Kassel sän

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Widde dann mo Kassel saen?

Das war noch in den Jahren um 1950 "am Dorfe" südlich von Kassel, eine beliebte Frage von "Ahlen Schläppchen", also Halbwüchsigen - heute würde man sagen älteren Teenagern - an uns Dreikäsehoche.

Wurde dies von uns Pimpfen mit "joo" beantwortet, dann packte uns der Frager mit seinen beiden Händen links und rechts über den Ohren den Kopf umschließend und hob uns mit einem Zug nach oben bis seine Arme ausgestreckt waren!

Seltsamerweise - oder warum auch immer, bereitete das auch den meisten von uns Spaß; vermutlich war es kindliche Neugier oder die unterbewusste Begierde auf einen Nervenkitzel.

Mir ist auch nicht bekannt, dass dieser Quatsch direkten Schaden anrichtete; vermutlich fassten wir instinktiv mit unseren Händen nach den hebenden Armen und krallten uns fest!

Aber später schlief die Sache ein. Die Kinder wurden vermutlich cleverer, aber es könnte auch sein, dass die Menschen vernünftiger wurden!

Von H.-J. Schulz

Anm. 1: Bei uns im Westen von Kassel (Kirchditmold) hiess das: "widde dannemoh d'n Hechgeläss säen?" - mit der gleichen schmerzhaften Pointe.