Evangelisches Predigerseminar Hofgeismar: Unterschied zwischen den Versionen

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'''125 Jahre Ev.  Predigerseminar  Hofgeismar:'''  ''Im Predigerseminar Hofgeismar treffen Sie auf eine  lange Tradition  der Ausbildung  zum Pfarrberuf. Am  5. Oktober  1891 wurde das  Predigerseminar gegründet. Es  entstand  an einem illustren  Ort, dem ehemaligen „Friedrichsbad“, erbaut im Jahr 1770 nach Entwürfen  des  Hofarchitekten  J.L. Splittorf. Sechs  „Kandidaten“, wie  die Vikare damals  hießen,  zogen am 6.  Oktober 1891  in das  Predigerseminar ein.  Praktische  Erfahrungen  sammelten sie nicht etwa in einer Vikariatsgemeinde.  Die  Ausbildung fand  allein  auf dem  Gelände des  Predigerseminars  statt.  Gottesdienste und Andachten  hielten die Vikare im  Kirchspiel  am  Gesundbrunnen  und im „Siechenhaus“,  dem  Vorläufer der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen. Auf  den Schulunterricht  bereiteten  sie  sich in  einer benachbarten Volksschule  vor.  Später wurde  das  duale  Ausbildungssystem eingeführt: Die  Kandidaten  sammelten praktische Erfahrungen in Gemeinde, Schule  und Diakonie an unterschiedlichen  Orten  überall in der Landeskirche. Zum  Ende  des  Vikariats  kamen die  Kandidaten zur Reflexion ihrer Praxiszeit  in  das  Predigerseminar.  Vom 1.  Mai  1959 an zogen endlich auch Vikarinnen  in  das  Haus  ein.  Seit  1969  ist das  Predigerseminar  zusätzlich der Ort  für die  Fortbildung  der Pfarrer und Pfarrerinnen der Evangelischen Kirche  von Kurhessen-Waldeck.  Inzwischen nehmen auch Kollegen  und  Kolleginnen  anderer  Landeskirchen  gelegentlich das  Fortbildungsangebot  in  Hofgeismar wahr.  Es  ist eine Besonderheit innerhalb  der EKD,  das  im  Predigerseminar Hofgeismar Ausbildung und Fortbildung an  einem  Ort und im  gegenseitigen Austausch  organisiert und  weiter entwickelt werden. Seit dem  Jahr 2004  ist  auch  die Aus-  und Fortbildung der Prädikanten und Prädikantinnen am Predigerseminar angesiedelt. Als  im  Jahr 2008 die  Arbeitsstelle  Gottesdienst neu entstand, fiel  die  Wahl  für den Standort  ebenfalls  auf das  Predigerseminar in  Hofgeismar.  Die  Zukunft des  Predigerseminars  liegt bei  einem  integralen Konzept der Aus-  und Fortbildung im  Dienst der Kommunikation  des  Evangeliums.'' <ref>Text aus dem Veranstaltungsprogramm 2016 des [[Ecomuseum Reinhardswald|ECOMUSEUMs REINHARDSWALD - EIN MUSEUM WEITGEHEND IM FREIEN]]</ref>.
 
