Kassel 91

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Der Begriff Kassel 91 beschreibt den umstrittenen Ausbau der Kasseler Infrastruktur im Jahr 1991. Durch die Maßnahme der deutschen Bahn wurde Kassel und Nordhessen an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn angebunden. Die Maßnahme beinhaltete den Neubau der ICE-Schnellbahntrasse und des Bahnhofs Wilhelmshöhe. Der Begriff Kassel 91 bezieht sich auf das heftig umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21.

Der Neubau des Bahnhof Wilhelmshöhe im Jahr 1991 - Foto: Herzog ( HNA-Archiv )

Klagen

Ähnlich wie beim Bahnprojekt Stuttgart 21 hatte es in Kassel sehr viel Druck seitens der Partei Bündnis90/Die Grünen und der Bevölkerung gegeben. Der damalige hessiche Umweltminister hatte eine Klage gegen den Neubau des Wilhelmshöher Bahnhofs veranlasst. Diese wurde jedoch später zurückgezogen. Seitens der Bevölkerung waren 900 Einsprüche gegen das Projekt aufgekommen. Schon im jahr 1972 wurden Bürger-Initiativen gegründet mit dem Ziel Kassel 91 zu verhindern. Die Bevölkerung hatte die Befürchtung, starke Lärmbelästigung könnte entstehen und insbesondere in Kirchditmold und Harleshausen hatte es die Befürchtung gegeben, die Stadtteile könnten im Rahmen des Projekts untertunnelt werden, was sich später aber nicht bewahrheitete. Abgesehen davon hatten einige Kritiker vorrausgesagt, dass durch die neue Trasse die Bewohner der Südstadt und des Auefelds vertrieben werden würden.

Unterschied zu Stuttgart 21

Der Unterschied zu dem großen Bahnprojekt des Jahres 2010 in Stuttgart war, dass der Protest hauptsächlich im Planungszeitraum des Projekts stattfand und mit dem Entscheid der Gerichte und Parlamente aufhörte. Im Gegenzug dazu geht der Protest in Stuttgart trotz Entscheidung der Autoritäten weiter.

Hintergrund

Lange wurde darüber gestritten, ob sich die bauliche Masnahme um den Hauptbahnhof und die damit verbundene Untertunnelung Kasseler Stadtteile oder um den Neubau des Bahnhof Wilhelmshöhe mit Verbindung zu der ICE-Schnellstrecke drehen soll. Die Bahn machte von Anfang an klar, dass der Hauptbahnhof, der ein Kopfbahnhof ist, sich nicht für den Anschluss an das ICE-Netz eignet. Der Halt am Hauptbahnhof würde viel zu viel Zeit kosten. Außerdem hätte die Maßnahme rund um den Hauptbahnhof 500 Mio D-Mark mehr gekostet. Schließlich wählte man den Neubau des Bahnhof Wilhelmshöhe aufgrund eines Obergutachtens.

Folgen von Kassel 91

Der Ausbau der Infrastruktur entpuppte sich als Segen für die Stadt Kassel. Durch den Neubau des Bahnhof Wilhelmshöhe wurde der Stadtteil Wilhelmshöhe stark aufgewertet. Durch den Anschluss an das ICE-Netz wurde Kassel als Wirtschaftsstandort insgesamt aufgewertet. Außerdem entstand auf der Marbachshöhe ein neues Wohnquartier und Technologiezentrum.

Siehe auch

Quellen und Links