Karl Branner

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karl Branner

Karl Branner (1910-1997) war von 1963 bis 1975 SPD-Oberbürgermeister von Kassel. Der Bäckersohn aus Kassel ging zum Studium der Volkswirtschaft nach Göttingen. Dort verfasste er 1937 seine Doktorarbeit mit dem Titel „Wesen und Zweck der Besteuerung“.

Ein bürgernahes Original

Ein bürgernahes Original, das Kassel treu blieb

Er galt als typischer Kasseläner, ein Original im besten Sinn, Dr. Karl Branner, der als Oberbürgermeister seine Heimatstadt von 1963 bis 1975 lenkte. Zuvor war der promovierte Volkswirt Stadtverordneter für die SPD, anschließend Dezernent für Wirtschaft und Verkehr sowie Bürgermeister.

Im strengen Jahrhundertwinter 1963 wurde Branner am 1. Februar gewählt. "D'r Karle", wie er in Kassel genannt wurde, schlug später auch ein Angebot als Landesfinanzminister aus: "Mein Platz ist und bleibt in Kassel."

Als sein wichtigstes Werk bezeichnete Branner die Gründung der Gesamthochschule. Unter ihm wurde auch die Infrastruktur der Stadt ausgebaut. Der Oberbürgermeister war seiner Stadt eng verbunden und lehnte daher auch das Angebot ab, in das Kabinett des Hessischen Ministerpräsidenten Osswald einzutreten. Der Ehrenbürger Kassels starb 1997 im Alter von 87 Jahren.

Seiner Heimatstadt Kassel fühlte sich Karl Branner stets eng verbunden. Davon zeugt auch seine Liebe zur Kasseler Mundart. Erwähnenswert sind hier die von ihm herausgegebenen Bücher "D's Kraachenknöbbchen" und "De Drillerpiffe" (siehe: Philipp Scheidemann) sowie die vom Hessischen Rundfunk aufgenommenen Lesungen von "Geschichterchen" und Gedichten auf "Kasselänisch".

Das Wiedererstehen "seines" Stadtteils, der Kasseler Unterneustadt, erlebte Karl Branner leider nicht mehr. Hier wurde er am 11. September 1910 geboren.

Sein Vater war Bäckermeister - und wer einmal gehört hat, wie Karl Branner die Geschichte von Konrad Berndt "Im Bäggerloden" erzählt hat, der weiß vor diesem Hintergrund, warum das so klang, als hätte der kleine Karl die Figur "Frau Dinnefedden" persönlich bedient.

Karl Branner steuerte eine Stadt im Wiederaufbau. Er selbst hat die Gründung der Gesamthochschule Kassel als sein wichtigstes Werk bezeichnet. Doch auch der Aufbau des Schlosses Wilhelmshöhe mit dem Einzug der Gemäldegalerie, der Ausbau der Infrastruktur in dieser Stadt - all dies fiel in die Ära Karl Branners.

Anmerkung:

Karl Branner und Kassel: Das ist heute noch etwas, was zusammengehört. Viele Vereine, die sich um Kassel verdient gemacht haben, hat der Karle unterstützt. Ich erinnere mich noch an die Aktion ,,Kassel, Stadt der Künste und Kongresse". Es war eine sehr erfolgreiche Sache.

Auch in Gesprächen mit Jugendlichen war Karl Branner immer ein guter Zuhörer.

Galerie

Lebenslauf

Die Bäckerei des Vaters in der Unterneustadt

DR. KARL BRANNER

11. September 1910: Karl Branner wird in Kassel geboren.
Studium der Wirtschaftswissenschaften und Geschichte der Soziologie an der Universität Göttingen
1933: Diplomvolkswirt
1937: Dr. rer. pol.
1939 bis 1949: Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft
1952 bis 1954: Stadtverordneter
1954 bis 1957: Hauptamtlicher Stadtrat
1957 bis 1963: Bürgermeister
1963 bis 1975: Oberbürgermeister
Mitglied des Fernsehrates und Vorsitzender des Finanzausschusses des ZDF
1967 bis 1975: Verbandsvorstand des Sparkassen- und Giroverbandes, 1975 Ehrenpräsident
1974: Mitglied der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten
1975: Ehrenbürger der Stadt Kassel
1984: Ehrensenator der Gesamthochschule Kassel
1990: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1995: Hessischer Verdienstorden
1995: Ehrenoberbürgermeister der Stadt Kassel
17. Oktober 1997: Karl Branner stirbt in Kassel.

siehe auch

Artikel

Weblinks


Ehrenbürger Stadt Kassel

Maximilian Freiherr von Ditfurth | Carl Schomburg | Carl Wilhelm Wippermann | Louis Spohr | Bernhard Eberhard | Moritz von Baumbach | Johann Peter Heräus | Johann Daniel Wilhelm Ludwig Schwarzenberg | Karl Bernhardi | Friedrich Oetker | Eduard von Moeller | Franz von Werder | Heinrich Henkel | Graf Julius von Bose | August Albrecht | Otto von Bismarck | George André Lenoir | Gustav Adolf Hupfeld | Eduard von Magdeburg | Friedrich Endemann | Karl Pfeiffer | Josias von Heeringen | Paul von Hindenburg | Georg Seidler | Theodor Schröder | Wilhelm Kniest | Sara Nußbaum | Georg-August Zinn | August Bode | Georg Häring | Rudolf Freidhof | Fritz Catta | Willi Seidel | Karl Branner | Rolf Lucas | Elisabeth Selbert | Christine Brückner | Holger Börner | Max Danz | Richard Wurbs | Jochen Lengemann | Hans Krollmann