Hermann Elsebach

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Hermann Elsebach, * 16. Dezember 1883 in Kassel, † 24. Mai 1933 in Nordhausen; Kaufmann in Kassel, später in Nordhausen, Reisender, Mundartautor.

Us minnen Dagebuche vunn Christejahn Duckefedd
Cassel: Verlag von Carl Vietor, 1910

Lebensweg

"Am 16. Dezember 1883 wurde Elsebach in der Unterneustadt geboren, absolvierte eine kaufmännische Lehre, war Reisender für die Kasseler Neuesten Nachrichten, dann für die Nordhäuser Schokoladenfabrik Reichard. [...] - Gern sang der ausgebildete Bariton Elsebach zur Laute. Er gehörte zum berühmten Wehlheider Hoftheater [...]."[1]

Mundart

Elsebach veröffentlichte Mundartgedichte in Tageszeitungen. 1910 erschien unter dem Pseudonym Christejahn Duckefedd sein Mundartband Us minnen Dagebuche. Dessen gereimtes Vorwort schließt mit den Worten:

Was ich zesammen honn gekidded,
Ich wulld', dä hädded Freide drahn!
Un daß das indriffd, herzlich bidded
Godd Duckefeddens Christejahn.[2]

"Die Kasselaner hatten Freude dran; besonders an der Erlkönig-Parodie [D'r Erlkeenig], die außerordentlich populär wurde. Um alles Makabre auszuschließen, änderte Elsebach die letzte Zeile der original Goethe-Ballade ab."[3]

Publikationen

  • Christejahn Duckefedd (d. i. Hermann T. Elsebach): Us minnen Dagebuche. Gedichte in Casseläner Mundart. Vunn Christejahn Duckefedd. Cassel: Verlag von Carl Vietor, 1910; 2. Aufl. 1919, 83 S. - Inhalt (zit. nach der 2. Aufl.): Vorword ahn de Leser. 1. Unze Casseläner Schbrooche. 2. D's Werdchen. 3. Druriges Mißgeschicke. 4. Gudes Rezebbd. 5. D'r Erlkeenig. 6. D'r Keenigsblatz. 7. O Mensch, knibb dinne Augen zu! 8. Guden Abbedidd! 9. D'r fulle Wird. 10. Gude Ußrede. 11. Vorsichdich. 12. Greeßenwahn. 13. Wie ich z'm erschden moh einen am Dache hatte. 14. D's Rädsel. 15. D'r gescheide Buhre. 16. D's drurige Lied vunn Christejahn un sinn Marie. 17. De falsche Wendunge. 18. D'r Schein driegd. 19. D's Schwimmbad. 20. Wisse Woche. 21. Well Sadann unz verschlingen. 22. Franzesisch oder Casselänisch? 23. D'r Kakedu. 24. De kranke Kuh. 25. De Muß un d'r Kader. 26. Friejohrslied. 27. Kleine Ursache, große Wirkunge.

Literatur

  • Guth, Werner: Elsebach - der Respektlose. In: Der Mundart-Kurier 1, 2004, S. 11. - Mit Abdruck des Erlkeenigs.
  • Hamecher, Holger: Bibliographie der selbständigen Veröffentlichungen Kasseler Mundartliteratur. In: Zeitschr. d. Vereins f. hess. Geschichte u. Landeskunde Bd. 101, 1996, S. 159 ff.; hier: S. 161.
  • Hermsdorff, Wolfgang: Duckefedds "Erkeenig". Hermann Elsebach und seine Balladen-Parodie. (Kasseler Deutsch und seine Dichter 30.) In: Hess. Allgemeine v. 24. 10. 1970.

Querverweise

Netzverweise

  • Christejahn Duckefedd: Friejohrslied (1910). In: Der Mundart-Kurier, Nr. 15, April 2009, S. 3 - PDF
  • Christejahn Duckefedd: Franzesisch oder Casselänisch? (1910). In: Der Mundart-Kurier, Nr. 17, Dezember 2009, S. 15 - PDF

Einzelnachweise

  1. Hermsdorff 1970.
  2. Duckefedd S. 6.
  3. Hermsdorff 1970.