Rehorn

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Kasseler Verkehrsdirektor Dr. Rehorn Der Kasseler Verkehrsdirektor, Dr. Rehorn war von 1929 bis 1931 Mitglied des Verkehrswirtschaftlichen Ausschusses der Hafraba und veröffentlichte im Juli 1930 im Mitteilungsblatt der Hafraba ein Portrait der Stadt Kassel, in welchem er die Industriebetriebe der Stadt und ihre Lage am Kreuzungspunkt von Verkehrswegen, die von Westfalen nach Thüringen und vom Rhein-Maingebiet nach Norddeutschland verliefen, hervorhob. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaftsstruktur von Kassel geprägt sei in einer Mischung von Industrie, Handel und Tourismus, die der Stadt in den Wirren der Nachkriegszeit eine gesunde wirtschaftliche Basis gegeben hätte. Er führte aus, dass im Jahre 1927 vorgeschlagen worden sei, eine leistungsfähige Schnellzugstrecke von Köln über Kassel nach Leipzig auszubauen. Wegen der Verpflichtungen mit den Reparationslasten der Reichsbahn sei jedoch mit diesem Projekt nicht in nächster Zeit zu rechnen. Auch die Durchführung des Nord-Süd-Verkehrs von Bremen über die Weser nach Kassel mit einem bauwürdigen Wasserweg zum Main und zur Donau hin (Nordsee - Schwarzes Meer Verkehr) konnte ebenfalls nicht realisiert werden. Rehhorn wies darauf hin, dass eine Planungsstelle geschaffen worden sei, um im gesamten Fuldabecken die Stadt- und Industrieentwicklung zu koordinieren. In gleicher Weise würden die Buslinien im Kasseler Fuldabecken durch eine Stelle koordiniert. „Dieser Planwirtschaft ist es zu verdanken, dass heute bereits ein gut organisiertes und im Bedarfsfall weiter ausbaufähiges Kraftliniennetz vorhanden ist, das sich spinnenwebartig ausbreitet und die Interessensscheibe Kassel klar abgrenzt“. Aber er sprach auch die Probleme der schlechten Zuganbindung von Kassel an. Die geplante, kuriose Autobahnbrücke über die Wilhelmshöher Allee stellte er ebenfalls mit einem Foto vor, dass von der Schautafel der Hafraba-Wander-Ausstellung entnommen war. Die folgende Abbildung zeigt die Fotomontage der Autobahnbrücke über die Wilhelmshöher Allee, siehe auch Hafraba in Kassel.

Rehorn AB Wilhelmshöhe2.jpg

Rehorn verwies ferner auf ein vom ihm verfaßtes Faltblatt „West – Ost: Der große lebendige Reiseweg durchs Herz Deutschlands“ vom Rhein zur Oder. Im Jahre 1933 nahm eine Reisegruppe vom Verkehrsverband Hessen und Waldeck unter der Führung von Verkehrsdirektor Rehorn als „Sendbote“ an der Ostland Treuefahrt teil.

Literatur: Richard Vahrenkamp: Die Zentrallage Kassels - Verkehrspolitik und Autobahnbau in Nordhessen 1920 bis 2000, in: Hildebrand Ptak (Hersg.): Betriebswirtschaftlicher Wandel in Deutschland, Hamburg 2006, S. 121-174 [Working Papers in the History of Mobility No. 10/2006]