Hessische Sportjugend

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Natur-, Sport- und Erlebniscamp

Das Natur-, Sport- und Erlebniscamp der Hessischen Sportjugend liegt bei Vöhl-Herzhausen direkt am Edersee.

Seinen Anfang hatte das Camp der Landessportjugend Hessen in dem schmalen Breitenbachtal bei Harbshausen 1958 mit einem Zeltlager. Das neue Camp wurde im Juni eröffnet und ist ein in seiner Art einziges Projekt der Sportjugend Hessen. Ein Abenteuerplatz für 128 Gäste. 16 Kanzelhütten mit je acht Schlafplätzen gibt es. Wer es abenteuerlicher mag, kann in einer der drei Baumhütten übernachten. Rezeption, Speise- und Gruppenräume sowie eine große Tanz- und Aktionsfläche, eine Indoor-Kletteranlage gibt es im Haupthaus. Man kann sich sportlich betätigen bei In- und Outdoor-Kletterangeboten, auf einem Seilparcours, einem Sportplatz für Ballsportarten und einem Beach-Volleyball-Platz. Der Edersee bietet Wassersportmöglichkeiten, wie Schwimmen oder Kanufahren.

Übernachtung mit Vollpension kostet 22 Euro. Infos unter: 0 56 35/99 26 14.

Eine Nacht im Erlebniscamp der Sportjugend

Der Morgennebel liegt noch über dem Edersee und den Hängen. Noch gibt er das Sport-, Natur- und Erlebniscamp nicht frei. Und noch ist es ganz still. Die meisten Gäste liegen noch in ihren Betten. Das Lagerfeuer ist längst erloschen und auf den in den Naturwerkstätten gespannten Seilen hängen T-Shirts. „Edersee-Camp - wir waren dabei“, steht auf einem von ihnen in bunten Farben geschrieben. Darunter die Unterschriften der Teilnehmer - genauso bunt. Egal ob es Kinder oder Erwachsene sind, denen sie gehören, schon die Art, wie sie ihre Erinnerungs-Shirts bemalt haben lässt vermuten, dass sie gerne hier sind und waren.

Gibt man einem Kind einen Stift in die Hand und lässt es ein Abenteuercamp malen, dann wird es auf dem bunten Bild ganz sicher Baumhäuser im Wald geben. Es wird Häuser geben, die aussehen, wie Indianer-Tipis und vielleicht auch Pfahlbauten. Es wird einen Lagerfeuerplatz geben und es könnten abenteuerliche Spielgeräte wie eine Seilbahn, eine Wackelbrücke oder Erdhöhlen auf dem Bild zu sehen sein.

Erlebnis, Abenteuer, Spannung und Selbsterfahrung, das gibt es nicht nur für kleine Waldpiraten im Camp der Sportjugend Hessen in Harbshausen. Hier werden Sehnsüchte geweckt: Erinnerungen an Kindheitstage, die in Zeitlupe verrinnen. Und doch ist es viel mehr als Lagerfeuerromantik.

Wie ein kleines Dorf, still und urig und mit großer Gastfreundschaft ist das Camp, das direkt in einer Schlucht am Edersee zwischen Asel-Süd und Harbshausen liegt. Es kuschelt sich auf der einen Seite an den Nationalpark Kellerwald-Edersee mit seinem urigen Buchenwald und schmiegt sich auf der anderen Seite an den Edersee. Die Natur ist hier noch wild und gewaltig. Das überrascht viele Besucher zunächst. Vor allem nachts. Dann ist das Camp ganz ruhig und richtig dunkel. Keine Stadtlichter, die den Himmel erhellen - nur das Mondlicht. „Das ist für viele erstmal ungewohnt. Manche haben damit ein Problem“, sagt Campleiterin Ute Sauer. Doch nach ein bis zwei Nächten haben sich die meisten daran gewöhnt. „Man lernt hier wieder die Natur zu genießen“, sagt Ute Sauer und sie hat damit Recht.

Wer glaubt, im Camp ein fertiges Abenteuerprogramm vorgesetzt zu bekommen, muss seinen inneren Film neu drehen. Denn ein Vergnügungsspark mit Achterbahn und Wildwasserbahn ist das Camp nicht. Und doch ist der Abenteuerfaktor mindestens genauso hoch. Man muss allerdings selbst etwas dafür tun: „Wir geben die Möglichkeit sich im Einklang mit der Natur zu entdecken und auszuprobieren“, sagt die Campleiterin. Fertigkost und Massenabfertigung gibt es hier nicht. „Man muss sich mit sich auseinandersetzen.“

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum das Camp so manche Glücksmomente beschert und zwar längst nicht nur für Kinder: Beim Wandern und beim Entdecken der in den Wald und an den Hang gebauten Anlage probieren sich Mitglieder von Sportvereinen ebenso aus wie Familien, Schulklassen, Büroangestellte und Manager.

Während sich die ersten Gäste langsam aus ihren Betten räkeln, hebt sich der Morgennebel und gibt den Blick auf die Häuser, das Hauptgebäude mit seinen Seminarräumen und dem Speisesaal - der wie eine gemütliche Szenekneipe wirkt - den Wald, den Sportplatz und den Edersee frei.

Erstaunt darüber, dass die Welt so betörend langsam sein kann, so aufregend und entspannend in einem sonst schnellen Leben, beginnt ein neuer, abenteuerlicher Tag im Camp - wie gemalt von Kinderhand.

Quelle: Artikel aus der HNA Waldeckische Allgemeine vom 27.8.2006