Eisvogel: Unterschied zwischen den Versionen

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Die standorttreuen Eisvögel überwintern überwiegend in ihren Brutrevieren. Nur die Jungvögel ziehen gelegentlich südwärts. In strengen Wintern beträgt die Verlustquote bis zu 70 Prozent. Sie wird aber durch die hohe Vermehrungsrate wieder ausgeglichen. Weitaus bedenklicher für den Eisvogel ist die Verschmutzung seiner Lebensräume. Die bunten Stoßtaucher brauchen saubere Fließ- und Stillgewässer mit einer Sicht von wenigstens 50 Zentimeter Tiefe, ausreichenden Randbewuchs, Steilufer zum Brüten und artenreiche Fischbestände. An der Werra könnte die beabsichtigte Erhöhung der Salzfracht das endgültige Aus für den unter besonderen Artenschutz gestellten „fliegenden Diamanten“ bedeuten.  
 
Die standorttreuen Eisvögel überwintern überwiegend in ihren Brutrevieren. Nur die Jungvögel ziehen gelegentlich südwärts. In strengen Wintern beträgt die Verlustquote bis zu 70 Prozent. Sie wird aber durch die hohe Vermehrungsrate wieder ausgeglichen. Weitaus bedenklicher für den Eisvogel ist die Verschmutzung seiner Lebensräume. Die bunten Stoßtaucher brauchen saubere Fließ- und Stillgewässer mit einer Sicht von wenigstens 50 Zentimeter Tiefe, ausreichenden Randbewuchs, Steilufer zum Brüten und artenreiche Fischbestände. An der Werra könnte die beabsichtigte Erhöhung der Salzfracht das endgültige Aus für den unter besonderen Artenschutz gestellten „fliegenden Diamanten“ bedeuten.  
 
Von Manfred Bogumil
 
Von Manfred Bogumil
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[[Kategorie: Serie: Abenteuer Wald]]

Version vom 1. August 2007, 10:03 Uhr

Fliegender Edelstein

Eisvogel vom Salzgehalt der Werra bedroht

Königsfischer an der Werra: Er ist immer auf der Lauer nach kleinen Fischen. Foto: Bogumil

Hann. Münden. Der kleine, knapp 25 Gramm schwere Eisvogel, auch Königsfischer oder fliegender Edelstein genannt, gehört zweifellos zu den schönsten und eindruckvollsten Vögeln unserer heimischen Gefilde. In Deutschland ist ihr Brutbestand auf 3300 Paare geschrumpft.

Die bevorzugten Lebensräume des Eisvogels sind Feuchtgebiete an Süßgewässern, wie Seen, Flüsse, Bäche und Teiche. So ungewöhnlich exotisch schillernd wie ihr Federkleid, so außergewöhnlich ist ihr Balz - und Brutverhalten. Der Eisvogel bringt seiner Auserwählten als Liebesbeweis kleine Fischchen, die das Weibchen wegen der sperrigen Schuppen kopfüber verspeist. Beobachtungen deuten darauf hin, dass der Eisvogel auch ein erfolgreicher Bigamist ist, der gleichzeitig zwei Partnerinnen bei der Aufzucht der Jungen hilft.

Eisvögel graben im April in senkrechte Uferabrisse 50 bis 100 Zentimeter lange Röhren an deren Enden in einer flachen Mulde sechs bis sieben weiße Eier zweimal im Jahr ausgebrütet werden.

Die standorttreuen Eisvögel überwintern überwiegend in ihren Brutrevieren. Nur die Jungvögel ziehen gelegentlich südwärts. In strengen Wintern beträgt die Verlustquote bis zu 70 Prozent. Sie wird aber durch die hohe Vermehrungsrate wieder ausgeglichen. Weitaus bedenklicher für den Eisvogel ist die Verschmutzung seiner Lebensräume. Die bunten Stoßtaucher brauchen saubere Fließ- und Stillgewässer mit einer Sicht von wenigstens 50 Zentimeter Tiefe, ausreichenden Randbewuchs, Steilufer zum Brüten und artenreiche Fischbestände. An der Werra könnte die beabsichtigte Erhöhung der Salzfracht das endgültige Aus für den unter besonderen Artenschutz gestellten „fliegenden Diamanten“ bedeuten. Von Manfred Bogumil