Karl Branner

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Karl Branner

Ein bürgernahes Original, das Kassel treu blieb

Er galt als typischer Kasseläner, ein Original im besten Sinn, Dr. Karl Branner, der als Oberbürgermeister seine Heimatstadt von 1963 bis 1975 lenkte. Zuvor war der promovierte Volkswirt Stadtverordneter für die SPD, anschließend Dezernent für Wirtschaft und Verkehr sowie Bürgermeister.

Als sein wichtigstes Werk bezeichnete Branner die Gründung der Gesamthochschule. Unter ihm wurde auch die Infrastruktur der Stadt ausgebaut. Der Oberbürgermeister war seiner Stadt eng verbunden und lehnte daher auch das Angebot ab, in das Kabinett des Hessischen Ministerpräsidenten Osswald einzutreten. Der Ehrenbürger Kassels starb 1997 im Alter von 87 Jahren.

Seiner Heimatstadt Kassel fühlte sich Karl Branner stets eng verbunden. Davon zeugt auch seine Liebe zur Kasseler Mundart. Erwähnenswert sind hier die von ihm herausgegebenen Bücher "D's Kraachenknöbbchen" und "De Drillerpiffe" (siehe: Philipp Scheidemann) sowie die vom Hessischen Rundfunk aufgenommenen Lesungen von "Geschichterchen" und Gedichten auf "Kasselänisch".

Das Wiedererstehen "seines" Stadtteils, der Kasseler Unterneustadt, erlebte Karl Branner leider nicht mehr. Hier wurde er am 11. September 1910 geboren.

Sein Vater war Bäckermeister - und wer einmal gehört hat, wie Karl Branner die Geschichte von Konrad Berndt "Im Bäggerloden" erzählt hat, der weiß vor diesem Hintergrund, warum das so klang, als hätte der kleine Karl die Figur "Frau Dinnefedden" persönlich bedient.

Karl Branner steuerte eine Stadt im Wiederaufbau. Er selbst hat die Gründung der Gesamthochschule Kassel als sein wichtigstes Werk bezeichnet. Doch auch der Aufbau des Schlosses Wilhelmshöhe mit dem Einzug der Gemäldegalerie, der Ausbau der Infrastruktur in dieser Stadt - all dies fiel in die Ära Karl Branners.

Lebenslauf

DR. KARL BRANNER

11.9.1910:´ Geboren in Kassel

Studium der Wirtschaftswissenschaften und Geschichte der Soziologie an der Universität Göttingen

1933: Diplomvolkswirt

1937: Dr. rer. pol.

1939 - 1949: Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft

1952 - 1954: Stadtverordneter

1954 - 1957: Hauptamtlicher Stadtrat

1957 - 1963: Bürgermeister

1963 - 1975: Oberbürgermeister

Mitglied des Fernsehrates und Vorsitzender des Finanzausschusses des ZDF

1967 - 1975: Verbandsvorstand des Sparkassen- und Giroverbandes, 1975 Ehrenpräsident

1974: Mitglied der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten

1975: Ehrenbürger der Stadt Kassel

1984: Ehrensenator der Gesamthochschule Kassel

Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1990)

1995: Hessischer Verdienstorden

1995: Ehrenoberbürgermeister der Stadt Kassel

17.10.1997: Gestorben in Kassel


siehe auch

Anmerkung: Karl Branner und Kassel: Das ist heute noch etwas, was zusammengehört. Viele Vereine, die sich um Kassel verdient gemacht haben, hat der Karle unterstützt. Ich erinnere mich noch an die Aktion ,,Kassel, Stadt der Künste und Kongresse". Es war eine sehr erfolgreiche Sache.

Auch in Gesprächen mit Jugendlichen war Karl Branner immer ein guter Zuhörer.