'''125 Jahre Ev.  Predigerseminar  Hofgeismar:'''  ''Im Predigerseminar Hofgeismar treffen Sie auf eine  lange Tradition  der Ausbildung  zum Pfarrberuf. Am  5. Oktober  1891 wurde das  Predigerseminar gegründet. Es  entstand  an einem illustren  Ort, dem ehemaligen „Friedrichsbad“, erbaut im Jahr 1770 nach Entwürfen  des  Hofarchitekten  J.L. Splittorf. Sechs  „Kandidaten“, wie  die Vikare damals  hießen,  zogen am 6.  Oktober 1891  in das  Predigerseminar ein.  Praktische  Erfahrungen  sammelten sie nicht etwa in einer Vikariatsgemeinde.  Die  Ausbildung fand  allein  auf dem  Gelände des  Predigerseminars  statt.  Gottesdienste und Andachten  hielten die Vikare im  Kirchspiel  am  Gesundbrunnen  und im „Siechenhaus“,  dem  Vorläufer der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen. Auf  den Schulunterricht  bereiteten  sie  sich in  einer benachbarten Volksschule  vor.  Später wurde  das  duale  Ausbildungssystem eingeführt: Die  Kandidaten  sammelten praktische Erfahrungen in Gemeinde, Schule  und Diakonie an unterschiedlichen  Orten  überall in der Landeskirche. Zum  Ende  des  Vikariats  kamen die  Kandidaten zur Reflexion ihrer Praxiszeit  in  das  Predigerseminar.  Vom 1.  Mai  1959 an zogen endlich auch Vikarinnen  in  das  Haus  ein.  Seit  1969  ist das  Predigerseminar  zusätzlich der Ort  für die  Fortbildung  der Pfarrer und Pfarrerinnen der Evangelischen Kirche  von Kurhessen-Waldeck.  Inzwischen nehmen auch Kollegen  und  Kolleginnen  anderer  Landeskirchen  gelegentlich das  Fortbildungsangebot  in  Hofgeismar wahr.  Es  ist eine Besonderheit innerhalb  der EKD,  das  im  Predigerseminar Hofgeismar Ausbildung und Fortbildung an  einem  Ort und im  gegenseitigen Austausch  organisiert und  weiter entwickelt werden. Seit dem  Jahr 2004  ist  auch  die Aus-  und Fortbildung der Prädikanten und Prädikantinnen am Predigerseminar angesiedelt. Als  im  Jahr 2008 die  Arbeitsstelle  Gottesdienst neu entstand, fiel  die  Wahl  für den Standort  ebenfalls  auf das  Predigerseminar in  Hofgeismar.  Die  Zukunft des  Predigerseminars  liegt bei  einem  integralen Konzept der Aus-  und Fortbildung im  Dienst der Kommunikation  des  Evangeliums.'' <ref>Text aus dem Veranstaltungsprogramm 2016 des [[Ecomuseum Reinhardswald|ECOMUSEUMs REINHARDSWALD - EIN MUSEUM WEITGEHEND IM FREIEN]]</ref>.
  
Erster Studiendirektor war [[Albert Klingender]], auf dessen Betreiben am 1. Oktober 1892 auch ein Kirchspiel Gesundbrunnen eingerichtet wurde, zu dem zusätzlich die Dörfer [[Carlsdorf]] und [[Schöneberg]] sowie zahlreiche Mühlen und Einzelhöfe gehörten. Am 4. November 1897 wurde der Sandsteinbau der Gesundbrunnenkirche eingeweiht.
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Erster Studiendirektor war [[Albert Klingender]] (* 29.7.1853 Rinteln, † 9.3.1924 Kassel, späterer Superintendent in Kassel), auf dessen Betreiben am 1. Oktober 1892 auch ein Kirchspiel Gesundbrunnen eingerichtet wurde, zu dem zusätzlich die Dörfer [[Carlsdorf]] und [[Schöneberg]] sowie zahlreiche Mühlen und Einzelhöfe gehörten. Am 4. November 1897 wurde der Sandsteinbau der Gesundbrunnenkirche eingeweiht.
  
Während das ehemalige "Friedrichsbad" heute das Evangelische Predigerseminar beherbergt, ist im Nachbargebäude des ehemaligen "Wilhelmsbad" das Gästehaus der Evangelische Tagungsstätte Hofgeismar (Gesundbrunnen 8) untergebracht.  
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Während das ehemalige "Friedrichsbad" heute das Evangelische Predigerseminar beherbergt, ist im Nachbargebäude des ehemaligen "Wilhelmsbad" das Gästehaus der Evangelische Tagungsstätte Hofgeismar (Gesundbrunnen 8) untergebracht.
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==

Aktuelle Version vom 12. April 2016, 21:55 Uhr

Predigerseminar in Hofgeismar
Brunnentempel und Predigerseminar

Das Evangelische Predigerseminar in Hofgeismar ist ein Tagungsort in Hofgeismar. Zu einem wesentlichen Teil dient er der Aus- und Fortbildung von Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Sitz ist das ehemalige „Friedrichsbad“, ein barockes Gebäude, das zur Zeit des Landgrafen Friedrich II. am historischen „Gesundbrunnen“ errichtet wurde. 1764 vom Landgraf in Auftrag gegeben, wurde es 1770 eingeweiht.

Seit 1891 wird das Friedrichsbad für die Pfarreraus- und -fortbildung genutzt. Im Jahr 2006 erfolgte eine grundlegene Sanierung des Gebäudes und es entstand ein modernes Tagungshaus.

Geschichte

"Wilhelmsbad" - heute Gästehaus

125 Jahre Ev. Predigerseminar Hofgeismar: Im Predigerseminar Hofgeismar treffen Sie auf eine lange Tradition der Ausbildung zum Pfarrberuf. Am 5. Oktober 1891 wurde das Predigerseminar gegründet. Es entstand an einem illustren Ort, dem ehemaligen „Friedrichsbad“, erbaut im Jahr 1770 nach Entwürfen des Hofarchitekten J.L. Splittorf. Sechs „Kandidaten“, wie die Vikare damals hießen, zogen am 6. Oktober 1891 in das Predigerseminar ein. Praktische Erfahrungen sammelten sie nicht etwa in einer Vikariatsgemeinde. Die Ausbildung fand allein auf dem Gelände des Predigerseminars statt. Gottesdienste und Andachten hielten die Vikare im Kirchspiel am Gesundbrunnen und im „Siechenhaus“, dem Vorläufer der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen. Auf den Schulunterricht bereiteten sie sich in einer benachbarten Volksschule vor. Später wurde das duale Ausbildungssystem eingeführt: Die Kandidaten sammelten praktische Erfahrungen in Gemeinde, Schule und Diakonie an unterschiedlichen Orten überall in der Landeskirche. Zum Ende des Vikariats kamen die Kandidaten zur Reflexion ihrer Praxiszeit in das Predigerseminar. Vom 1. Mai 1959 an zogen endlich auch Vikarinnen in das Haus ein. Seit 1969 ist das Predigerseminar zusätzlich der Ort für die Fortbildung der Pfarrer und Pfarrerinnen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Inzwischen nehmen auch Kollegen und Kolleginnen anderer Landeskirchen gelegentlich das Fortbildungsangebot in Hofgeismar wahr. Es ist eine Besonderheit innerhalb der EKD, das im Predigerseminar Hofgeismar Ausbildung und Fortbildung an einem Ort und im gegenseitigen Austausch organisiert und weiter entwickelt werden. Seit dem Jahr 2004 ist auch die Aus- und Fortbildung der Prädikanten und Prädikantinnen am Predigerseminar angesiedelt. Als im Jahr 2008 die Arbeitsstelle Gottesdienst neu entstand, fiel die Wahl für den Standort ebenfalls auf das Predigerseminar in Hofgeismar. Die Zukunft des Predigerseminars liegt bei einem integralen Konzept der Aus- und Fortbildung im Dienst der Kommunikation des Evangeliums. [1].

Erster Studiendirektor war Albert Klingender (* 29.7.1853 Rinteln, † 9.3.1924 Kassel, späterer Superintendent in Kassel), auf dessen Betreiben am 1. Oktober 1892 auch ein Kirchspiel Gesundbrunnen eingerichtet wurde, zu dem zusätzlich die Dörfer Carlsdorf und Schöneberg sowie zahlreiche Mühlen und Einzelhöfe gehörten. Am 4. November 1897 wurde der Sandsteinbau der Gesundbrunnenkirche eingeweiht.

Während das ehemalige "Friedrichsbad" heute das Evangelische Predigerseminar beherbergt, ist im Nachbargebäude des ehemaligen "Wilhelmsbad" das Gästehaus der Evangelische Tagungsstätte Hofgeismar (Gesundbrunnen 8) untergebracht.

Literatur

  • Jochen Cornelius-Bundschuh, Das Predigerseminar Hofgeismar erstrahlt in neuem Glanz, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2009, S. 63 ff.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Text aus dem Veranstaltungsprogramm 2016 des ECOMUSEUMs REINHARDSWALD - EIN MUSEUM WEITGEHEND IM FREIEN

Weblinks