Bad Arolsen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Arolsen im Fürstentum Waldeck)
(Arolsen im Fürstentum Waldeck)
Zeile 70: Zeile 70:
 
Die Grundsteinlegung der Arolser Stadtkirche erfolgte am 16. August 1735, knapp 16 Jahre nach dem Erlass zur Stadtgründung von Arolsen durch [[Fürst Friedrich Anton Ulrich]] von Waldeck und Pyrmont, wobei neben einer Gold- und Silbermünze auch eine Bibel, Luthers Katechismus und die Waldecker Kirchenordnung von 1730 eingemauert wurden.  
 
Die Grundsteinlegung der Arolser Stadtkirche erfolgte am 16. August 1735, knapp 16 Jahre nach dem Erlass zur Stadtgründung von Arolsen durch [[Fürst Friedrich Anton Ulrich]] von Waldeck und Pyrmont, wobei neben einer Gold- und Silbermünze auch eine Bibel, Luthers Katechismus und die Waldecker Kirchenordnung von 1730 eingemauert wurden.  
  
Das Fürstentum Waldeck bestand aus zwei räumlich getrennten Teilen, der ehemaligen Grafschaft Waldeck (heute in [[Nordhessen]]) und der wesentlich kleineren Grafschaft [[Waldeck und Pyrmont|Pyrmont]] (heute in [[Südniedersachsen]]).
+
Das Fürstentum Waldeck bestand aus zwei räumlich getrennten Teilen, der ehemaligen Grafschaft Waldeck (heute in [[Nordhessen]]) und der wesentlich kleineren Grafschaft [[Waldeck und Pyrmont|Pyrmont]] (heute in [[Südniedersachsen]]). Arolsen war von 1655 bis [[1918]] Residenzstadt der Fürsten von [[Waldeck und Pyrmont]], danach bis zum Jahre [[1929]] Hauptstadt des [[Freistaat Waldeck|Freistaates Waldeck]], bevor auch dieser Bereich [[Preußen|preußisch]] wurde.
 
+
Arolsen war von 1655 bis [[1918]] Residenzstadt der Fürsten von [[Waldeck und Pyrmont]], danach bis zum Jahre [[1929]] Hauptstadt des [[Freistaat Waldeck|Freistaates Waldeck]], bevor auch dieser Bereich [[Preußen|preußisch]] wurde.
+
  
 
=== Schloss Arolsen ===
 
=== Schloss Arolsen ===

Version vom 1. Februar 2009, 20:53 Uhr

Bad Arolsen
Wappen Karte
Wappen von Arolsen
Deutschlandkarte, Position hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Geografische Lage:
Höhe: 286 m
Fläche: 126,32 qkm
Einwohner: 18.300
Bevölkerungsdichte: 144/ qkm
Postleitzahl: 34454
Vorwahl: 05691 und 05696
Kfz-Kennzeichen: KB
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 002
Adresse der
Stadtverwaltung:
Große Allee 26
Website: www.bad-arolsen.de
Politik
Bürgermeister: Jürgen van der Horst

Bad Arolsen ist eine Stadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen mit etwa 18.000 Einwohnern.

Die Stadt war von 1655 bis 1918 Residenzstadt der Fürsten von Waldeck und Pyrmont.

Arolser Stadtteile

Geographie

Bad Arolsen liegt im Norden des Landkreises Waldeck-Frankenberg an der Schnittstelle der Bundesstraßen 252 und 450.

Geschichte

Arolsen im Fürstentum Waldeck

Das Fürstentum Waldeck-Pyrmont war Mitgliedsland des Deutschen Bundes und danach ein Gliedstaat des Deutsches Reich und der Weimarer Republik. Residenz und Hauptstadt war zuerst das Schloss Waldeck an der Eder und ab 1655 Arolsen. Das in den Jahren 1713 - 1724 errichtete Barockschloss der Stadt war lange Zeit der Sitz der Fürsten von Waldeck-Pyrmont.

Die Grundsteinlegung der Arolser Stadtkirche erfolgte am 16. August 1735, knapp 16 Jahre nach dem Erlass zur Stadtgründung von Arolsen durch Fürst Friedrich Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont, wobei neben einer Gold- und Silbermünze auch eine Bibel, Luthers Katechismus und die Waldecker Kirchenordnung von 1730 eingemauert wurden.

Das Fürstentum Waldeck bestand aus zwei räumlich getrennten Teilen, der ehemaligen Grafschaft Waldeck (heute in Nordhessen) und der wesentlich kleineren Grafschaft Pyrmont (heute in Südniedersachsen). Arolsen war von 1655 bis 1918 Residenzstadt der Fürsten von Waldeck und Pyrmont, danach bis zum Jahre 1929 Hauptstadt des Freistaates Waldeck, bevor auch dieser Bereich preußisch wurde.

