Grebenstein

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 193 - 249
Fläche: 49,85 qkm
Einwohner: ca. 6.100
Postleitzahl: 34393
Vorwahl: 05674
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
34393 Grebenstein
Website: www.stadt-grebenstein.de
Bürgermeister: Armin Kölling (SPD)

Grebenstein ist eine Stadt im Landkreis Kassel in Nordhessen mit mehr als 6.000 Einwohnern.

Stadtteile

Stadtparlament

Die Kommunalwahl am 26.4.2006 brachte für die Stadtverordnetenversammlung folgendes Ergebnis:

  • SPD: 57,2 % - 18 Sitze
  • CDU: 29,8 % - 9 Sitze
  • FDP: 12,8 % - 4 Sitze

Städtepartnerschaften

Grebenstein unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist insbesondere die historische Altstadt und die Stadtkirche, die Ruine der Burg aus dem 13. Jahrhundert und das Ackerbürgermuseum.

Geschichte

Der Ort lag im Mittelalter an der "Königsstraße", einer alten Handelsstrasse, die von der Fulda im Süden, über Grebenstein, Hombressen und Gottsbüren zur Weser führte. In einer Urkunde des Bischofs von Münster wird die Stadt im Jahre 1311 erwähnt, die im Verlaufe von etwa 300 Jahren aus einem Marktflecken entstanden war.

Bereits um das Jahr 1265 erbaute Graf Ludolph von Dassel auf einem Berg südlich der Stadt eine Burg, von der heute noch die Ruine erhalten ist.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt dann im Jahre 1311 als „noua municio“ Greuenstein. Der Besiedelung und Bebauung der Altstadt (Oberstadt) folgt im 14. Jahrhundert die Bebauung der Neustadt zwischen Altstadt und Burg. Offenbar zogen Bauern aus den umliegenden Dörfern wegen der andauernden Auseinandersetzungen um die nahegelegene Burg Haldessen hinzu. Die Burg stand im Besitz des Erzbistums Mainz und lag nahe der Grebensteiner Landwehr auf halbem Weg zwischen Carlsdorf und Udenhausen.

Am 1. Oktober 1370 zur Zeit der Herrschaft des Landgrafen Heinrich II. wurden Alt- und Neustadt dann unter einem Rat vereinigt und ein starker Mauerring um die Stadt angelegt. Die bis heute teilweise erhaltene Stadtmauer haben zeitweilig bis zu 13 Türme überragt.

Die Stadtkirche wurde bereits zwischen 1320 und 1340 als spätgotische Hallenkirche mit Kreuzrippengewölbe erbaut. Als letzter katholischer Pfarrer an dieser Kirche gilt Curdt Ansorge, dessen Amtszeit urkundlich vom 8. September 1498 bis zum 21. März 1519 belegt ist. Unter der Herrschaft von Landgraf Philipp I. von Hessen wurde die Landgrafschaft Hessen nach der Homberger Synode im Jahre 1521 protestantisch. Die heute evangelische Kirche in Grebenstein wurde als dreischiffige Hallenkirche konstruiert, mit einem Turm aus behauenen Quadersteinen, der als Wehrturm angelegt ist und erst nach einem verheerenden Brand im Jahre 1637 eine schiefergedeckte „welsche Haube“ erhielt. Bis heute erhalten geblieben sind zwei Sakramentshäuschen aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Feuersbrünste, Epidemien und Wasserfluten (von der Esse her) haben der Stadt in den nachfolgenden Jahrhunderten immer wieder geschadet. Die Unterstadt ist in unmittelbarer Nähe der Esse auf sumpfigen Grund entstanden. Hier wohnten überwiegend die ärmeren Leute, Hirten, Schäfer und Tagelöhner.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die eroberte Stadt geplündert und weit mehr als 200 Bürgerhäuser aber auch die Kirche, das Rathaus und die Schule wurden niedergebrannt. Hatte die Stadt bis zum Beginn des Dreißigjährigen Kriegs etwa 2000 Einwohner, waren es nach dem Ende des Kriegs noch etwa 600 Bewohner. Noch zu Beginn des Siebenjährigen Kriegs im Jahre 1756 liegen viele Brandstätten unbebaut.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Grebenstein einige Jahre als „Canton Grebenstein“ zum „District Kassel“ im Königreich Westphalen das mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, an der Spitze errichtet wurde. Nach dem Frieden von Tilsit im Jahre (1807) entstand aus dem ehemaligen Herzogtum Braunschweig, Kurhessen und vormals hannoverschen und preußischen Gebietsteilen das Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel.

