Kategorie:Mundart: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
in dieser Kategorie anlegen. Titel:
 
(3 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Hermann Elsebach gen Duckefedd war ein Kasseläner Mundartdichter, der 16.12.1883 in der Unterneustadt geboren wurde und am in 1935 in Nordhausen starb
+
[[Kategorie:Stadt Kassel]]
 
+
[[Kategorie:Nordhessen]]
1910 kam eine Gedichtsammlung bei Vietor heraus, die auch dieses Gedicht enthielt:
+
 
+
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
+
(So lossen, so lossen doch rieden!)
+
Es ist der Vater mit seinem Kind.
+
(Der kunnde 'ne Droschke sich mieden!)
+
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
+
(Sall hä'n uffen Buckel sich hangen?)
+
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm
+
(Das kann me vu'n Vadder verlangen!)
+
 
+
"Mein Sohn, was birgst Du so bang Dein Gesicht?"
+
(Was siehd hä bi schdockfinsteren Himmel?)
+
"Siehst Vater, de den Erlkönig nicht?
+
(Der Junge hodd, glauw' ich, en Fimmel)
+
"Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif?"
+
(Ne Krone wohl, awwer kinn Schwänzchen)
+
"Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif."
+
(Du faselst, minn liewes Hänschen.)
+
 
+
"Du liebes Kind, komm geh' mit mir!
+
(Der Junge, der äß doch in Läddschen!)
+
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir!
+
(Das Kend sall Kahrden nidd bläddschen.)
+
Manch bunte Blume wächst an dem Strand,
+
(die hodd hä d'rheime in Dibben)
+
meine Mutter hat mach gülden' Gewand."
+
(Dodrimm' bruchd hä au nidd ze hibben!)
+
 
+
"Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht
+
(so loß doch in Ruh dinnen Ahlen!)
+
Was Erlenkönig mir leise verspricht?"
+
(Glich wedde de Schnudde wohl hahlen?)
+
"Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind!"
+
(Sunst gewwed's verhafdich noch Schmisse!)
+
In dürren Blättern säuselt der Wind."
+
(Mä sinn an d'e Schwannenwisse)
+
 
+
"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
+
(Midd dä? Wohenne, du Driewer?)
+
Meine Töchter sollen dich warten schön!
+
(Der geheerd nidd bi Wiewer!)
+
Meine Töchter führen den nächlichen Reih'n
+
(Die Mäderchen g'heeren in's Bedde)
+
und wiegen und tanzen und singen dich ein!"
+
(Minne schnarchen schund imme de Wedde!)
+
 
+
"Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
+
(Nu hahl awwer bohle de Klabbe)
+
Erlkönigs Töchter am düstern Ort?"
+
(Baß uff! Wenn ich dä einen schnabbe!)
+
"Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau,
+
(D'r Ahle geheerd bi de Kälwer)
+
es scheinen die alten Weiden so grau!"
+
(Ich glauwe, hä firchded sich selwer!)
+
 
+
"Ich liebe dich! - Mich reitzt deine schöne Gestalt!
+
(Hä äß doch in Diecher gewikkeld!)
+
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt."
+
(Jetzt hodd sich d'r Junge verschdickeld!)
+
"Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
+
(Dinn Ahler häld dich doch blos feste)
+
Erlkönig hat mir ein Leid's getan
+
(Ein richdiger Unleid bäste!)
+
 
+
Dem Vater grauset's - Er reitet geschwind
+
(Ich sahde's je schund: äh hodd Bange)
+
er hält in den Armen das ächzende Kind
+
(So Umschdänne machd' ich nidd lange!)
+
Erreicht den Hof mit Müh' und Not!
+
(Jetzt kann hä'n awwer verdreschen!)
+
und - kommt doch noch pünktlich zum Abendbrot!
+
(Ach! -dodrimme hodd hä gekreschen!)
+
 
+
 
+
----
+

Aktuelle Version vom 20. Januar 2012, 18:10 Uhr

Unterkategorien

Es werden 2 von insgesamt 2 Unterkategorien in dieser Kategorie angezeigt: