Calden: Unterschied zwischen den Versionen

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Funde aus der Jugsteinzeit belegen eine frühe Besiedlung in dem Gebiet um Calden.  
 
Funde aus der Jugsteinzeit belegen eine frühe Besiedlung in dem Gebiet um Calden.  
  
Urkundlich erwähnt wird das Dorf Calden im Jahre 1107 in einem Register des Klosters [[Helmarshausen]], das in Calden über Klosterbesitz verfügte. Erzbischof Konrad von Mainz erwarb etwa um diese Zeit ein Landgut, mit dem er das Adelsgeschlecht ''von Calden'' belehnte. Um das Jahr 1300 war Calden, ebenso wie etwa die Stadt [[Hofgeismar]], Teil des mainzischen Besitzes, der damals bis in das [[Diemel]]land reichte. Rundum war der Ort aber von landgräflich-hessischen Besitz umgeben, was immer wieder zu Fehden führte. Mehrfach wurde der Ort zur Deckung von Kriegskosten versetzt, 1462 dann an Hessen verpfändet und ging 1583 in den Besitz der hessischen Landgrafschaft über.  
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Urkundlich erwähnt wird das Dorf Calden im Jahre 1107 in einem Register des Klosters [[Helmarshausen]], das in Calden über Klosterbesitz verfügte. Erzbischof Konrad von Mainz erwarb etwa um diese Zeit ein Landgut, mit dem er das Adelsgeschlecht ''von Calden'' belehnte. Um das Jahr 1300 war Calden, ebenso wie etwa die Stadt [[Hofgeismar]], Teil des mainzischen Besitzes, der damals bis in das [[Diemel]]land reichte. Rundum war der Ort aber von landgräflich-hessischen Besitz umgeben, was immer wieder zu Fehden führte. Mehrfach wurde der Ort zur Deckung von Kriegskosten versetzt, 1462 dann an Hessen verpfändet und ging 1583 in den Besitz der hessischen Landgrafschaft über. Dort gehört es zum hessischen [[Grebenstein|Amt Grebenstein]].
  
 
Der markanteste Punkt in der Nähe des Ortes ist der [[Hoher Dörnberg|Dörnberg]] mit 579 m Höhe. Schon im Jahre 1634 führte von Calden der "Dörnbergisch weg" dorthin. Und der "burghweg" führte zur Wasserburg ''Amelgotzen'' (später ''Amelienthal'') - zeitweilig im Besitz der Herren von [[Schachten]], ab 1643 im Besitz der [[Landgräfin Amalie Elisabeth]] -, wo dann Mitte des 18. Jahrhunderts [[Schloss Wilhelmsthal]] entstand.
 
Der markanteste Punkt in der Nähe des Ortes ist der [[Hoher Dörnberg|Dörnberg]] mit 579 m Höhe. Schon im Jahre 1634 führte von Calden der "Dörnbergisch weg" dorthin. Und der "burghweg" führte zur Wasserburg ''Amelgotzen'' (später ''Amelienthal'') - zeitweilig im Besitz der Herren von [[Schachten]], ab 1643 im Besitz der [[Landgräfin Amalie Elisabeth]] -, wo dann Mitte des 18. Jahrhunderts [[Schloss Wilhelmsthal]] entstand.

Version vom 13. Juni 2007, 23:55 Uhr

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 200 - 239
Fläche: 54,84 qkm
Einwohner: ca. 7.850
Postleitzahl: 34377 - 34379
Vorwahl: 05674/ 05677
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Holländische Str. 35
34379 Calden
Website: www.calden.de
Bürgermeister: Andreas Dinges

Calden ist eine Gemeinde im Landkreis Kassel in Nordhessen mit etwa 7.900 Einwohnern. Sie liegt etwa 10 km nordwestlich von Kassel.

Ortsteile

Geschichte

Funde aus der Jugsteinzeit belegen eine frühe Besiedlung in dem Gebiet um Calden.

