Dreier-Bund wird 20 Jahre alt

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Dreier-Bund wird 20 Jahre alt

Historischer Augenblick im Welfenschloss: Holons Bürgermeister Haim Sharon unterzeichnet am 15. Mai 1988 den Partnerschaftsvertrag mit Münden. Links: Joseph Zedaka (stellvertretender Bürgermeister Holon), rechts: Christian Dupuy (Bürgermeister von Suresnes) sowie Mündens Stadtdirektor Karl-Wilhelm Lange und Mündens Bürgermeister Albert Fiege. Archivfoto: Jelinek/nh

Holon, Suresnes und Münden schlossen 1988 eine israelisch-französisch-deutsche Freundschaft


Von Bettina Sangerhausen

Hann. Münden/ Holon. „Drei Städte - ein Ziel“ lautet am 16. Mai 1988 die Schlagzeile in der Mündener Allgemeinen. Eine komplette Seite beleuchtet darunter ein ganz besonderes Dreier-Bündnis: Die Partnerstädte Hann. Münden und Suresnes schließen Freundschaft mit Holon, Israel. Viel Polit-Prominenz ist an jenem Sonntag, 15. Mai, ins Welfenschloss gekommen, um der denkwürdigen Partnerschaft Glück zu wünschen, darunter auch Rita Süssmuth, damals Bundesministerin. Ein neues „Bollwerk gegen Diskriminierung und Gegnerschaft“ nannte sie den Zusammenschluss.

Die Franzosen fühlten sich als „Heiratsvermittler“, denn in Suresnes war es, wiederum 20 Jahre zuvor, wo der ehemalige Landrat Fritz Michalski und der damalige Bürgermeister von Holon, Pinhas Eylon, erste Kontakte knüpften. Diese „Großväter“ des Dreierbundes indes erlebten den Tag der Vertragsunterzeichnung nicht mehr.

Den Frieden pflegen

„Möge unser Freundschaftsbündnis tiefe Wurzeln schlagen und als Vorbild für gute Beziehungen zwischen Völkern dienen. Wir wollen unsere Kräfte schöpferischen, kulturellen und erzieherischen Zwecken zuwenden und den Frieden pflegen“, sagte Haim Sharon. Nichts gehe über persönliche Kontakte, unterstrich damals Mündens Bürgermeister Albert Fiege. Nur lebendige und direkte Begegnungen zwischen den Menschen „in unseren Städten und Völkern“ könnten die Grundlage dauerhafter Freundschaft sichern. Fiege: „Die Erfahrung aus der Partnerschaft mit Suresnes hat uns gelehrt, dass Vertrauen und Freundschaft, dass guter Wille und die Erinnerung an die Tragödie, die unsere Völker verbindet, das Fundament für eine gute und glückliche Zukunft unserer Staaten, ihrer Menschen und unserer Städte sein werden.“

Menschen im Mittelpunkt

So stellten die Väter der Partnerschaft von Anfang an die Menschen, das ganz persönliche Miteinander, in den Vordergrund der Verbindung. 20 Jahre später gibt der Erfolg ihnen recht. Die Besuche zwischen Holon und Hann. Münden, an denen gerade auch viele junge Leute teilnehmen, sind illustres Beispiel für eine lebendige Partnerschaft. Und kulturell geht es dabei ohnedies zu: Voriges Jahr begeisterte zum Beispiel die junge israelische Folkloregruppe Combinations mit Musik das Mündener Publikum. Schüler aus den Partnerstädten bestückten eine Ausstellung, die vergangenes Jahr auch im Mündener Rathaus zu sehen war, um nur zwei öffentliche Veranstaltungen zu nennen.

Die Mündener feierten mit den israelischen Freunden in Holon 60 Jahre Staatsgründung Israel. David Ben-Gurion rief den Staat Isral 1948 aus. Übrigens genau am 15. Mai.