Wussten Sie schon...? Unbekanntes Waldeck-Frankenberg: Unterschied zwischen den Versionen

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* ... dass der [[Landgraf Heinrich I.]] [[1277]] die [[Burg Hessenstein]] erbauen ließ? [[1328]] wurde sie dem [[Kloster Haina]] verpfändet. Als Verwalter fungierten vor allem die Gaugrafen von [[Goddelsheim]]. Ab [[1555]] war die Burg Sitz des landgräflichen "Amtes von Hessenstein", ab [[1821]] fand hier eine Revierförsterei Aufnahme. Seit [[1922]] ist Hessenstein Jugendherberge und damit die älteste Einrichtung dieser Art in Hessen.<br>''Arndt Böttcher, Frankenberg''
 
* ... dass der [[Landgraf Heinrich I.]] [[1277]] die [[Burg Hessenstein]] erbauen ließ? [[1328]] wurde sie dem [[Kloster Haina]] verpfändet. Als Verwalter fungierten vor allem die Gaugrafen von [[Goddelsheim]]. Ab [[1555]] war die Burg Sitz des landgräflichen "Amtes von Hessenstein", ab [[1821]] fand hier eine Revierförsterei Aufnahme. Seit [[1922]] ist Hessenstein Jugendherberge und damit die älteste Einrichtung dieser Art in Hessen.<br>''Arndt Böttcher, Frankenberg''
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[[Kategorie: Naturpark Kellerwald-Edersee]][[Kategorie: Naturpark Kellerwald-Edersee]][[Kategorie:Waldeck-Frankenberg]]

Version vom 15. Januar 2008, 21:05 Uhr

Allgemein


  • ... dass 1810 während der napoleonischen Ära im Königreich Westphalen die Anlegung von Baumschulen verordnet wurde? Frankenberg hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Baumschule und versteigerte jährlich Birnen und Kirschen.
    Karl-Hermann Völker, Geschichtsverein Frankenberg

  • ... dass der "Bergbeflissene" Franz Ludwig Cancrinus 1767 eine Beschreibung des Kupfererzbergbaus im Waldecker Land lieferte? Die ausführliche Darstellung findet sich in seinem Buch "Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke".
    Johannes Bähr, Bad Wildungen

  • ... dass das Wort Mansarde aus Frankreich kommt? Sonnenkönig Ludwig XIV. brauchte für Luxusleben und Prachtbauten immer Geld. Da kam er auf die Idee, Wohnungen nach Größe zu besteuern - ausgenommen war der Raum unterm Dach. Sein Hofbaumeister Mansart kam auf den Gedanken, Dachgeschosse für Wohnzwecke auszubauen. Diese Wohnungen wurden nicht versteuert. Man gab ihnen den Namen Mansarde.
    Johannes Bähr, Bad Wildungen

  • ... dass die Ederdörfer erst in den 1850er Jahren das alleinige Eigentumsrecht an ihren Gemeindewaldungen erhielten? Die vormals sowohl von den Gemeinden als auch vom Fürstentum ausgeübte Nutzung wie Holzentnahme, Hute und Jagd wurde auf die ideellen Anteile von zwei Dritteln zu einem Drittel festgesetzt und auf die Teilung der Fläche übertragen. Der Gemeindeanteil wurde der sogenannten "Interessentschaft", das ist die Summe der Hofbesitzer, übereignet. Der Anteil des Fürstentums wurde dem Domanialvermögen zugeschlagen.
    Ernst Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen

  • ... dass im Nationalpark Kellerwald-Edersee 15 von 21 in Hessen nachgewiesenen Fledermausarten leben? Darunter sind Mausohr, Abendsegler, Bechstein- und Bartfledermaus.
    Catharina Karn, Nationalparkverwaltung

  • ... dass waldeckische Soldaten seit dem 17. Jahrhundert in ganz Europa begehrt waren? So dienten sie für die Republik Venedig, in Nordamerika, in den Türkenkriegen, im pfälzischen Krieg, im spanischen, polnischen und österreichischen Erbfolgekrieg. Durch die Stellung der Truppen konnte das Waldecker Herrscherhaus eine neue Geldquelle auftun. Das stehende Heer war zudem Ausdruck gestärkter Souveränität der absolutistischen Monarchen. Und durch kluge Bündnispolitik gelang es dem kleinen Waldeck so, seinen Besitzstand lange Zeit zu wahren.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass in Hessen noch immer die Todesstrafe gilt? Artikel 21 der Landesverfassung sieht diese Strafe für "besonders schwere Verbrechen" vor. Das Grundgesetz (Art. 31 und 102) hebt diese Bestimmung jedoch auf. Gleichwohl hat sich der Hessische Landtag nicht zur Aufhebung der Todesstrafe in Hessen durchringen können.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass Flurzwang und Dreifelderwirtschaft mit der "Verkoppelung" (Flurbereinigung) ein Ende nahmen? Diese sorgte dafür, dass jeder Bauer sein Land auf einem öffentlichen Feldweg erreichen konnte, dass seine Parzelle eine ausreichende Größe besaß, um sie individuell zu bewirtschaften und dass er sich nicht mehr an die Dreifelderwirtschaft mit Sommerfrucht, Winterfrucht und Brache halten musste.
    Ernst Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen

