Antonius Corvinus

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Berühmte Mündener

Antonius Corvinus


Als junger Mann flog Antonius Corvinus aus dem Kloster. Der „lutherische Bube“ hatte den Abt verärgert, weil er reformatorische Ideen unter den Brüdern verbreitete. 1501 als Anton Rabe in Warburg im Bistum Paderborn geboren, gilt er heute unter seinem Lateinischen Namen Antonius Corvinus als einer der Theologen, der maßgeblich zur Einführung der Reformation in Niedersachsen beigetragen hat. In der St. Blasiuskirche oberhalb der Sakristeikirche hängt eine Tafel aus dem Jahr 1901 - Corvinus’ 400. Geburtstag, „der Herzogin Elisabeth zu Münden und ihrem treuen Berater Antonius Corvinus, dem Reformator Südhannovers zu Gedächtnis gewidmet“.

Als Herzog Erich I. 1540 starb und Elisabeth die Regentschaft fortführte, lud diese Corvinus in das Mündener Schloss ein. Er sollte fortan in Elisabeths Fürstentum die Einführung des evangelischen Glaubens organisieren. Bei dem ersten Besuch predigte Corvinus in St. Blasius. 1542 ernannte Elisabeth I. den Reformator zum Landessuperintendenten und damit zum höchsten Geistlichen in Calenburg-Göttingen. Sein unermüdlicher Einsatz für die Reformation bleib nicht ohne Widerstand: 1549 wurde Corvinus verhaftet, weil er sich gegen die Rekatholisierungsversuche seines zum Katholizismus konvertierten Landesherren Erich II. wehrte. Erst drei Jahre später, als sich die Stimmung im Land wieder zugunsten der Evangelischen gewendet hatte, wurde er entlassen. Als todkranker Mann. Antonius Corvinus starb kurz darauf am 5. April 1553. Er liegt in der Marktkirche in Hannover begraben. (rud)

Den ausführlichen Text über Antonius Corvinus (Autorin: Waltraud Kock) lesen sie in: „Mündener Persönlichkeiten aus sechs Jahrhunderten“, hrsg. vom Heimat- und Geschichtsverein Sydekum, 26,50 Euro. Repro: nh

Antonius Corvinus (1501-1553) predigte auch in der Mündener Kirche St. Blasius