Karlskanal

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Der Karlskanal, wenig mehr als ein Gedanke des Landgrafen Karl von Hessen

Der Kanal sollte Kassel, also die Fulda auf kürzestem Weg mit Karlshafen (einem Zentrum der aus Frankreich stammenden Hugenotten) und dem dortigen Weserhafen verbinden. Der Bau scheiterte, wie der "Titel" erkennen lässt, aber nach kurzer Strecke aus vielerlei Gründen. Einige Abschnitte bzw. deren Fragmente lassen sich auch heute noch mit Ortskenntnis und Fantasie im Gelände ausmachen.

- H.-J.Schulz, 4/ 06 -

Geschichte

Landgraf Karl verfolgte den Plan, die Weser bei Sieburg (dem späteren Carlshaven) mit der Fulda durch einen Kanal zu verbinden, etwa ab dem Jahr 1713, offenbar um das Hannoversch-Mündener Zollrecht zu umgehen. Nachdem zunächst damit begonnen wurde, die Diemel schiffbar zu machen, wurde mit den eigentlichen Kanalbauarbeiten erst 1720 begonnen, wobei auch Soldaten zu den friedlichen Arbeiten herangezogen wurden.

Von Karlshafen führte der Kanal bereits bis zum heutigen Hofgeismarer Stadtteil Hümme. Pfaff beschreibt in seiner "Geschichte der Stadt Hofgeismar" die Aufregung in den Köpfen der dortigen Bewohner, die bisher lediglich durch eine Botenpost mit Kassel im Süden oder Trendelburg im Norden verbunden waren.

Die Pläne des Landgrafen erwiesen sich aber als wenig erfolgreich, so dass nach seinem Tod im Jahre 1730 der weitere Kanalausbau aufgegeben wurde. Ein von zwei Pferden gezogenes kleines Marktschiff, so heißt es, brauchte von Karlshafen bis Trendelburg im Jahre 1727 einen ganzen Tag, weil es immer wieder flottgemacht werden musste. Und in Hümme ist kaum eines dieser Schiffe jemals angekommen.

Eine Güterverbindung von Kassel nach Karlshafen auf dem Lande wurde gut ein Jahrhundert später mit der Eröffnung der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Kassel bis zum Hofgeismarer Stadtteil Hümme und der Carlsbahn von Hümme nach Karlshafen geschaffen, wobei der Streckenverlauf der Carlsbahn fast genau dem Landgraf-Carl-Kanal folgte.

siehe auch

Literatur

  • Röttcher, Klaus u.a., Der Kanal des Landgrafen Karl, Kassel 2000
  • Friedrich Pfaff, Geschichte der Stadt Hofgeismar, 2. Auflage, 1954

Weblink