Heinfried Horsel: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 21. Januar 2012, 09:34 Uhr

Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel. Foto: Klaus Jungheim (Copyright: HNA)

Vordenker und Spielmacher

Heinfried Horsel vor zehn Jahren zum Battenberger Bürgermeister gewählt - Im Ederbergland heimisch

Es passierte spontan im Urlaub vor fünf Jahren. Heinfried Horsel stand vor dem Badezimmer-Spiegel eines italienischen Hotels: „Ich könnte mir doch mal den Schnäuzer abnehmen“, schoss es dem damals 43-Jährigen durch den Kopf. Ruckzuck war der markante Oberlippenbart abrasiert. Ihm gefiel‘s - und den Frauen auch. Seinen drei Frauen, wohlgemerkt: Ehefrau Ingeborg und die Töchter Lisa-Marie und Nadine sagten „Okay“ zu dem für sie plötzlich völlig neuen Gesicht.

So ist‘s bis heute. Genauso, wie sie exakt vor zehn Jahren die Entscheidung mitgetragen haben und auch weiter mittragen, dass der Ehemann und Vater Bürgermeister von Battenberg wurde. Am 16. Juni 1996 setzte sich der Parteilose gegen zwei weitere Mitbewerber im ersten Wahlgang durch. Horsel wurde Nachfolger von Lutz Klein (CDU), der heute Regierungspräsident ist.

Dies wirbelte das Familienleben gehörig durcheinander. „Für uns alle war es eine große Umstellung“, erinnert sich Horsel an die Anfangszeit. Immerhin zog die Familie aus dem hohen Norden, aus Bad Arolsen, hinunter ins südwestliche Battenberg. Diese Region war für sie ein zugebundener Sack.

Aber: „Wir wurden von den Battenbergern mit offenen Armen aufgenommen“, dankt der Verwaltungschef. Sehr schnell fühlten sich die vier Horsels im Ederbergland heimisch. Sie sind richtige Battenberger geworden - auch wenn sie nicht vergessen haben, wo ihre Wiege stand.

Dass der Einstieg derart harmonisch gelang, hing nicht allein mit der Offenherzigkeit der Einwohner zusammen. Horsel betrieb von Anfang an eine offene Informationspolitik, und zwar für alle. Auch die politischen Gegner im Wahlkampf, CDU und SPD, erkannten seinerzeit sehr schnell, welch‘ guten Griff die Stadt mit der Wahl des parteilosen Kandidaten der Bürgerlisten/FDP gemacht hat.

Heinfried Horsel kam dabei seine frühere ehrenamtliche kommunalpolitische Tätigkeit im Waldecker Land zugute. Und, dass er eine gute Truppe im Battenberger Rathaus vorfand. Er wollte möglichst schnell auf eigenen Beinen stehen. Sich nicht in Abhängigkeiten begeben.

Neue Erfahrungen machen zu wollen, birgt - bei aller Vorsicht - auch die Möglichkeit von Fehlern in sich. „Ich bin schon das eine oder andere Mal ins Fettnäpfchen getreten“, gibt der 48-Jährige heute zu. „Aber daraus lernt man.“

Ein Reifeprozess setzte ein: So zurückhaltend, mitunter schüchtern und unsicher Horsel zu Beginn seiner Amtszeit auch wirkte, so zielgerichtet, selbstbewusst und wortgewandt tritt Horsel heute auf. Zum Polit-Revolverhelden mit populistischen Schnellschüssen ist der Bürgermeister der 5700-Einwohner-Stadt aber nicht geworden. Er arbeitet im stillen Kämmerlein, entwickelt - trotz spontaner Eigenschaften - akribisch mit Bedacht Ideen, die ausgereift der Diskussion in den gemeindlichen Gremien dienen.

Horsel versteht sich als Vordenker: „Ich will meinen Beitrag dazu leisten, Battenberg und die Region langfristig weiterzuentwickeln - als Erholungsgebiet, aber auch als Wirtschaftsstandort.“

Wesentliche Aufgaben in der Battenberger Stadtentwicklung finden sich derzeit zum Beispiel bei den Kindertagesstätten und den Feuerwehren sowie bei der Abwasserentsorgung. Eine solide Finanzausstattung erfordert ebenso Engagement und Kraft wie der Kampf gegen die Verödung der Ortskerne.

Der 48-Jährige vergisst dabei auch nicht die besondere Verantwortung, die Battenberg und der Nachbar Allendorf-Eder im gemeinsamen Mittelzentrum haben: „Diese Verpflichtung ist zugleich eine große Chance für alle.“

Horsel weiß, dass er allein nichts auf die Beine stellen kann. Dazu braucht er ein gut eingespieltes Team. Dies findet er bei seinen Mitarbeitern in der Stadtverwaltung. Die nötige Kondition für die oft anstrengende Arbeit des Verwaltungschefs holt er sich beim Laufen und Fahrrad fahren.

Um erfolgreich zu sein, muss man mannschaftsdienlich sein. Für Horsel kein Fremdwort und somit auch kein Problem. Dies hat er in seiner aktiven Zeit als Handballer gelernt. Jetzt ragt er aber heraus - als Spielmacher.

Klarer Sieg gleich in der ersten Runde

Die Wahl am 16. Juni 1996

Heinfried Horsel wurde vor zehn Jahren zum Battenberger Bürgermeister gewählt. Unterstützt wurde er von den Bürgerlisten und der FDP. Der Parteilose aus Bad Arolsen setzte sich am 16. Juni 1996 mit 61,84 Prozent der abgegebenen, gültigen Stimmen durch.

Seine Rivalen ließ er mit deutlichem Abstand hinter sich: Oliver Hoeppner (CDU) aus Liederbach am Taunus holte 21,28 Prozent, Detlef Höhl (SPD) aus dem brandenburgischen Finsterwalde 16,88 Prozent. Wahlbeteiligung: 67,49 Prozent.

Die Amtseinführung von Heinfried Horsel war am 11. Juli 1996, der erste Arbeitstag im Rathaus am 1. August 1996. Bei der Wiederwahl 2002 gab es keinen Gegenkandidaten.


Von Klaus Jungheim (HNA; 15.6.2006)