  • ... dass die Edersee-Region verantwortlich ist für die massenhafte Verbreitung des Waschbären in Europa? Sie war optimaler Lebensraum für die beiden 1934 ausgesetzten Paare. Mittlerweile schätzt man den kontinentalen Bestand auf 250.000. Der Waschbär ist ein Raubtier und stammt ursprünglich aus Amerika. Als Allesfresser hat er sich sehr gut an die Wohlstandsgesellschaft angepasst und ruft daher sehr unterschiedliche Reaktionen bei seinen "menschlichen Mitbewohnern" hervor.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass die ehemalige waldeckische Fürstentochter Emma von den Niederländern verehrt wird? Nachdem ihr Mann, König Wilhelm III., verstorben war, übernahm sie 1890 die Regentschaft für ihre noch minderjährige Tochter Wilhelmina. In dieser Zeit reformierte sie die niederländische Monarchie, was sie überaus populär machte, und besuchte mehrfach ihre alte Heimat Waldeck. Die "Königin-Emma-Höhe" am Homberg in Bad Wildungen erinnert noch heute an die Uroma von Königin Beatrix.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen


  • ... dass die durch den Reichsfreiherrn vom Stein Anfang des 19. Jahrhunderts betriebenen Bauernbefreiung sich in Waldeck erst in einem langwierigen Prozess durchgesetzt hat? Sie wurde hier durch eine fürstliche Verordnung zur Ablösung der Dienstpflicht gegenüber den staatlichen Meiereien und den Kirchen eingeleitet. Sie endete in den 1890er Jahren mit der von der damals preußischen Regierung veranlassten "Verkoppelung" (Flurbereinigung).
    Ernst Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen


  • ... dass der so genannte Flurzwang auf einem Sachzwang und nicht etwa auf einer obrigkeitlichen Anordnung beruhte? Die einzelnen Flurstücke oder "Gewende" (auch "Gewanne"), bestanden aus einer Vielzahl kleiner Ackerstreifen verschiedener Eigentümer, so dass eine individuelle Bewirtschaftung nicht zweckdienlich war. Die Art der Nutzung musste übereinstimmen; Aussaat und Ernte mussten gleichzeitig angegangen werden.
    Ernst Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen

  • ... dass unser Landkreis Standort einer atomaren Wiederaufbereitungsanlage werden sollte? 1981/82 war angedacht, abgebrannte Kernbrennstoffe bei Volkmarsen, Diemelstadt-Wethen oder Frankenberg-Wangershausen zu lagern. Heftige Demonstrationen und Wahlerfolge von Atomkraftgegnern sorgten mit dafür, dass das Projekt dann doch scheiterte.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass der Nationalpark Kellerwald-Edersee bereits drei Jahre alt ist? Er ist der jüngste und zweitkleinste der insgesamt 14 Nationalparks in Deutschland. Weil die Buchenwaldbestände für Westeuropa einzigartig sind, ist der Park sogar für das Weltnaturerbe bei der UNESCO angemeldet worden.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass man noch nach dem Krieg aus den Wurzeln der schön blau blühenden Wegwarte Kaffeeersatz herstellte? Da Bohnenkaffee sehr teuer war, wurde er zu Feiertagen mit Zichorie der Firma Franck gestreckt. Man kaufte eine Stange Zichorietabletten, circa 4-5 cm Durchmesser und brühte sie mit den Kaffeebohnen zusammen. Man konnte Zichorietabletten auch zur dunkleren Färbung von Malzkaffee benutzen. Vielleicht kommt daher der Ausdruck "Blümchenkaffee".
    Werner Eger, Marienhagen

