Hornissen

Aus Regiowiki
Version vom 16. August 2007, 10:21 Uhr von Nicole (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hornissen

Hornissen zählen zu den meist gefüchteten Insekten, ihr Stich ist jedoch harmloser als der von Wespen


Beim Anblick sich nähernder, wie Käfer brummender Hornissen geraten die meisten Menschen in Panik. Drei der Großwespen sollen mit ihren Stichen einen Menschen töten können, sieben ein ausgewachsenes Pferd.

Das trifft natürlich so nicht zu. Auch wenn der Stich der Hornisse außerordentlich schmerzhaft ist und eine große Beule hinterlässt, ist das Gift harmloser als das der Wespen. Trotzdem sollte man sich den lampiongroßen, gelbbraunen Hornissennestern freiwillig nicht allzu dicht nähern. Denn die Allergiker unter uns - man schätzt ihre Zahl auf über drei Prozent der Bevölkerung - sind lebensgefährlich bedroht. Und viele Menschen wissen noch nicht einmal, dass sie allergisch auf Wespenstiche reagieren.

Auch Vogelschutzwarten empfahlen Bekämpfung

Hornissen bevorzugen als Lebensraum junge Laubholzbestände, aber auch Altholzinseln oder waldnah gelegene Naturgärten. Die staatenbildenden Großwespen nisten in hohlen Bäumen, Holzstubben, alten Gemäuern und sogar Vogelnistkästen.

Vor 25 Jahren waren Hornissen nahezu bis auf den letzten Stachel ausgerottet. Forstleute verfolgten sie, um so nachhaltige Schäden an jungen Eichen und Eschen zu verhindern. Um an den Saft der Pflanzen zu gelangen, zerstören die Hornissen nämlich ringförmig deren Rinde.

Selbst staatliche Vogelschutzwarten empfahlen vor 50 Jahren bundesweit, sich in Nistkästen ansiedelnde Hornissen zu bekämpfen - durch Verschließen des Flugloches mit Wagenschmiere oder Abbrennen eines Schwefelfadens. Imker fürchteten um das Leben ihrer Honigspender durch die gefräßigen Raubinsekten. In Südfrankreich bedrohen derzeit besonders aggressive chinesische Riesenhornissen, die 2005 auf dem Seeweg eingeschleppt wurden, die Bienenbestände der dort ansässigen Imker.

In Deutschland seit 20 Jahren unter Schutz gestellt

Ein Hornissenvolk umfasst durchschnittlich 500 Artgenossen. Bis auf die befruchteten Jungköniginnen sterben sie aber alle im Herbst ab.

Seit 20 Jahren sind Hornissen hierzulande nunmehr schon durch die Bundesartenschutzverordnung unter besonderen Schutz gestellt. Hornissenschützer entwickelten nach dem Vorbild natürlicher Spechthöhlen Nistkästen für die Großwespen - wie beispielsweise den „Mündener Hornissenkasten“.

Die Bauanleitung dafür findet man im Internet unter www.hornissenschutz.de/nistkast.htm.

Von Manfred Bogumil