Am Pferdemarkt

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ob am Pferdemarkt die lustige Lokal-Episode passierte, die meine Großeltern früher des Öfteren und meist auch gemeinsam zum Besten gaben, kann ich heute nicht mit Sicherheit behaupten; denn beide sind schon vor Jahrzehnten verstorben. Aber sicher ist, dass das, was ich hier schildere, sich wie folgt tatsächlich so zugetragen hat:

Also, meine Großeltern fuhren früher hin und wieder nach Kassel, um Einkäufe zu tätigen, sei es in der Weihnachtszeit oder zu anderen wichtigen Anlässen. Dabei musste auch in einem Lokal eine warme Mahlzeit eingenommen werden. Mein Opa der sich von seiner Arbeit in jungen Jahren, als Maurer in Kassel gut auskannte, führte meine Oma nun in die Kasseler Altstadt, in eine "Speisegaststätte" einfacher Prägung. Sie setzten sich im Lokal an einen Tisch zu anderen Gästen. Mein Großvater bestellte zwei Mal Frikadellen, Oma war`s einverstanden.

Anwesende Gäste die schon vorher drinnen gesessen hatten, bekamen nun ihre Essensportionen; meine Großmutter, mit dem kurzen Vornamen Elise, sah mehr oder weniger gelangweilt zu. Alles war eigentlich in Ordnung; doch dann wurde sie aufmerksam. "Schon wieder so eine große Frikadelle", dachte sie; "und die sind ja aber auch alle so groß(?!)".

Nun wurde sie misstrauisch. "Jierje, wo sinn mir dann?(!)" War nun ihre energische Frage. Und mein Großvater Georg, sagte wahrheitsgemäß: "Liese me sinn enner Paeremedzgerei". "Dann kannste minne Pordsjohn merre aessen"! War die resolute Antwort meiner Großmutter.

- Und ich bin sicher, sie hat auch nichts anderes gegessen; so gut kannte ich sie. Denn obwohl sie in Borken wohnte, merkte man ihr immer an, dass sie in Gudensberg, im Wotansland, dem Stammesgebiet der Chatten, am "Odinsberg" geboren war! -

- H.-J.Schulz, 30.4.06 -