  • ... dass die Kartoffel erst Mitte des 18. Jahrhunderts nach Waldeck kam? Über die europäischen Eroberer aus Südamerika und den hessischen Landgrafen Wilhelm IV. dürfte sie den Weg in unsere Breiten gefunden haben. Der Erdapfel war lange umstritten, weil er - als Gemüse definiert - zunächst zehntfrei war und Ärzte durch seinen Genuss Krankheiten wie Krätze und Faulfieber befürchteten. Lange Zeit galt das Kartoffelgericht nur als Armenessen.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass unser Landkreis erst 33 Jahre alt ist? Den Anstoß zur territorialen Neuordnung gab seinerzeit die hessische Landesregierung. Statt der ursprünglich angedachten Bezeichnung "Ederkreis" einigte man sich auf Waldeck-Frankenberg. Im Wappen des Landkreises findet sich sowohl der waldeckische Stern als auch der hessische Löwe. So machen Name und Wappen die Verbindung der vormals selbstständigen Landkreise deutlich.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

Bad Arolsen


  • ... dass die Wurzeln des Kammerorchesters Korbach-Bad Arolsen bis ins Jahr 1887 zurückreichen? Zwölf Korbacher Bürger fanden sich damals zusammen, um "durch Orchester- und Kammermusik zur Belebung und Hebung des kulturellen Lebens" beizutragen. Der Verein verfügte über ein umfangreiches Satzungsreglement, das unter anderem auch Paragrafen für das Verhalten bei Ausbruch eines Krieges und für die Mobilmachung enthielt. Heute ist das Orchester ein Verband von Liebhabermusikern, der unterstützt durch Profis und gemeinsam mit zum Teil namhaften Solisten wenigstens zwei Konzerte pro Jahr in Korbach und Bad Arolsen gibt.
    Hartmut Wecker, Korbach

  • ... dass Fritz Busch (1890 bis 1951), einer der bedeutendsten deutschen Opern- und Orchesterdirigenten in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Grete Böttcher, der Tochter des aus Mengeringhausen stammenden liberalen Reichstagsabgeordneten Dr. Friedrich Böttcher, verheiratet war? Busch befand sich ab 1910 für kurze Zeit in Diensten des Fürstenhauses Waldeck-Pyrmont. Später war er unter anderem als Dirigent in Stuttgart, Dresden, Buenos Aires und Glyndebourne tätig und leitete die Uraufführungen von Werken von Strauß, Busoni und Hindemith. Fritz Busch und seine Ehefrau fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Mengeringhausen.
    Dr. Hartmut Wecker, Korbach

  • ... dass die Nicolai-Kirche in Mengeringhausen einen schiefen und abgeknickten Turm hat? In der mittelalterlichen Zeit war das Geläut (die Glocken) der Kirchen außen am Turm angebracht, deshalb musste das Gebälk (die Zimmerung) des Turmes auch als Widerlager für den Glockenstuhl dienen. - durch die Statik erklärlich.
    Johannes Bähr, Bad Wildungen

  • ... dass auch die Läufer und Pritschenmeister früher einen Ehrensold für ihren Einsatz bekamen? Neben zehn Talern waren das jeweils ein paar Schuhe für sie.
    Christian Meuser, Stadtarchivar Mengeringhausen

Bad Wildungen


  • ... dass die Eder im Winter 1886/87 eine so starke Eisdecke gebildet hatte, dass sich beim Frühjahrstauwetter riesige Eisbarrieren zwischen Wega und Mandern bildeten? Das nachdrängende Wasser verursachte riesige Überschwemmungen. Versuche, den Eiswall von Mandern her aufzubrechen, misslangen, da im Flussbett kein Wasser mehr floss, welches das losgeschlagene Eis fortschwemmen sollte. - Man musste warten, bis die Natur selbst das Problem löste.
    Ernst Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen

  • ... dass ein medizinisches Instrument zur konservativen Entfernung von Harnleitersteinen den Namen eines Wildunger Arztes trägt? Die Zeiss-Schlinge wurde nach Dr. Ludwig Zeiss benannt, der auch Chefarzt der Sanatorien "Reinhards- und Helenenquelle" war und 1958 in Bad Wildungen verstarb.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass der Sommer des Jahres 1893 derart trocken war, dass der Wildebach bei Wega fast versiegte? Die Familie Waldschmidt musste ihre Mühle für mehrere Monate mit einer Dampfmaschine betreiben.
    Ernst Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen

