Hohenzollernviertel: Unterschied zwischen den Versionen

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Heute bekannt als "[[Vorderer Westen]]", hat das Hohenzollernviertel seinen Namen von der ehem. Hohenzollernstraße, der heutigen Friedrich-Ebert-Straße.
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Heute bekannt als "[[Vorderer Westen]]", erhielt das Hohenzollernviertel in [[Kassel]] seinen Namen von der ehem. Hohenzollernstraße, der heutigen [[Friedrich-Ebert-Straße]].
  
Es waren die „feinen Leute“, die seit den achtziger Jahren des [[19. Jahrhunderts]] im Hohenzollernviertel, dem heutigen Vorderen Westen, wohnten. Einige waren der Enge der [[Altstadt]] entflohen, andere investierten hier Teile ihres Vermögens, um in repräsentativen, im Stil der Gründerzeit errichteten Gebäuden in angenehmer Umgebung unter ihresgleichen zu leben.
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== Geschichte ==
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Es waren die „feinen Leute“, die seit den achtziger Jahren des [[19. Jahrhunderts]] im Hohenzollernviertel wohnten. Einige waren der Enge der [[Altstadt]] entflohen, andere investierten hier Teile ihres Vermögens, um in repräsentativen, im Stil der Gründerzeit errichteten Gebäuden in angenehmer Umgebung unter ihresgleichen zu leben.
  
Hier gab es wenig Gewerbe, schon gar keine Industrie – man wohnte ungestört in großen, hellen Wohnungen. Möglich gemacht hatte das der Kasseler Unternehmer [[Sigmund Aschrott]], der landwirtschaftlich genutzte Flächen der Wehlheider Landwirte im Westen der Stadt erworben hatte, um sie für die Bebauung zu erschließen. Aschrott hatte seinerzeit verfügt, dass auf den von ihm verkauften Grundstücken keine Gewerbe betrieben werden dürfen, von denen "Lärm, Dampf oder übler Geruch ausgeht". Diese Verfügung ist Bestandteil der Grundbucheintragungen bis heute (2010).
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Im Hohenzollernviertel gab es wenig Gewerbe oder Industrie – seine Bewohner lebten ungestört in großen, hellen Wohnungen. Möglich gemacht hatte das der Kasseler Unternehmer [[Sigmund Aschrott]], der landwirtschaftlich genutzte Flächen der [[Wehlheide]]r Landwirte im Westen der Stadt erworben hatte, um sie für die Bebauung zu erschließen. Aschrott hatte seinerzeit verfügt, dass auf den von ihm verkauften Grundstücken keine Gewerbe betrieben werden dürfen, von denen "Lärm, Dampf oder übler Geruch ausgeht". Diese Verfügung ist Bestandteil der Grundbucheintragungen bis heute (2010).
  
Obwohl auch dieses Stadtviertel von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges  nicht ganz verschont blieb, hat es sich seinen Charme erhalten. Es ist noch immer geprägt von jener großzügigen Architektur, die von jeher schon die Menschen anzog. Noch heute gilt der Vordere Westen als bevorzugte Wohngegend.
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1875 wurde an der ehemaligen Hohenzollernstraße - an der heutigen [[Samuel-Beckett-Anlage]] - eine neue Kaserne für das [[83. Regiment]] gebaut. Eine Gedenktafel für das Regiment, die 1930 enthüllt wurde, befindet sich in der Treppenanlage in der Verlängerung der [[Bodelschwinghstraße]].<ref>[http://www.vorderer-westen.net/164/ Aus dem Portal www.vorderer Westen.net "Den 83ern"]</ref>
  
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Obwohl auch dieses Stadtviertel von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges nicht ganz verschont blieb, hat es sich seinen Charme erhalten. Es ist noch immer geprägt von großzügigen Architektur der Gründerzeit. Noch heute gilt der Vordere Westen als bevorzugte Wohngegend.
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== Siehe auch ==
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* [[Vorderer Westen]]
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* [[Sigmund Aschrott]]
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* [[Samuel-Beckett-Anlage]]
 
== Quelle ==
 
== Quelle ==
 
* Uwe Feldner: Stadt-LEXIKON - (Fast) alles über KASSEL, erschienen im [[Herkules Verlag]]
 
