Heinz Fehr

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Heinz Fehr
Am 8. Dezember 2009 starb der Entsorgungsunternehmer Prof. Dr. h. c. Heinz Fehr (Lohfelden) im Alter von 74 Jahren nach längerer Krankheit.

Fehr war ein Unternehmer von altem Schrot und Korn. Der Müll-Kutscher, wie er sich selbst mit einem Augenzwinkern bezeichnete, kannte seine Mitarbeiter persönlich.

Heinz Fehr, der in Dörnhagen geboren wurde, führte eine lange Familientradition fort. Seit 1938 beschäftigten sich die Fehrs in Lohfelden, Kassel und Nordhessen mit der Beseitigung von Müll und Abfall.

Nach der Wiedervereinigung streckte Fehr seine Fühler in Richtung der neuen Bundesländer aus. Heute arbeiten 2000 Beschäftigte in sieben Bundesländern für die Fehr-Gruppe, sie wird von seinem Sohn Andreas geleitet.

Mit zunehmendem unternehmerischem Erfolg entwickelte sich Heinz Fehr zu einem großen Mäzen. Er förderte Sport, Kultur, Wissenschaft und die Kirche in Nordhessen.

Der KSV Hessen Kassel lag ihm dabei ebenso am Herzen wie der Eishockeysport in Kassel und der örtliche Fußballclub FSC Lohfelden. Dem Zissel war er genauso verbunden wie dem Karneval, wo der Präsident der Ehrenritter keine Session ausließ.

Auch der Kirche blieb der gläubige Christ sein Leben lang treu. In seiner Crumbacher Kirchengemeinde in Lohfelden war Fehr persönlich und auch als Finanzier ständig präsent: Zuletzt unterstützte er den Bau der Autobahnkapelle am Lohfeldener Rüssel.

Über Jahrzehnte arbeitete Fehr mit der Universität Kassel zusammen. An der Einführung der Biotonne war er wegweisend beteiligt, er unterstützte Forschungen zur ökologischen Lebensmittelqualität und setzte sich für regionale Nährstoffkreisläufe ein, zum Beispiel durch Bioabfall-Kompostierung.

Auch auf der internationalen Bühne war der Abfallexperte aus Nordhessen zunehmend aktiv. So brachte er in Armenien und Georgien seinen Sachverstand beim Aufbau einer Abfallwirtschaft ein.

Für sein Wirken wurde Heinz Fehr mit vielen Auszeichnungen bedacht: Ehrenbürger der Universität Kassel, Goldene Ehrennadel der Stadt Kassel, Ehrensenator der Karnevalisten, Kirchenältester in seiner Gemeinde Crumbach.

Auf zwei Auszeichungen war der Lohfeldener besonders stolz: die Ehrendoktor-würde der Universität Tiflis und die Ehrenprofessur der armenischen Universität in Eriwan. Sie machten ihn zum Prof. Dr. h. c. Heinz Fehr.

Fehr hinterlässt Ehefrau und vier Kinder sowie drei Enkelkinder.