  • ... dass Dr. Wolrad Marc ein international bekannter Arzt war? In Goddelsheim 1846 geboren, Schüler am Korbacher Gymnasium, gründete sich sein späterer Ruhm in Bad Wildungen auf seine hervorragende Technik der unblutigen Blasensteinzertrümmerung. Zu seinen Patienten zählten die Könige von Holland und Württemberg, die Herzöge von Bayern und Meiningen, Fürsten und Großfürsten aus Russland, der Naturforscher Ernst Haeckel und Pastor Bodelschwingh. Eine Straße und ein Turm tragen noch heute seinen Namen.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass Vorläufer der Wildunger Spielbank bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen? Dienten zunächst Kegelbahn, Billard, Karten- und Würfelspiele zum Zeitvertreib, gab es ab 1850 ein Roulette im Kurhaus, das jedoch bald verboten wurde. 1856 wurde im Kursaal an der heutigen Victorquelle eine Spielbank eingerichtet, die bis 1872 in Betrieb war.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass der Sonderrain in Bad Wildungen Ort eines tragischen Unglücks war? 1824 erhielt Pfarrer Hofmann aus Mühlhausen einen Ruf nach Odershausen. Auf der Reise in einem Zweispänner im offenen Wagen und ohne Beleuchtung verirrte er sich mehrfach in der Dunkelheit. Während der Knecht und die Tiere den tiefen Sturz vom Sonderrain ins Helenental leicht verletzt überlebten, starb der Pfarrer, ohne je sein Ziel erreicht zu haben.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass ein medizinisches Instrument zur konservativen Entfernung von Harnleitersteinen den Namen eines Wildunger Arztes trägt? Die Zeiss-Schlinge wurde nach Dr. Ludwig Zeiss benannt, der auch Chefarzt der Sanatorien "Reinhards- und Helenenquelle" war und 1958 in Bad Wildungen verstarb.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass für den Einband des Wildunger Casten-Register von 1632 eine Seite einer Gutenberg-Bibel von 1455 genutzt wurde? Die Seite aus Pergamentpapier ist äußerst wertvoll und zeigt sowohl den früheren Wohlstand wie auch die Not zu der Zeit als sie als Einbandmaterial verwendet wurde.
    Aus: Klöster in Waldeck, von Dr. Jürgen Römer

  • ... dass der Versand der Wildunger Heilwässer bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht? Er erfolgte zunächst in Tonkrügen, nach denen die Wildunger als "Schlutten" bezeichnet wurden. Seit dem 19. Jahrhundert gab es dann Glasflaschen. In den 1920er Jahren ging der Flaschenversand in 31 europäische, 14 afrikanische, 20 amerikanische und neun asiatische Länder. Wildunger Wasser wurde auch während der Berlinblockade und in die DDR geliefert.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass die exzellente Kurmedizin in Bad Wildungen sogar eine eigene urologische Schule hervorbrachte? Aufbauend auf den Arbeiten Dr. Carl Rörigs wurde hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine besondere Methode zur Zertrümmerung von Blasensteinen entwickelt. Die Technik war so erfolgreich, dass sie als "Wildunger Operation" in die Medizingeschichte eingegangen ist.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass viele Häuser Bad Wildungens attraktive Beispiele der Bäderarchitektur im Kaiserreich sind? Mit ihren Erkern, Verzierungen, großen Aufgängen und Wintergärten kamen sie den Ansprüchen eines bürgerlichen Kurpublikums nach und spiegeln den Aufstieg der Stadt zum mondänen Bad wider. Zu sehen sind die Villen in der Brunnenallee, Dr.-Born-, Hufeland- und Langemarckstraße.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass bereits vor 100 Jahren in Bad Wildungen Golf gespielt wurde? Im Juli 1907 wurde der Golfplatz auf dem Gelände hinter dem Viehmarktsplatz eingeweiht. Der damalige Kurdirektor Richard Kirchner hatte den Bau einer Golfanlage vorgeschlagen, weil immer mehr Amerikanier und Engländer als Kurgäste kamen. Die Stadt verpachtete das Gelände an die Fürstliche Mineralquellen AG, die dort den heute noch genutzten Platz anlegte.
    Peter Schultheis, Bad Wildungen