Schloss Arolsen

Schloss Arolsen

Ein Gang durch das Schloss der Stadt - mit Hofbibliothek, Ahnengalerie oder dem Rosa Salon - ist auch ein Gang durch die Geschichte und vornehmlich die Geschichte des Fürstentums Waldeck.

Das Schloss der Fürsten von Waldeck-Pyrmont in Arolsen wurde im barocken Baustil in den Jahren 1713 – 1728 nach den Plänen von Julius Ludwig Rothweil erbaut.

Das Schloss ging hervor aus dem ehemaligen Kloster Arolsen. Gepa von Itter hatte mit ihren Töchtern um das Jahr 1132 das Augustiner-Chorherren-Stift Arolsen gegründet. Im Verlauf der Reformation wurde das Kloster in den Jahren 1526 - 1530 säkularisiert und ging in den Besitz der Grafen von Waldeck über.

Nach dem Vorbild des Versailler Schlosses entstand in den Jahren 1710 bis 1728 das zweigeschossige Schloss Arolsen, wobei die Hauptarbeiten an dem Gebäude in den Jahre 1713 bis 1722 erfolgten. Am 13. September 1720 konnte das Fürstenpaar (Fürstentitel seit 1711) das Schloss beziehen. Die Vollendung des Hauptgebäudes dauerte allerdings noch bis 1728, die Einrichtung, Ausstattung und Möblierung nahm dann noch weitere Jahrzehnte in Anspruch.

Schloss Arolsen gehört heute zur Waldeckischen Dominialverwaltung. Das Domanialvermögen, kurz Domanium genannt, ist ein Sondervermögen des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Von dem rund 20620 ha umfassenden Domanium sind rund 19000 ha Waldanteile. Daneben werden Flächen von etwa 1600 ha landwirtschaftlich genutzt, hinzu kommen Erbbaurechte, Jagd- und Fischereirechte, fünf Schlösser (in Bad Arolsen, Waldeck, Höhnscheid, Landau und Rhoden), Wohn- und Forstdienstgebäude, das Restaurant „Domanium”, der Marstall und die gastronomisch genutzten Vorhof-Gebäude.

Portrait der Stadt

Mildes Klima in der Barockstadt

Ein Erholungsparadies – klein aber fein. So kann man die ehemalige fürstliche Residenz Waldeck und Pyrmont umschreiben. Bad Arolsen mit seinen rund 18 300 Einwohnern in Kernstadt und elf Stadtteilen hat nicht nur kulturell viel zu bieten, sondern auch viel Natürliches.

Die Stadtteile Braunsen, Landau, Neu-Berich, Kohlgrund, Bühle, Helsen, Massenhausen, Mengeringhausen, Schmillinghausen, Wetterburg und Volkhardinghausen bieten neben einem regen Vereinsleben viele schöne Kostbarkeiten, die man für sich entdecken sollte.

Inmitten des Waldecker Landes verfügt Bad Arolsen über ein mildes Klima. Vielfältige Gesundheits- und Kurangebote warten auf die Gäste. Mit der Heilquelle „Schlossbrunnen“ kann man ganzjährig Trinkkuren durchführen (bei Magen-Darm-Erkrankungen, funktionellen Darmstörungen, Gallenwegs-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen).

Kultur und Museen, die faszinieren

Christian Daniel Rauch - Museum

Christian Daniel Rauch ist in Bad Arolsen geboren. Neben der alten Nationalgalerie in Berlin hat Bad Arolsen im Christian Daniel Rauch Museum eine reiche Auswahl der bedeutendsten Sammlungen von Kunst des 19. Jahrhunderts zusammengestellt.

Das Museum ist mehr als ein Museum. Es besteht aus fünf Gebäuden – Häusern der Künste und Geschichte – die auf Schritt und Tritt faszinieren.

Im Westflügel des Residenzschlosses werden Ausstellungen zur zeitgenössischen sowie älteren Kunst und zur Fotografie gezeigt.

Christian Daniel Rauch war einer der größten Bildhauer seiner Zeit, ein Hauptvertreter des Berliner Klassizismus. Und er ist der wohl berühmteste Sohn der Stadt Arolsen.

Unter der Linden in Berlin steht sein bekanntestes Werk: das monumentale Reiterstandbild Friedrichs des Großen. In seiner Geburtsstadt Bad Arolsen, die ihn bereits zu Lebzeiten - im Jahr 1844 - zum Ehrenbürger ernannte, ist immerhin ein Gipsabguss eines seiner Hauptwerke zu sehen: die Grabstatue der Königin Luise, die Rauch mit übereinander geschlagenen Beinen wie eine Schlafende darstellte. Es ist das bekannteste Werk des Rauch-Museums, das mit Dauer-Leihgaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Jahr 2002 im ehemaligen fürstlichen Marstall eröffnet wurde.

