Weltchronik

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Arolser Weltchronik

Arolser Weltchronik

Bei der nach ihrem ersten bekannten Aufbewahrungsort benannten ‚Arolser Weltchronik’ handelt es sich um eine im bairisch-österreichischen Sprachraum entstandene Bearbeitung der Weltchronik des Heinrich von München. Sie umfasst 60000 Reimpaarverse und behandelt die Weltgeschichte von der Schöpfung bis zur Gegenwart des Schreibers. Rund die Hälfte ist dabei der Antike gewidmet. Die Arolser Weltchronik ist eine kostbare, in Waldecker Besitz befindliche mittelalterliche Handschrift, die um 1400 geschrieben wurde. Nach neuzeitlichen Maßstäben würde ihr Wert sicher in die Millionen gehen. Als ein Berichtszentrum dieses Geschichtswerks präsentiert sich auf über einhundert engbeschriebenen und reich mit Miniaturen ausgestatteten Seiten die Antike. Einer der am reichsten bebilderten Chronikabschnitte ist dem Untergang Trojas und der Flucht der überlebenden Helden rund um Aeneas gewidmet.

Für die Besitzer dieser Chronik, das waren über mehrere Jahrhunderte die Grafen bzw. Fürsten von Waldeck, besaß sie einen sehr hohen Stellenwert. Wie und vorallem wann dieser Prachtkodex aus dem bairisch-österreichischen Raum in die Grafschaft Waldeck kam, ist jedoch nicht bekannt.

Gedacht war die 330 Blätter starke Pergamenthandschrift als herausragendes Prachtstück für die höfische Repräsentation. Der kostbare Kodex hat dort über mehrere Jahrhunderte alle Aussonderungen, Zerstörungen und Auktionen überstanden, bis das Buch in Zeiten höchster wirtschaftlicher Not doch noch verkauft werden musste. Im Jahr 1927 ging die Chronik an die königlich preußische Bibliothek in Berlin, wo sie in der heutigen Staatsbibliothek zu den schillerndsten Schätzen des Mittelalters gehört.