Das ehemalige Königreich Westfalen

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Königreich Westfalen auf. Durch den Wiener Kongress 1814/ 1815 wurden die alten Regierungsstrukturen weitestgehend wiederhergestellt und Veränderungen aus der Zeit des Königreichs Westphalen abgeschafft, die unter anderem in der Einführung der Gewerbefreiheit und des Code Civil zum Ausdruck gekommen waren.

Unter Kurfürst Wilhelm II. und dessen Sohn Friedrich Wilhelm I. wurde ab 1844 im Kurfürstentum Hessen-Kassel mit dem Bau der Friedrich-Wilhelms–Nordbahn von Karlshafen über Kassel bis nach Bebra begonnen. Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war die erste kurhessische Eisenbahnstrecke. Der erste eröffnete Abschnitt war die Strecke Grebenstein–Hümme am 30. März 1848.

Elektrisches Licht erhielt die Stadt erst im Jahre 1914, wobei sich die Installation durch den Ersten Weltkrieg noch bis zum Jahresende verzögerte.

Nach der Machtergreifung Hitlers wurden auch in Grebenstein jüdische Bürger und politisch Andersdenkende verhaftet, nach Hofgeismar zum Verhör gebracht und dort oft schwer mißhandelt. Auch im übrigen Gau Kurhessen wurden Sozialdemokraten und Kommunisten von den neuen Machthabern verfolgt, besonders aber Juden. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Grebensteiner Synagoge innen verwüstet. Auf der Homepage des Stadtmuseums Hofgeismar sind die Namen (bei Ehefrauen auch die Geburtsnamen), das Geburtsjahr und das Deportationsziel von 453 jüdischen Opfern der Nazi-Zeit vermerkt, die aus den Städten und Gemeinden der früheren Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen stammen.

Der Zweite Weltkrieg endete für die Grebensteiner Bevölkerung im Jahre 1945 mit dem Einmarsch amerikanischer Soldaten, die von Schachten her weiter in Richtung Hofgeismar marschierten.

Der Anteil der katholischen Bevölkerung in dem bis dahin stark protestantisch geprägten Norden von Hessen stieg nach dem Zweiten Weltkrieg stark an, im ehemaligen Kreis Hofgeismar auf mehr als 22.000 Personen. Heimatvertriebene – zum Beispiel aus dem sog. Sudetenland – mit zumeist katholischer Konfession kamen im Kreisgebiet an und fanden hier auf Dauer eine neue Heimat. In den 1950-er Jahren entstanden zahlreiche neue katholische Gotteshäuser im ehemaligen Kreisgebiet, darunter auch die Kirchen in Immenhausen (1952) und Grebenstein (1955 - Kirche Hl. Geist).

Grebenstein gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst zu den Städten und Gemeinden im ehemaligen Kreis Hofgeismar, später im Zuge der hessischen Gebietsreform zum Landkreis Kassel. Durch die hessische Gebietsreform kam es am 01. Oktober 1970 auch zum Zusammenschluss von Grebenstein mit den umliegenden Dörfern Burguffeln, Schachten und Udenhausen.

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 102 ff.
Katholische Kirche Hl. Geist in Grebenstein

siehe auch

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

Ahnatal | Bad Emstal | Bad Karlshafen | Baunatal | Breuna | Calden | Espenau | Fuldabrück | Fuldatal | Grebenstein | Habichtswald | Helsa | Hofgeismar | Immenhausen | Kaufungen | Liebenau | Lohfelden | Naumburg | Nieste | Niestetal | Reinhardshagen | Schauenburg | Söhrewald | Trendelburg | Vellmar | Wesertal | Wolfhagen | Zierenberg