Glashütten im Reinhardswald: Unterschied zwischen den Versionen

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Schon seit vielen Jahrhunderten liefert der [[Reinhardswald]] wichtige Naturressourcen für den Menschen und bietet seit vielen Generationen nicht nur Holz, Nahrung und Wasser sondern auch auch Ton, Sand, Steine oder Braunkohle als Lebensgrundlage. An den Wald als Rohstofflieferanten und Wirtschaftsfaktor erinnern heute nicht nur zahlreiche erhaltene Fachwerkbauten in der Region, mit dem Holz aus dem Reinhardswald wurden auch Schiffe, Fässer, Möbel, Wagen oder Räder gefertigt. Und von etwa 60 mittelalterlichen und frühneuzeitlichen '''Waldglashütten im Reinhardswald''' ist die Rede.
 
Schon seit vielen Jahrhunderten liefert der [[Reinhardswald]] wichtige Naturressourcen für den Menschen und bietet seit vielen Generationen nicht nur Holz, Nahrung und Wasser sondern auch auch Ton, Sand, Steine oder Braunkohle als Lebensgrundlage. An den Wald als Rohstofflieferanten und Wirtschaftsfaktor erinnern heute nicht nur zahlreiche erhaltene Fachwerkbauten in der Region, mit dem Holz aus dem Reinhardswald wurden auch Schiffe, Fässer, Möbel, Wagen oder Räder gefertigt. Und von etwa 60 mittelalterlichen und frühneuzeitlichen '''Waldglashütten im Reinhardswald''' ist die Rede.
  
Urkundlich belegt sind Waldglashütten in Hessen erstmals im Jahre 1443 im Reinhardswald. Im "Hüttengrund", einem Gebiet zwischen [[Gieselwerder]] und [[Gottstreu]], standen allerdings schon Glashütten, die ab dem 13. Jahrhundert nachgewiesen werden konnten. In der "Grünen Glashütte" wurden später - von 1774 bis 1801 - grüne Flaschen aber auch Fensterscheiben hergestellt.
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Urkundlich belegt sind Waldglashütten im [[Reinhardswald]] erstmals im Jahre 1443. Im "Hüttengrund", einem Gebiet zwischen [[Gieselwerder]] und [[Gottstreu]], standen allerdings schon Glashütten, die ab dem 13. Jahrhundert nachgewiesen werden konnten. In der "Grünen Glashütte" wurden später - von 1774 bis 1801 - grüne Flaschen aber auch Fensterscheiben hergestellt.
  
 
Die Glashütten waren autarke Wohn- und Produktionsstätten. Typischerweise gab es das Hauptgebäude mit einem oder mehreren Öfen, Wohn- und Schlafhäuser für den Meister und dessen Gesellen, einen Stall für das Vieh und einen Schuppen für Gerätschaften, Wagen, Material oder Glasware.
 
Die Glashütten waren autarke Wohn- und Produktionsstätten. Typischerweise gab es das Hauptgebäude mit einem oder mehreren Öfen, Wohn- und Schlafhäuser für den Meister und dessen Gesellen, einen Stall für das Vieh und einen Schuppen für Gerätschaften, Wagen, Material oder Glasware.

Version vom 6. April 2012, 17:49 Uhr

Schon seit vielen Jahrhunderten liefert der Reinhardswald wichtige Naturressourcen für den Menschen und bietet seit vielen Generationen nicht nur Holz, Nahrung und Wasser sondern auch auch Ton, Sand, Steine oder Braunkohle als Lebensgrundlage. An den Wald als Rohstofflieferanten und Wirtschaftsfaktor erinnern heute nicht nur zahlreiche erhaltene Fachwerkbauten in der Region, mit dem Holz aus dem Reinhardswald wurden auch Schiffe, Fässer, Möbel, Wagen oder Räder gefertigt. Und von etwa 60 mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Waldglashütten im Reinhardswald ist die Rede.

Urkundlich belegt sind Waldglashütten im Reinhardswald erstmals im Jahre 1443. Im "Hüttengrund", einem Gebiet zwischen Gieselwerder und Gottstreu, standen allerdings schon Glashütten, die ab dem 13. Jahrhundert nachgewiesen werden konnten. In der "Grünen Glashütte" wurden später - von 1774 bis 1801 - grüne Flaschen aber auch Fensterscheiben hergestellt.

Die Glashütten waren autarke Wohn- und Produktionsstätten. Typischerweise gab es das Hauptgebäude mit einem oder mehreren Öfen, Wohn- und Schlafhäuser für den Meister und dessen Gesellen, einen Stall für das Vieh und einen Schuppen für Gerätschaften, Wagen, Material oder Glasware.

Die Hüttengebäude entstanden in leichter Holzbauweise, die rasch in waldreichere Gebiet verlegt werden konnten, wenn alles Holz um sie herum verbraucht worden war. Die Glashütten konnten sich besonders dort gut etablieren, wo die Verfügbarkeit der nötigen Rohstoffe in ausreichender Menge vorhanden war. Ein weiterer Faktor war die unmittelbare Nähe zu den von Schiffen befahrbaren Flüssen, im Bereich des Reinhardswalds die Fulda und die Weser. Damit hatte das Glas einen sehr großes Absatzbereich.

Produktionsstätten in unmittelbarer Nähe der Weser standen nicht nur im "Hüttengrund" zwischen Gieselwerder und Gottstreu (s. o.). Auch in Gottstreu selbst wurde in der Zeit von 1710 bis 1722 - vor der Ansiedlung der Waldenser - in einer Spiegelglashütte an der Waldstraße Glas produziert.

Eine weitere Glashütte befand sich bereits im 16. Jahrhundert im alten Ortskern von Weißehütte und auf dem gegenüber liegenden Weserufer in dem Örtchen Glashütte.

Hergestellt wurden in den Waldglashütten u.a. Trinkgläser, Ringel- und Warzenbecher, Flaschen oder Fensterglas. Aufgrund des hohen Eisengehalts war die typische Farbe des Waldglases grün.

siehe auch