Autobahnbrücke Bergshausen

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Geschichte der Autobahnbrücke Bergshausen

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Die Geschichte dieser Brücke ist Teil des Autobahnbaus in Nordhessen und reicht auf das Jahr 1934 zurück, als Todt seine Einwilligung für die Planung des Südkreuzes Kassel gab. Damals wurde bereits angenommen, dass eine Autobahnlinie von Kassel nach Westen in Richtung Dortmund-Köln gebaut werden sollte, und das Kreuz schuf dafür den notwendigen Abzweig. Die Betonierung der Unterführungen des Kreuzes wurde im Jahre 1937 vorgenommen. An der Autobahnbrücke über die Fulda bei Bergshausen bei Kassel lässt sich ablesen, wie im Autobahnprojekt der NS-Zeit verschwenderisch geplant wurde und ein großartiger Auftritt gesucht wurde. Mit der Monumentalität der 698m langen und im Jahre 1935 geplanten Brücke mit einer Spannweite von mehr als 120m zwischen zwei Pfeilern sollte der Herrschaftsanspruch des NS-Regimes unterstrichen werden. Zum Bau der Brücke kam es jedoch nicht mehr. Nur die Gründung der Fundamente für die Brückenpfeiler in der Fulda geschah noch im Jahre 1941.

Der Bau der Brücke mußte aber zu Lasten der Gemeinde Bergshausen geschehen, die neben der Brücke liegt und den Lärmabstrahlungen des Verkehrs ausgesetzt ist. Als einen weiteren Nachteil der Brücke haben sich die hohen Unterhaltskosten der Brücke herausgestellt. Von 1984 bis zum Jahre 2005 sind dafür knapp 7 Mio. Euro aufgewendet worden (Hessisch Niedersächsische Allgemeine vom 15.9.2006).

Diese mit dem Herrschaftsanspruch des NS-Regimes verknüpfte Brücke wurde jedoch ironischer Weise erst in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1959-1962 mit Kosten von 19 Mio. DM (zunächst zweispurig) erbaut und mit einem Autobahnteilstück versehen, das bis zum VW-Werk Kassel reichte und daher als Werksanschluß an das Autobahnnetz angesehen werden mußte. Indem man den Brückenbau mit der merkwürdigen Formel rechtfertigte, einen „hochwasserfreien Übergang über die Fulda“ zu schaffen, blieb die Höhe der Brücke von 50 Metern unerwähnt.

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Als Alternative dazu hätte auch die Südtangente (A49) von Kassel dienen können, die vom Kreuz Kassel-West abgeht und am Kreuz Kassel-Mitte auf die Linie A7 trifft ( vergl. Abbildung). Diese Tangente war bereits seit längerer Zeit in der Diskussion, wurde aber erst 1981 eröffnet. Sie machte die Brücke eigentlich überflüssig. Der Verkehr könnte vom Kreuz Kassel-West über die Südtangente zur A7 fliessen. Dass man nicht bereits 1959 die Südtangente als eine demokratisch-ökologische Alternative zum NS-Autobahnbau gewählt hatte, zeigt auf erschreckende Weise die Kontinuität der NS-Planungen in der frühen Bundesrepublik auf.

Wie eine Verkehrszählung an einem Freitag, mittags um 12.30 Uhr, am Dreieck Kassel-Süd im Jahre 2006 ergab (gezählt wurde die Anzahl der Kraftfahrzeuge), können große Anteile des Verkehrs über die Brücke über die Südtangente umgeleitet werden, ohne dass sich für die Kraftfahrzeuge eine Verlängerung des Fahrweges ergäbe. Festgestellt wurde, dass 45% des Verkehrs auf der Autobahnbrücke Bergshausen mit der Richtung vom Kreuz Kassel-West zum Dreieck Kassel-Süd am Dreieck Kassel-Süd nach Norden auf die A7 fließt. Dieser Verkehr könnte ohne einen Umweg über die Südtangente fließen. In der Gegenrichtung sind es 30%: 30% des Verkehrs auf der Autobahnbrücke Bergshausen mit der Richtung vom Dreieck Kassel-Süd zum Kreuz Kassel-West kommt am Dreieck Kassel-Süd von Norden von der A7 auf die A44. Auch dieser Verkehr könnte ohne einen Umweg über die Südtangente fließen.

Siehe auch Autobahnbau.

Literatur: Richard Vahrenkamp: Der Autobahnbau 1933 – 1943 und das hessische Autobahnnetz, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Band 109, 2004.

Working Papers in the History of Mobility No. 3/2001