Urkundlich erwähnt wird das Dorf Calden im Jahre 1107 in einem Register des Klosters Helmarshausen, das in Calden über Klosterbesitz verfügte. Erzbischof Konrad von Mainz erwarb etwa um diese Zeit ein Landgut, mit dem er das Adelsgeschlecht von Calden belehnte. Um das Jahr 1300 war Calden, ebenso wie etwa die Stadt Hofgeismar, Teil des mainzischen Besitzes, der damals bis in das Diemelland reichte. Rundum war der Ort aber von landgräflich-hessischen Besitz umgeben, was immer wieder zu Fehden führte. Mehrfach wurde der Ort zur Deckung von Kriegskosten versetzt, 1462 dann an Hessen verpfändet und ging 1583 in den Besitz der hessischen Landgrafschaft über. Dort gehört es zum hessischen Amt Grebenstein.

Der markanteste Punkt in der Nähe des Ortes ist der Dörnberg mit 579 m Höhe. Schon im Jahre 1634 führte von Calden der "Dörnbergisch weg" dorthin. Und der "burghweg" führte zur Wasserburg Amelgotzen (später Amelienthal) - zeitweilig im Besitz der Herren von Schachten, ab 1643 im Besitz der Landgräfin Amalie Elisabeth -, wo dann Mitte des 18. Jahrhunderts Schloss Wilhelmsthal entstand.

Die evangelische Johanneskirche in Calden wurde in den Jahren 1845 – 1849 als spätklassizistischer Steinbau mit Frontturm errichtet.

Sehr viel jüngeren Datums ist die katholische Herz Jesu - Kirche. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Katholiken im ehemaligen Kreis Hofgeismar auf mehr als 22.000 Personen an. Heimatvertriebene – zum Beispiel aus dem sog. Sudetenland – mit zumeist katholischer Konfession kamen im Kreisgebiet an und fanden hier auf Dauer eine neue Heimat. In den 1950-er und 1960-er Jahren entstanden neue katholische Gotteshäuser in Immenhausen (1952) oder Grebenstein (1955), später auch in Ehrsten und Calden (beide 1961).

siehe auch: Geschichte von Calden und seinen Ortsteilen

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 68 ff.
  • Justus Schüler, Caldener Flurnamen, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1968, S. 21 ff.

Schloss Wilhelmsthal

Schloss Wilhelmsthal

Auf dem Gemeindegebiet von Calden liegt das Rokokoschloss Wilhelmsthal, das Mitte des 18. Jahrhunderts als Sommerresidenz für den Landgrafen Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel erbaut wurde und zu den bedeutensten Rokokoschlössern in Deutschland gehört. Den ursprünglichen Gutshof erwarb im Jahre 1643 die damalige Landgräfin Amalie Elisabeth. Nachdem zunächst ein Landsitz entstanden war, wurde unter Landgraf Wilhelm VIII. um 1743 mit dem Ausbau zu einem Schloss nach den Plänen von Francois de Cuvillies d. Ä. begonnen.

Über die etwa 9 km lange Rasenallee, die im Jahre 1797 für Kurfürst Wilhelm I. angelegt wurde, ist Schloss Wilhelmsthal mit Schloss Wilhelmshöhe in Kassel fast geradlinig verbunden.

siehe auch: * Schloss Wilhelmsthal

Flughafen Kassel-Calden

Ebenso gehört zum Gemeindegebiet der Regionalflughafen Kassel-Calden, ein Verkehrslandeplatz nordwestlich von Kassel mit einer 1.500 m langen Start- und Landebahn. Geplant ist der Ausbau zu einem Regionalflughafen mit einer 2500 m langen Start- und Langebahn.

siehe auch: * Flughafen Kassel-Calden

Politik

Sitzverteilung im Gemeinderat – Wahl 2006

CDU: 6 Sitze | SPD: 14 Sitze | Bürgerforum: 8 Sitze | FWG: 3 Sitze

(Ergebnis der Kommunalwahl vom 26. März 2006)

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

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