Zeche Stellberg

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Ein großer Umbruch in der Entwicklung der Söhredörfer wurde mit dem Bau der Söhrebahn in den Jahren 1911/12 eingeleitet. Mit ihrer Inbetriebnahme konnten die Arbeitsplätze in Kassel schneller und bequemer erreicht werden. Jetzt war es auch möglich, die heimischen Basalt- und Braunkohlevorkommen besser zu erschließen und intensiver zu nutzen, da die Söhrebahn für den reibungslosen Transport sorgte. Damit wuchs auch die Zahl der Arbeitsplätze in heimischer Umgebung.

So wurde vor allem Wattenbach mit der Zeche Stellberg zu einem Bergmannsdorf. Im Jahre 1836 wurde das Braunkohlenbergwerk am Stellberg in der Söhre gegründet und erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (1967) die Förderung eingestellt. Die Gesamtfördermenge soll nach Schätzungen etwa 5 Millionen Tonnen betragen haben.

Die Bergmannstradition wird bis zum heutigen Tag gepflegt. Bei örtlichen Veranstaltungen kann man noch Bergleute in ihren schmucken Uniformen bewundern.

Braunkohle am Stellberg

Die Bergkuppe des Stellbergs (495 m hoch) bildet eine 50 m starke Basaltdecke, darunter liegen Braunkohlenschichten, in der Berrgmannsprache Flöze genannt.

Im Jahre 1823 erhielt der Kasseler Oberhofbaurat (nach anderer Darstellung Hofbaumeister) J. K. Bromeis die Genehmigung zur Förderung von Braunkohle von der Kurfürstlichen Ober-Berg- und Salzwerksdirektion, denn der Landesherr war zunächst Eigentümer aller Bodenschätze.

Der Stollen lag an der Südseite des Stellbergs im Bereich des heutigen Stellbergsees. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen weitere Abbaufelder im Osten hinzu. Bekannte Förderanlagen waren „Lache“ von 1911 bis 1930/ 31 und der „Wiesenschacht“ von 1932 bis 1967.

Bei der Stilllegung des Kohlebergbau im Jahre 1967 verloren 43 Bergleute (1954 noch 186) ihre Arbeit.

Mondsee

Das Ende des Bergbaus in der Söhre war die Einstellung des Braunkohlen-Tagebau im Jahre 1967.

Der ehemalige Tagebau hat sich inzwischen mit Wasser gefüllt und es ist der Stellbergsee, im Volksmund der Mondsee, entstanden, heute ein beliebter Badesee zwischen Wattenbach und Wollrode.

siehe auch

Literatur