Wilhelm Lukan

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Nach Wilhelm Lukan ist eine Straße in Harleshausen in der Nähe der Regiotram-Trasse benannt. [1]

Harleshausen wurde nach der Jahrhundertwende von zwei Bürgermeistern geprägt, Wilhelm Führer (1904-1928) und Wilhelm Lukan (1928-1933). Als SPD-Bürgermeister in Harleshausen wurde Wilhelm Lukan von den Nazis verfolgt. Er überlebte unter anderem das Konzentrationslager Breitenau. [2]

Hintergrund

Nach Wilhelm Führer wurde der SPD-Abgeordnete Wilhelm Lukan Bürgermeister. In seiner Zeit gab es starke Auseinandersetzungen zwischen der SPD und den Kommunisten, er regierte in einer bekannt schwierigen Zeit. Aber Harleshausen war in der Weimarer Republik eine Hochburg der Sozialdemokratie und wurde als „rotes Wedding“ bezeichnet. In Harleshausen lebten sehr viel Facharbeiter mit eigenem Häuschen, die sich politisch und gewerkschaftlich eher organisierten als die Hilfs- und Zeitarbeiter. In 1933 suspendierte ihn die NSDAP ohne Parlamentsentscheid vom Dienst und setzte einen kommissarischen Bürgermeister ein. Die SPD-Abgeordneten bekamen ein Schreiben, dass sie abgesetzt seien und wurden wie alle anderen Sozialdemokraten angefeindet. Die Kommunisten wurden verhaftet. Die NSDAP bekam mit 42 % auch in Harleshausen großen Zulauf, sowohl aus den Arbeiterschichten, dem sogen. „Lumpenproletariat“, die in der SA ihre neue Heimat fanden als auch von sehr vielen Bauern, die wieder auf mehr Einfluss hofften. 1936 wurde Harleshausen dann zu Kassel eingemeindet und verlor durch die Nazis seine Selbständigkeit.

aus: Stadtteilspaziergang in Kassel - Harleshausen und Jungfernkopf - Vorbereitet und durchgeführt von Klaus und Inge Wolf

Literatur und Quellen

  1. HNA-online vom 1.9.2013: Wie die Kasseler Widerstand gegen die Nazis leisteten
  2. Rolf Wekeck, Widerstand gegen die Nationalsozialisten - Erinnern in Kassel, Verlag Winfried Jenior Kassel