Kirche zu Löwenhagen

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In liebevoller Erinnerung

Ranken, Blüten, Häkelmotive: Gedenkkissen in der Kirche zu Löwenhagen

Wenn ein Kind stirbt, ist die Trauer besonders groß. Wie kann man mit dieser Trauer umgehen? In der Kirche zu Löwenhagen finden sich hinter dem Altar versteckt drei alte Stücke, die davon zeugen, wie man im 19. Jahrhundert den Verlust eines jungen Lebens verarbeitete. Drei Gedenkkissen lassen sich dort finden, jedes kunstvoll verziert.

Doch wie schön die Kissen auch gefertigt sein mögen, so schmerzlich ist doch das, was auf ihnen in große Lettern gestickt ist: Namen von Kindern, sowie deren Geburts-. und Sterbedaten lassen sich dort erkennen.

Ernst zum Beispiel wurde nur ein Jahr alt. Seine Schwester Dorette musste mit zwei Jahren ihr Leben lassen. Und ein Jugendlicher namens Louis verstarb mit 17 Jahren. „Die Gedenkkissen waren für die Hinterbliebenen vermutlich eine Art von Trauerarbeit“, erklärt Pastorin Petra Presting, die gemeinsam mit Börries von Stockhausen versucht hat, etwas über die Kissen herauszufinden.

Früher lagen die Gedenkkissen vermutlich in der Kirche, wurden jedoch später in Glasvitrinen aufbewahrt, um sie zu schützen. Fast vergessen lagerten sie schließlich hinter dem Altar, dort, wo man zum Glockenturm hinauf geht. Zufällig wurden sie dort von Petra Presting wieder entdeckt. „Es ist schon traurig, wenn man sich die Kissen anschaut und bedenkt, welche Schicksale sie ausdrücken“, meint die Pastorin.

Darüber, ob die Kissen von den Hinterbliebenen selbst angefertigt wurden oder ob man sie anfertigen lassen hat, lässt sich nur spekulieren. Genauso, wie über die langen weißen Bändchen, die sich unter zwei der Kissen schlängeln, „Vielleicht sind diese Bänder die Taufschleifen“, mutmaßt Petra Presting.

In jedem Fall sind die Kissen aber ein Zeichen dafür, wie sehr die verstorbenen Kinder von ihren Angehörigen geliebt wurden. Schließlich ist jedes Kissen liebevoll verziert: Blätterranken reihen sich an Stoff- oder Papierblüten, Häkelarbeiten wechseln sich mit Spitze ab und verdeutlichen die Zuneigung, die Verwandte und Familie für die verstorbene Person empfunden haben. (yvz)