits leichte Tendenzen des Klassizismus erkennen lassen und in dessen Zentrum sich ein grosser Ballsaal befindet, der über eine Freitreppe mit dem Landschaftsgarten verbunden ist.

Erst 1753 erhielt die Anlage den Namen Wilhelmsthal. Die Fertigstellung erlebte der Landgraf nicht mehr.

Hofgeismar - Gesundbrunnen

In Hofgeismar wurde der Plan zum Ausbau einer Kur- und Badeanlage am Hofgeismarer Gesundbrunnen von ihm weiter betrieben. Diesen Plan fasste bereits Landgraf Karl von Hessen-Kassel. Noch zu seinen Lebzeiten wurde mit der Errichtung des ersten Badehauses ("Karlsbad") begonnen. Doch erst unter der Regentschaft seiner Nachfolger, der Landgrafen Wilhelm VIII. und Friedrich II. erhielt die Anlage ein angemessenes architektonisches Gepräge. Zu den schon bestehenden Gebäuden und dem "Wilhelmsbad" kam unter Landgraf Friedrich II. im Jahre 1770 noch ein neues Flügelgebäude - "Friedrichsbad" genannt - hinzu, das heute das Evangelische Predigerseminar in Hofgeismar beherbergt.

Literatur

  • Eckhart G. Franz, Das Haus Hessen, Stuttgart 2005

Nachkommen

Die Nachkommen von Landgraf Wilhelm und seiner Ehefrau Dorothea Wilhelmine waren:

  • Karl (* 21.08.1718), der schon als Säugling verstarb
  • Friedrich (* 14.08.1720), später Landgraf von Hessen-Kassel
  • Maria Amalie (* 7.7.1721), sie starb 1744 als Braut des Markgrafen Karl Albrecht von Brandenburg-Schwedt

siehe auch

Weblinks


Landgrafen von Hessen (bis 1568)

Heinrich I. | Johann I. | Otto I. | Heinrich II. | Hermann II. | Ludwig I. | Ludwig II. | Wilhelm I. | Wilhelm II. | Philipp I.

Landgrafen von Hessen-Kassel (ab 1568)

Wilhelm IV. | Moritz | Wilhelm V. | Wilhelm VI. | Wilhelm VII. | Karl | Friedrich I. | Wilhelm VIII. | Friedrich II. | Wilhelm IX.

Kurfürsten von Hessen (ab 1803)

Wilhelm I. | Wilhelm II. | Friedrich Wilhelm I.