Jesuskopf

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Der Kopf lag lange unter Schutt

Hat einen besonderen Platz: Der Jesuskopf ruht auf einer Stele.

Täuschend echt sieht er aus, der Kopf von Jesus. Bei Renovierungsarbeiten im Jahr 2002 wurde die hölzerne Skulptur im Kirchturm der Gimter Marienkirche gefunden. Unter Schutt – wofür er erstaunlich gut erhalten und fast unversehrt ist.

„Ich vermute, dass der Kopf bemalt war, es sind noch Leinwandreste oder etwas ähnliches an dem Kopf zu sehen“, sagt Pastor Bernd Vogel. An der linken Seite der Schnitzarbeit, an der Stirn, ist noch ein Stück Nagel zu erkennen. Vielleicht sei das ein Rest der damaligen Befestigung, ahnt Vogel.

„Mich hat es sehr ergriffen, als mir der Kopf bei einer Kirchenvorstandssitzung vorgelegt wurde“, so der Pastor. Nach langem Überlegen, was man mit dem Kopf machen könne, entschied sich der Kirchenvorstand dazu, diesen in die Kirche zu stellen. Und zwar so, dass die Kirchenbesucher ihn von den Bänken aus sehen können.

Aus Sandsteinblöcken, die ebenfalls vom früheren Kirchengelände stammen, wurde eine Stele gefertigt, auf der der Jesuskopf nun gebettet ist. „Die Stele ist eine Kombination von Dingen, die hier einmal waren“, sagt Vogel. An ihr rankt eine steinerne Weinrebe hoch. Sie steht symbolisch für Wachsen und Früchtetragen.

Pastor Bernd Vogel vermutet, dass es zu dem Kopf auch einen Körper gab. „Vermutlich ist das der Jesuskopf einer Kreuzigungsgruppe mit Jesus, seiner Mutter Maria und seinem Jünger Johannes. Eine Gruppe so wie sie auf dem jetzigen, 1980 restaurierten Altarbild des Johann Daniel Sarrazin zu sehen ist, das aus dem Jahr 1680 stammt.“ Vielleicht hing die Jesus-Figur auch am Kreuz. „Doch das sind alles bloß Spekulationen“, stellt Vogel klar, „in den Akten ist darüber leider nichts zu lesen.“

Vage bleibt auch die Schätzung der Zeit, aus der der Kopf stammen könnte: Wahrscheinlich komme er aus der Gotik. (gtr)