* Uwe Feldner: Stadt-LEXIKON - (Fast) alles über KASSEL, erschienen im [[Herkules Verlag]]
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* Stadtteilportal Vorderer Westen
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== Zum Weiterlesen==
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* Baetz: Aufzeichnungen über den Geheimen Kommerzienrat Sigmund Aschrott (1826 - 1915) und dessen Bedeutung für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung von Kassel (Kassel, 1952)
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* Demme, Roland: Der jüdische Kaufmann, Verleger und Stadtplaner Sigmund Aschrott - eine Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts. Handlungsraum Hohenzollernviertel - Ausdruck einer epochal beachtlichen Raumgestaltung. Kassel 2006
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* Siemon, Rolf: Der „Vordere Westen“ von Kassel. Die Entwicklung eines gehobenen Wohngebietes seit dem 19. Jahrhundert (Göttingen, 1988)
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* Werkstatt Geschichte an der Albert-Schweitzer-Schule; Vom Markt zum Bebelplatz (Kassel, 2001)
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* Werkstatt Geschichte an der Albert-Schweitzer-Schule; Vom Hohenzollernviertel zum Vorderen Westen - Straßennamen, Geschichte und „Geschichtspolitik“ (Kassel, 2005)
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*  Werkstatt Geschichte an der Albert-Schweitzer-Schule; Plätze im Vorderen Westen. Geschichte(n) eines Kasseler Stadtteils (Kassel, 2010)
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* Wiegand, Thomas: Kulturdenkmäler in Hessen: Stadt Kassel II. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Wiesbaden, 2005)
  
 
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Version vom 14. November 2013, 11:18 Uhr

Heute bekannt als "Vorderer Westen", erhielt das Hohenzollernviertel in Kassel seinen Namen von der ehem. Hohenzollernstraße, der heutigen Friedrich-Ebert-Straße.

Geschichte

Es waren die „feinen Leute“, die seit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts im Hohenzollernviertel wohnten. Einige waren der Enge der Altstadt entflohen, andere investierten hier Teile ihres Vermögens, um in repräsentativen, im Stil der Gründerzeit errichteten Gebäuden in angenehmer Umgebung unter ihresgleichen zu leben.

Im Hohenzollernviertel gab es wenig Gewerbe oder Industrie – seine Bewohner lebten ungestört in großen, hellen Wohnungen. Möglich gemacht hatte das der Kasseler Unternehmer Sigmund Aschrott, der landwirtschaftlich genutzte Flächen der Wehlheider Landwirte im Westen der Stadt erworben hatte, um sie für die Bebauung zu erschließen. Aschrott hatte seinerzeit verfügt, dass auf den von ihm verkauften Grundstücken keine Gewerbe betrieben werden dürfen, von denen "Lärm, Dampf oder übler Geruch ausgeht". Diese Verfügung ist Bestandteil der Grundbucheintragungen bis heute (2010).

1875 wurde an der ehemaligen Hohenzollernstraße - an der heutigen Samuel-Beckett-Anlage - eine neue Kaserne für das 83. Regiment gebaut. Eine Gedenktafel für das Regiment, die 1930 enthüllt wurde, befindet sich in der Treppenanlage in der Verlängerung der Bodelschwinghstraße.[1]


Heute

Obwohl auch dieses Stadtviertel von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges nicht ganz verschont blieb, hat es sich seinen Charme erhalten. Es ist noch immer geprägt von großzügigen Architektur der Gründerzeit. Noch heute gilt der Vordere Westen als bevorzugte Wohngegend.

Siehe auch

Quelle

  • Uwe Feldner: Stadt-LEXIKON - (Fast) alles über KASSEL, erschienen im Herkules Verlag
  • Stadtteilportal Vorderer Westen

Zum Weiterlesen

  • Baetz: Aufzeichnungen über den Geheimen Kommerzienrat Sigmund Aschrott (1826 - 1915) und dessen Bedeutung für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung von Kassel (Kassel, 1952)
  • Demme, Roland: Der jüdische Kaufmann, Verleger und Stadtplaner Sigmund Aschrott - eine Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts. Handlungsraum Hohenzollernviertel - Ausdruck einer epochal beachtlichen Raumgestaltung. Kassel 2006
  • Siemon, Rolf: Der „Vordere Westen“ von Kassel. Die Entwicklung eines gehobenen Wohngebietes seit dem 19. Jahrhundert (Göttingen, 1988)
  • Werkstatt Geschichte an der Albert-Schweitzer-Schule; Vom Markt zum Bebelplatz (Kassel, 2001)
  • Werkstatt Geschichte an der Albert-Schweitzer-Schule; Vom Hohenzollernviertel zum Vorderen Westen - Straßennamen, Geschichte und „Geschichtspolitik“ (Kassel, 2005)
  • Werkstatt Geschichte an der Albert-Schweitzer-Schule; Plätze im Vorderen Westen. Geschichte(n) eines Kasseler Stadtteils (Kassel, 2010)
  • Wiegand, Thomas: Kulturdenkmäler in Hessen: Stadt Kassel II. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Wiesbaden, 2005)
  • Aus dem Portal www.vorderer Westen.net "Den 83ern"