Die Macht des Meeres

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Kolossalgemälde von Gustav Heinrich Eberlein im Rittersaal des Welfenschlosses


Spiel der Meerungeheuer


Von Bettina Wienecke

Im Welfenschloss befindet sich leicht versetzt zum Eingang des Städtischen Museums der Eingang zum Rittersaal. Dort hängt das Kolossalgemälde „Die Macht des Meeres“ von Gustav H. Eberlein (1847 bis 1926). Der in Spiekershausen geborene Bildhauer und Maler wäre kürzlich, wie berichtet, 160 Jahre alt geworden.

21 Quadratmeter Gemälde

Das drei mal sieben Meter große Ölgemälde war 1900 in der Großen Berliner Kunstausstellung zu sehen. Von 1905 bis mindestens 1937 hing es im Kirchensaal des ehemaligen Eberlein- und Altertümermuseums im Welfenschloss.

1982 wurde es mit zehn anderen Gemälden auf dem Dachboden des Schlosses wiedergefunden. Neun Gemälde wurden durch den Einsatz öffentlicher Mittel restauriert.

„Das Kolossalgemälde, das auf einer Baubohle falsch herum, das heißt mit der Farbschicht nach innen, gestaucht aufgewickelt und nahezu zerstört war, konnte mithilfe einer großzügigen Spende der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Münden durch den Restaurator Manfred Lausmann wieder hergestellt werden“, berichtet Prof. Rolf Grimm, der Vorsitzende der gemeinnützigen Gustav-Eberlein-Forschung.

Seit 1989 hängt das Bild im Rittersaal des Welfenschlosses. Die ineinander fließende Trilogie zeigt die Geburt, das Leben und den Tod wie auch das Werden, das Sein und das Vergehen sowie den Morgen, den Tag und die Nacht.

Prof. Dr. Erich Herzog, ehemaliger Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, urteilte wie folgt: „Das Erstaunliche an dem Maler Eberlein scheint mir zu sein, dass es sich bei den Gemälden nicht, wie man meinen könnte, um gemalte Skulpturen handelt, sondern um echte malerische Fantasie, die unabhängig von den Bildwerken des Künstlers bleibt. Auch als Maler hat Eberlein seine eigene Handschrift, seine eigene Farbwahl und seine eigene Ausdrucksweise gefunden. Das Bild gehört, wie die besten Skulpturen Eberleins, zweifellos zum kulturellen Erbe des deutschen Volkes.“

Prof. Dr. Karl Arndt, ehemaliger Leiter des Kunstgeschichtlichen Seminars der Georg-August-Universität Göttingen, schrieb an Prof. Grimm: „Gustav Eberlein - ein Könner ersten Ranges - ist ein hervorragender Repräsentant seiner Zeit“ und gratulierte zur Wiederherstellung des Bildes.

Prof. Grimm stellt ergänzend den Bezug zu der Skulptur Amor empfängt Venus im Olymp her, deren Gipsoriginal im Rittersaalfoyer steht. „Die Quelle meiner Künste ist die Heimatliebe und die Verbundenheit zu Münden“, soll Gustav Eberlein übrigens kurz vor seinem Tod gesagt haben.


Das Städtische Museum im Welfenschloss, Schlossplatz 5, in 34 346 Hann. Münden, Tel. 0 55 41 / 75 202, ist mittwochs bis freitags von 10 bis 12 und von 14.30 bis 17 Uhr (samstags bis 16 Uhr) geöffnet, sonntags von 10 bis 12.30 Uhr und nach Vereinbarung. Eintritt: 1,70 Euro für Erwachsene, Kinder ab sieben Jahre: ein Euro.

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