Kurfürstengrab

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Im Kurfürstengrab auf dem Altstädter Friedhof in Kassel sind Kurfürstin Wilhelmine Karoline von Hessen, Gattin des Kurfürsten Wilhelm I. von Hessen, Auguste Friederike Christine von Hessen, Frau von Kurfürst Wilhelm II., deren Tochter Karoline Friederike Wilhelmine und Gräfin Luise von Hessenstein begraben.

Es liegt an der Südseite des Altstädter Friedhofes und ist umgittert. Es ist nur durch ein separates Tor zu betreten, für welches man sich den Schlüssel erst holen muss.

Fürstengrab

Denkmalskandal um das Kurfürstengrab

Es grenzte bereits an einen kleinen Skandal, als die Hessische Allgemeine am 20.01.1950 über die gefallenen Engelsfiguren „Verehrung“ und „Liebe“ am arg mitgenommenen Grabe des Kurfürsten berichtete und den Sturz als ein Symbol der Zeit deklarierte.

Zwei Jahre später wurde das Reichenbachgrab lediglich umgittert, anstelle der Stadt kümmerten sich ehemalige Angestellte des Fürstenhauses um die Instandhaltung. Als diese ihre Arbeit niederlegten, geschah Jahrzehnte lang nichts für den Erhalt des Kurfürstengrabes. Als 1985 Grabsteine neben der Begräbnisstätte des Fürsten zum Wetterschutz in Holz- und Plastikfolienverkleidungen eingepackt wurden, bot die Stadt finanzielle Unterstützung in Höhe von 50.000 DM an. Den Ausschlag zu einem noch viel größeren Denkmalskandal als im Jahre 1950 boten aber die dabei fehlenden 10.000 bis 15.000 DM für die Restaurierung. Während das Geld aufgetrieben werden sollte, wurde das gusseiserne Gitter des Grabmales, das in Bronze nachgegossen werden sollte, zwischengelagert. Ein Rathausmitarbeiter sah es fälschlicherweise als Schrott an und verkaufte das wertvolle Gitter an einen Schrotthändler für 12,68 DM. Durch Zufall erkannte Kunsthistoriker Gerhard Seip Überreste des noch nicht eingeschmolzenen Denkmals auf einem Kasseler Schrottplatz und das Rathaus sah sich großen Vorwürfen gegenüber. Für einen Nachguss forderten hessische Gießereien bis zu 250.000 DM. Dank dem Fall der Mauer übernahm die Gießerei Heinrichshütte in Würzbach/Thüringen den Auftrag für die vergleichsweise geringe Summe von 91.000 DM, um so Arbeitsplätze zu erhalten. 1993 wurde das Reichenbachgrab, mit anmontiertem Gitter und gereinigten Unterbau und Sarkophag, wieder der Kirche übergeben. Größeres Interesse bekam es noch einmal im Mai 1994 wegen dem Raub eines Bronzeengels, der ca. ein halbes Jahr später in einem Waldstück bei Zierenberg entdeckt wurde.

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