Hölkesches Haus: Unterschied zwischen den Versionen

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Als er die Galerie im Hölkeschen Haus 1984 eröffnete, hatte der Diplom-Pädagoge aus Göttingen eigentlich einen Antiquitätenhandel mit kleinem Cafébetrieb im Sinn. Doch das kehrte sich schnell um, die Gastronomie gewann die Oberhand. Die Gäste liebten das plüschige Ambiente zwischen weißem Tischtuch und Trödel. Lampen, Tische, Stühle und Schränke - alles antik oder zumindest alt und käuflich. Die Einrichtung im Schankraum, der gegenüberliegenden „Küche”, im Salon und den übrigen Räumen änderte sich ständig, aber nicht ihr Charakter. Auch die Musik – Jazz und Klassik von Stan Getz bis Bach – blieb gleich, allen Moden zum Trotz.
 
Als er die Galerie im Hölkeschen Haus 1984 eröffnete, hatte der Diplom-Pädagoge aus Göttingen eigentlich einen Antiquitätenhandel mit kleinem Cafébetrieb im Sinn. Doch das kehrte sich schnell um, die Gastronomie gewann die Oberhand. Die Gäste liebten das plüschige Ambiente zwischen weißem Tischtuch und Trödel. Lampen, Tische, Stühle und Schränke - alles antik oder zumindest alt und käuflich. Die Einrichtung im Schankraum, der gegenüberliegenden „Küche”, im Salon und den übrigen Räumen änderte sich ständig, aber nicht ihr Charakter. Auch die Musik – Jazz und Klassik von Stan Getz bis Bach – blieb gleich, allen Moden zum Trotz.
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[[Kategorie:Stadt Kassel]] [[Kategorie:Gastronomie und Nachtleben]]

Version vom 15. September 2006, 19:29 Uhr

Nach über 15 Jahren schloss die Galerie im Hölkeschen Haus im April 2000 ihre Pforten für immer. Damit ging eine Ära zu Ende.

Theaterfreunde kamen nach der Vorstellung, Juristen verbrachten hier ihre Mittagspause, Schüler ihre Freistunden. Kaufleute und Künstler, Beamte und Bohemiens, Studenten und Schauspieler – sie alle liebten die Atmosphäre des Hölkeschen Hauses. Das war Café, Kneipe und Antiquitätenladen in einem und zu seinen besten Zeiten der Treffpunkt in Kassel.

Auch Promis fühlten sich hier wohl. Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff, damals noch in Kassel, rauchte hier so manche Pfeife. Opernstar Joke Kramer rührte Nachtschwärmer zu später Stunde mit starker Stimme zu (Freuden-)Tränen. Selbst Franz Vranitzky, eilte in seiner Zeit als österreichischer Bundeskanzler eines Tages ins Hölkesche, um sich „ganz privat” von einem Ausstellungsbesuch in Kassel zu erholen.

Nach über 15 Jahren schloss die Galerie im Hölkeschen Haus im Jahr 2000 ihre Pforten. Die neuen Besitzer des denkmalgeschützten Hauses an der Friedrichsstraße sanierten das vom Verfall bedrohte Gebäude, in dem mittlerweile die Gastronomie Casa Colombiana eingezogen ist - mit einem anderen gastronomischen Konzept. Der scheidende Wirt Dieter Windel hatte stets auf Individualität gesetzt. Und „mit Rücksicht auf die vielen Schüler”, die bei ihm ein- und ausgingen, die Preise über Jahre stabil gehalten.

Dass für die neuen Betreiber ökonomische Erwägungen wichtig sind, hat für ihn auch ein Gutes: Das 1879 erbaute Wohn- und Geschäftshaus werde vor dem Verfall gerettet. Und das habe er schließlich immer gewollt. Windel scheute sich auch nicht vor juristischen Auseinandersetzungen mit den wechselnden Besitzern, „für die das Haus Spekulationsobjekt war”. Die Querelen hatten unter anderem für zwei Jahre den Entzug der Nachtkonzession zur Folge. Viele Gäste blieben aus, die beste Zeit war vorbei.

Als er die Galerie im Hölkeschen Haus 1984 eröffnete, hatte der Diplom-Pädagoge aus Göttingen eigentlich einen Antiquitätenhandel mit kleinem Cafébetrieb im Sinn. Doch das kehrte sich schnell um, die Gastronomie gewann die Oberhand. Die Gäste liebten das plüschige Ambiente zwischen weißem Tischtuch und Trödel. Lampen, Tische, Stühle und Schränke - alles antik oder zumindest alt und käuflich. Die Einrichtung im Schankraum, der gegenüberliegenden „Küche”, im Salon und den übrigen Räumen änderte sich ständig, aber nicht ihr Charakter. Auch die Musik – Jazz und Klassik von Stan Getz bis Bach – blieb gleich, allen Moden zum Trotz.