Meteorit von Treysa

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Am 3. April 1916 überflog ein Meteorit mit gewaltigem Getöse Oberhessen in geringer Höhe und ging in der Nähe von Treysa, nahe bei dem Ortsteil Rommershausen in einem Waldstück nieder. Dies verhalf dem Forstmann Huppmann zu einiger Bekanntheit, der bereits im Sommer 1916 den Einschlagskrater fand und seinen Fund am 6. März 1917 meldete, nachdem ein Finderlohn ausgelobt worden war.

Das Ereignis gilt in der deutschen astronomischen Geschichte als einer der bedeutendsten Meteoriteneinschläge der Neuzeit. Vor etwa 4,56 Milliarden Jahren war dieser Meteorit entstanden und etwa 600 Millionen Jahre brauchte er vom Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter bis zum Waldstück nahe Rommershausen. Bereits am 3. April 1916 stürzte der Eisen-Nickel-Meteorit dort mit seinem Gewicht von ca. 63 kg und einem Durchmesser von etwa 36 Zentimetern vom Firmament. Beobachter sahen zuvor eine leuchtende Feuerkugel am Himmel. Im Kerngebiet des Aufschlags soll die Schockwelle laut Augenzeugenberichten so stark gewesen sein, dass Fensterscheiben und Geschirr klirrten. Doch erst ein Jahr später wurde im März 1917 im Rommershausener Wald nordwestlich von Treysa die Einschlagstelle entdeckt. Grabungen ergaben, dass der Meteorit an dieser Stelle über 1,60 Meter tief in den Erdboden eingedrungen war.

„Der Meteorit von Treysa ist der größte Meteorit Deutschlands, dessen Fall beobachtet wurde“, berichtete Prof. Peter Masberg zum 100-jährigen "Jubiläum" in der HNA. Als Leiter des Mineralogischen Museums Marburg verwahrte er den Himmelskörper bis zu seinem Ruhestand Ende 2019.

Bis heute wird der Fund im Mineralogischen Museum in Marburg ausgestellt, immerhin eine Kopie befindet sich im Museum der Schwalm in Ziegenhain.

An das kosmische Ereignis erinnert weiterhin seit 1986 ein vom Knüllgebirgsverein aufgestellter Gedenkstein am Einschlagsort.

Die Berichte der Wissenschaftler Alfred Wegener und Franz Richarz über den Meteoriten von Treysa ("Das detonierende Meteor vom 3. April 1916, 3 ½ Uhr nachmittags in Kurhessen" und "Auffindung, Beschreibung und vorläufige physikalische Untersuchung des Meteoriten von Treysa") erschienen zum 475-jährigen Jubiläum der Philipps-Universität in Marburg im Jahr 2002 als Neudruck, herausgegeben vom N. G. Elwert Verlag.

Literatur

  • Alfred Wegener, Das detonierende Meteor vom 3. April 1916, 3 1/2 Uhr nachmittags in Kurhessen, Marburg 1917
  • Alfred Wegener, Über die planmäßige Auffindung des Meteoriten von Treysa, in: adsabs.harvard.edu
  • Franz Richarz, Auffindung, Beschreibung und vorläufige physikalische Untersuchung des Meteoriten von Treysa, Marburg 1918
  • Dankward Sieburg, Das detonierende Meteor von Treysa vom 3. April 1916, in: Schwälmer Jahrbuch (1980), S. 122 - 130

siehe auch

Weblinks