Dieter Vaupel

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Dr. Dieter Vaupel

Dieter Vaupel (* 2. April 1950 in Spangenberg) ist ein deutscher Pädagoge und Politologe. Er studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen Politik, Geografie und Erziehungswissenschaften und beendete das Studium mit dem Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Haupt- und Realschulen im Jahr 1972. Nach dem Zweiten Staatsexamen war er als Lehrer an verschiedenen Schulen in Nordhessen tätig.

Erstes Unterrichtsprojekt 1983

Im Jahr 1983 deckte er mit Schülern im Rahmen eines Unterrichtsprojektes die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslager-Außenkommandos Hessisch Lichtenau auf,knüpfte Kontakte zu Überlebenden, initiierte die Errichtung eines Gedenksteines auf dem ehemaligen Lagergelände und das Anlegen eines Gedenkweges durch die ehemalige Sprengstofffabrik Hessisch Lichtenau.

Promotion an der Gesamthochschule Kassel

Ab 1984 studierte er Politik und Geschichte an der Gesamthochschule Kassel und war seit 1986 dort als Pädagogischer Mitarbeiter im Fachbereich Erziehungswissenschaften tätig. 1990 promovierte er mit eine Fallstudie über Zwangsarbeit und Entschädigung zum Dr. rer. pol.

1990 bis 2017 Schulleitung

Von 1990 bis 2017 arbeitete Vaupel wieder an Schulen in Nordhessen in Schulleitungsfunktionen sowie in der Aus- und Fortbildung von Lehrern. Er entwickelte und erprobte ein Konzept zum Individualisierenden Lernen im Wochenplanunterricht in Sekundarstufenschulen. Vaupel widmete daneben einen Großteil seiner Arbeit der zeitgeschichtlichen und bildungsbezogenen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit.

Er organisierte Zeitzeugengespräche

So organisierte er jahrelang Zeitzeugengespräche mit Blanka Pudler und anderen Auschwitzüberlebenden insbesondere an Schulen. Außerdem engagierte er sich im Rahmen von Projektunterricht für die Verlegung von Stolpersteinen zur Erinnerung an ehemalige jüdische Bürger und recherchierte deren Schicksale.

Lehrbeauftragter Universität Kassel

Nachdem er als Direktor einer Gesamtschule der Drei-Burgen-Schule Felsberg 2017 in den Ruhestand ging, arbeitet Vaupel als Lehrbeauftragter im Bereich Geschichtsdidaktik an der Universität Kassel. 2018 veröffentlichte er nach dem Tod von Blanka Pudler eine Biografie als Unterrichtslektüre.

Vergessenen Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944

In jüngster Zeit arbeitete er biografisch über den bis dahin fast vergessenen Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 Egbert Hayessen und initiierte die Benennung eines Platzes in dessen ehemaligem Wohnort Gensungen nach ihm.

Paul-Dierichs-Preis 1985 für Dieter Vaupel

Für seine Erinnerungsarbeit und die Aufdeckung der Geschichte des Konzentrationslager-Außenkommandos Hessisch Lichtenau wurde Vaupel im Jahr 1985 mit dem Paul-Dierichs-Preis ausgezeichnet. Er erhielt den Preis aus den Händen von Hildegard Hamm-Brücher.

Veröffentlichungen von Dieter Vaupel

1984, 2. Aufl., ISBN 3-88122-211-1.


2019, 2. Auf., ISBN 978-3-8012-0530-0.



  • 01 Das Außenkommando Hessisch Lichtenau des Konzentrationslagers Buchenwald 1944/45. Kassel: Verlag Gesamthochschulbibliothek 1984, 2. Aufl., ISBN 3-88122-211-1.
  • 02 Spuren die nicht vergehen. Eine Studie über Zwangsarbeit und Entschädigung. Kassel: Verlag Gesamthochschulbibliothek 1990, ISBN 3-88122-592-7.
  • 03 Das Wochenplanbuch für die Sekundarstufe. Schritte zum selbstständigen Lernen. Weinheim und Basel: Beltz-Verlag, 3. Aufl. 1998, ISBN 3-407-62347-X.
  • 04 Individualisiertes Lernen in der Sekundarstufe. Mit Wochenplänen kompetenzorientiert unterrichten. Weinheim und Basel: Beltz-Verlag 2014, ISBN 978-3-407-62887-9.
  • 05 Auf einem fremden unbewohnbaren Planeten. Wie ein 15-jähriges Mädchen Auschwitz und Zwangsarbeit überlebte. Bonn: Dietz-Verlag, 2019, 2. Auf., ISBN 978-3-8012-0530-0.
  • 06 Egbert Hayessen. Erinnerungen an einen fast vergessenen Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 und seine Familie. Marburg: Schüren-Verlag 2019, ISBN 978-3-7410-0266-3.
  • 07 "Etwas Schaden ist wohl bei den meisten Juden eingetreten". Jüdisches Leben in Felsberg: Integration – Verfolgung – Erinnerung. Marburg: Schüren-Verlag 2020, ISBN 978-3-7410-0270-0-7
  • 08 Jechiel Ogdan und Dieter Vaupel: "Sie werden immer weniger!" Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Spangenberg. Berlin: Epubli 2019, 2. Aufl. ISBN 978-3-7485-0389-7.

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