Klinikum Werra Meißner: Unterschied zwischen den Versionen

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== Krankenhaus Witzenhausen ==
 
== Krankenhaus Witzenhausen ==

Version vom 9. Februar 2015, 18:17 Uhr

Das Klinikim Werra-Meißner besteht aus den beiden Krankenhäusern Eschwege und Witzenhausen. Es stellt die medizinische Grund- und Regelversorgung in der Region sicher. Das Klinikum verfügt insgesamt über 490 Betten und 40 teilstationäre psychiatrische Plätze. Zudem ist es Akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen.

Krankenhaus Witzenhausen

Das Krankenhaus Witzenhausen befindet sich im Werra-Meißner-Kreis. Es versorgt jährlich über 6.000 stationäre Patienten. Daneben bietet es spezialisierte ambulante Leistungen an. Das Leistungsspektrum umfasst Diagnose- und Therapieverfahren in den Fachgebieten Frauenheilkunde, Innere Medizin, Allgemein- und Unfallchirurgie und Anästhesie und Intensivmedizin.

Aus der Geschichte des Krankenhauses Witzenhausen

Knapp sechzig Jahre nachdem in Kassel das erste moderne Krankenhaus Kurhessens seine Pforten geöffnet hatte, beschlossen die Witzenhäuser Stadtväter am 9. Mai 1842 „wegen Herstellung eines, dem Zweck vollständig entsprechendes Krankenhauses bis 1844 zeitig die erforderlichen Einleitungen zu treffen." Nach gut einjähriger Bauzeit wurde das Krankenhaus am 23. Juni 1845 mit einem vom Witzenhäuser Stadtrat erlassenen Aufruf an die „wohllöblichen Einwohner der hiesigen Stadt" eröffnet.

Die Ausstattung des Krankenhauses für "maximal 10 Patienten, das Personal und die Oeconomie" wurden bei Witzenhäuser Handwerkern in Auftrag gegeben und schlug noch einmal mit 100 Reichstalern zu Buche. Schnell zeigte sich, dass man die laufenden Kosten erheblich unterschätzt hatte. In einer Bekanntmachung vom 30. November 1846 musste Bürgermeister Eberhard eingestehen, dass „die Beiträge die laufenden Kosten der Krankenpflege nicht zum vierten Theile decken und deshalb.... große Zuschüsse geleistet werden müssen. " Die Zahl der Patienten ging in den Folgejahren zurück, 1895 wurden nur 19 Patienten aufgenommen. Zur Jahrhundertwende drohte die Schließung des Krankenhauses.

Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 wurden - wegen der in die Jahre gekommenen Bausubstanz - Sanierungs- und Erweitungsarbeiten durchgeführt.

Das Krankenhaus diente für die Dauer des Krieges vor allem als Vereinslazarett des Roten Kreuzes. Die Kapazität wurde um 29 Betten erhöht. Die anschließende Inflation führte zu weiteren großen Sorgen. Die Pflegekosten für die Klasse III stiegen bis zum Jahr 1923 auf 8 Billionen Mark pro Tag. Dennoch konnte der Krankenhausbetrieb ohne nennenswerte Unterbrechungen aufrecht erhalten und das Krankenhaus weiterentwickelt werden, unter anderem wurde eine Entbindungsstation eingerichtet, das Gebäude instand gesetzt, WCs eingebaut und ein neuer OP-Saal gebaut. Das Belegarztsystem wurde eingeführt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

In Witzenhausen waren durch die Verdoppelung der Einwohnerzahl die Versorgungseinrichtungen überlastet. Auch das städtische Krankenhaus war zu klein geworden. Bis 1948 war die Zahl der Planbetten auf 178 gestiegen. Ein neues Krankenhaus wurde benötigt. Da dies die Stadt Witzenhausen nicht allein schultern konnte, wurde der damalige Landkreis Witzenhausen mit ins Boot genommen und am 1. Dezember 1950 der Zweckverband Kreis- und Stadtkrankenhaus Witzenhausen gegründet, an dem sich die Stadt mit 4/10 und der Landkreis Witzenhausen mit 6/10 beteiligten. 1951 wurden die Bauaufträge für den 1. Bauabschnitt vergeben. Am 8. Oktober 1951 wurde der Grundstein für das neue Krankenhaus gelegt. Nach elfmonatiger Bauzeit wurde am 6. September 1952 das neue Kreis- und Stadtkrankenhaus übergeben. Die Baukosten betrugen 1.318.660,70 DM. Damit verfügte das Krankenhaus über 198 Planbetten mit den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe und HNO.

Im Mai 1970 vertrat der damalige Chefarzt Dr. Forster die Auffassung, dass dem Krankenhaus „ohne großzügige bauliche Veränderungen nur noch eine Überlebenszeit von 10 Jahren zu geben sei". Es begann eine Diskussion, ob ein Neubau an anderer Stelle oder Sanierungsmaßnahmen der Vorzug gegeben werden soll. Im September 1975 fiel die Entscheidung zu Gunsten der Sanierung und Erweiterung des Krankenhauses am bisherigen Standort. Der grundstein für den ersten Bauabschnitt wurde am 6. Oktober 1977 gelegt. Das Kreis- und Stadtkrankenhaus Witzenhausen genügte 1984 mit seiner baulichen und technischen Ausstattung wieder neuesten medizinischen Anforderungen. Eineinhalb Jahre später konnte mit der Sanierung des Altbaues begonnen werden. Diese Sanierungsmaßnahme wurde im Dezember 1988 abgeschlossen.

Beginnender Strukturwandel im Gesundheitswesen

Das Leistungsspektrum des Krankenhauses wurde in den Folgejahren durch Ansiedlung ambulanter ärztlicher und nichtärztlicher Praxen auf dem Krankenhausgelände zu einem regionalen Gesundheitszentrum erweitert, das stationäre Leistungsangebot weiter differenziert und durch besondere Angebote ergänzt. 2004 wurde auf dem Krankenhausgelände in Witzenhausen neben der schon bestehenden Institutsambulanz eine Tagesklinik für Psychiatrie errichtet.[1]

Im November 2010 wurden die beiden Krankenhäuser Eschwege und Witzenhausen zur Klinikum Werra-Meißner GmbH verschmolzen.

Krankenhaus Eschwege

Das Krankenhaus Eschwege befindet sich im Werratal am Fuße des Meißners. Es versorgt jährlich über 11.000 stationäre Patienten. Daneben bietet es spezialisierte ambulante und teilstationäre Leistungen an.

Weblinks und Quellen

  1. Aus der Geschichte des Krankenhauses Witzenhausen