Weiterhin stammt der bedeutende Maler Wilhelm von Kaulbach (1805 - 1874) aus Arolsen. Gemälde von ihm finden sich auch im Museum der Stadt, zu dem auch das "Kaulbachhaus", das ehemalige Haus der Familie Kaulbach gehört.

Barockstadt Arolsen

Ob man sich in den Häusern des Museums Bad Arolsen auf die Spuren der Stadtgeschichte, der Kaulbachs oder des Bildhauers Christian Daniel Rauch begibt oder ob man bei einer Führung das Residenzschlosses erkunden möchte: Man wird von der Bad Arolser Museumslandschaft fasziniert sein.

Einen Besuch sind auch die Museen und Ausstellungen in den Stadtteilen wert. Zum Beispiel in Landau: Dort kann die Wasserkunst - eine Trinkwasseranlage aus dem Jahr 1535 - besichtigt werden. In Massenhausen zeigt das Waldecker Spielzeugmuseum über 2000 Objekte aus der Zeit von 1830 bis 1960.

In Mengeringhausen und Schmillinghausen findet man Museen, die sich Haus und Handwerk und Frühlings- und Osterbräuchen widmen. Durch die Zusammenarbeit der kulturell engagierten Vereine und der Stadt wird eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft präsentiert, welche für jeden Geschmack etwas zu bieten hat.

Im Stadtteil Schmillinghausen wurde übrigens Christine Brückner 1921 geboren, und hier liegt die 1996 in Kassel verstorbene Autorin auch begraben. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit.

Wer möchte, kann im wörtlichen Sinne auf den Spuren der Schriftstellerin wandeln: im September 2002 wurde der Christine-Brückner-Weg eingeweiht. Er führt Wanderer vom Bad Arolser Schloss, am Fischhaus und der Himmelswiese vorbei, zum Schmillinghäuser Forsthaus und zum Pfarrhaus.

Kulturelle Veranstaltungen

Kulturelle Veranstaltungen präsentieren der Volksbildungsring Bad Arolsen, zum Beispiel Schlosskonzerte, Theaterreihen und Hochschulwochen sowie Theatergruppen wie das Statt-Theater und die Bad Arolser Company.

Zu den Highlights zählen die 1986 erstmals in das Leben gerufenen Arolser Barock-Festspiele.

Twistesee

Der Twistesee mit Seerestaurant (Foto: Andreas Hermann/HNA)

Ganz in der Nähe von Arolsen liegt der Twistesee. Das Naherholungsgebiet bietet Urlaub mit Erlebnisgarantie. Vielfältige Möglichkeiten, wie beispielsweise das Strandbad zum Nulltarif, das Wasserskizentrum, der Bootsverleih, der Golfplatz und vieles mehr lassen kaum Wünsche offen.

Zwischen Bad Arolsen, Volkmarsen und Wolfhagen wird die Twiste im Rahmen der Gewässerregulierung durch eine Staudamm, der bei Wetterburg errichtet wurde, zu einem recht großen Hochwasserrückhaltebecken aufgestaut.

Unweit von Einmündung der Twiste in den Stausee, führt die Bundesstraße 450 über einen Straßendamm. Dort wird der See unter einer Brücke im Damm durch ein kleines Betonwehr in zwei ungleich große Teile zerschnitten: Der wesentlich kleinere und nur flache Südteil, der geschätzt etwa 500 Meter lang ist, wurde zum Vogelschutzgebiet erklärt, der größere nördliche Bereich entwickelte sich zu einem seit langem beliebten Naherholungsgebiet.

Radwandern und Wandern

Rund um den Twistesee führt ein sieben Kilometer langer Rad-Wanderweg, der teils asphaltiert und teils geschottert ist; zahlreiche Wege laden in den angrenzenden Wäldern zum Wandern und Joggen ein.

Persönlichkeiten

Kirchen

siehe auch

Das Amtsgericht: Das im klassizistischen Stil errichtete und inzwischen denkmalgeschützte Gebäude in Bad Arolsen. (Foto: Verjans)

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Waldeck-Frankenberg
WappenWaldeckFrankenberg.jpg

Allendorf | Bad Arolsen | Bad Wildungen | Battenberg | Bromskirchen | Burgwald | Diemelsee | Diemelstadt | Edertal | Frankenau | Frankenberg (Eder) | Gemünden | Haina | Hatzfeld | Korbach | Lichtenfels | Rosenthal | Twistetal | Vöhl | Volkmarsen | Waldeck | Willingen