  • ... dass August Rennert ein echtes Bad Wildunger Original war? Der wegen eines Unfalls Erwerbsunfähige spielte auf den Straßen eine Drehorgel und wurde deshalb Orgelaugust genannt. Trotz körperlicher Gebrechen wurde er im Ersten Weltkrieg eingezogen. Weil er zu groß und seine Füße zu lang waren, soll er allerdings untauglich gewesen sein für den Einsatz in Schützengräben, behaupten zumindest böse Zungen.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass Wildungen eine Hochburg der Hexenverfolgungen war? Im 16. und 17. Jahrhundert wurden 60 Frauen und acht Männer im Alter ab 10 Jahren Opfer des Hexenwahns. An den Hinrichtungen nahm auch die Schuljugend teil, dem Publikum wurde Wein gereicht. Jungen Wildunger Männern wurde seitens der Universität Oldenburg sogar die Aufnahme verweigert, weil ihre Heimatstadt eine Hochburg der Hexenverfolgungen sei.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass in den 1950er Jahren Eier im Glas sehr beliebt waren. In einer Wildunger Zeitung war zu lesen: 10 Pfennig teurer ist ein Ei im Winter, bei 100 Eiern sind das 10 Mark. Es lohnt sich Eier einzulegen mit Garantol. Nachzulesen in der Ausstellung "Nierentisch und Petticoat" in der Wandelhalle Bad Wildungen.
    Bernhard Weller, Kulturbeauftragter, Bad Wildungen

  • ... dass es sich bei Schwarz-Weiß-Schnitten um einen beliebten Partysnack der 1950er Jahre handelte? Scheiben von Pumpernickel und Schnittkäse wurden mehrfach übereinander gelegt und dann in kleine Happen geschnitten. Aktuell zu bekommen in der Ausstellung "Nierentisch und Petticoat" in der Wandelhalle Bad Wildungen.
    Bernhard Weller, Kulturbeauftragter, Bad Wildungen

  • ... dass die Korrekta-Werke (später Correcta) in den 1950er Jahren viel Geld damit verdienten, Frauen gut aussehen zu lassen? Schulterpolster, Büstenfüller und sogar Wadenauflagen verhalfen zur Wunschfigur. Schon bis Ende 1950 wurden eine Million Schulterpolster produziert. Die Geschichte ist dokumentiert in der Ausstellung "Nierentisch und Petticoat" in der Wandelhalle Bad Wildungen.
    Bernhard Weller, Kulturbeauftragter, Bad Wildungen

  • ... dass der erste Fernsehkoch Clemens Wilmenrod in den 1950er Jahren die gewöhnliche Frikadelle in seinen Sendungen durch die Bezeichnung "arabisches Reiterfleisch" aufwerten wollte? Nachzulesen in der Ausstellung "Nierentisch und Petticoat" in der Wandelhalle Bad Wildungen.
    Bernhard Weller, Kulturbeauftragter, Bad Wildungen

Battenberg


  • ... dass die Dorflinde von Laisa mit dem Bau der Laisaer Kirche im Jahre 1150 gepflanzt worden sein soll? Der Hauptteil des Baumes wurde 1868 - wie auch ein Großteil des Dorfes - bei einem Großbrand vernichtet. Ein Baumstumpf von vier Meter Höhe blieb jedoch erhalten und schlug wieder aus.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

Bromskirchen


  • ... dass das Fachwerk-Rathaus in Bromskirchen im Jahre 1619 von Daniel Dornseiff aus Somplar erbaut wurde? Im Erdgeschoß befand sich bis 1948 ein Backhaus, die Räume darüber dienten als Schul- und Beratungszimmer.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

Frankenau


  • ... dass die so genannten Hugenotten im Landkreis Spuren hinterließen? So kamen evangelische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich auch nach Louisendorf, einem Stadtteil von Frankenau. 1678 wurden dort 16 Familien mit 118 Personen angesiedelt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Schule und Gottesdienst Französisch gesprochen, als Umgangssprache hielt es sich bis weit ins 20. Jahrhundert. Heute zeugt noch die Kirche von den Wurzeln dieses "Klein-Frankreichs" mitten in Nordhessen.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

Frankenberg


  • ... dass 1788 folgende Wirtshäuser in Frankenberg Schilder mit klingenden Namen führen durften: "Die Goldene Bretzel", "Der Grüne Baum", "Der Reuther", "Die drei Kronen" und "Die Traube"? Im Gasthof "Goldene Bretzel" logierten vornehme Leute. Nur dieser Betrieb durfte Wein, Bier und Branntwein selbst herstellen und ausschenken.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • .... dass im 19. Jahrhundert die Stadt Frankenberg aus ihrem Keller allen Förstern, Pfarrern, Schulmeistern und anderen Bediensteten jährlich "zwei Maß Besoldungswein" ausschenken musste? Erst 1898 wurde dieses Recht abgeschafft.
    Karl-Hermann Völker, Geschichtsverein Frankenberg

  • ... dass im 15. Jahrhundert der Frankenberger Bevölkerung sechs Brunnen zur Verfügung standen? Nach der detaillierten Schilderung des Chronisten Wigand Gerstenberg befanden sich in der Altstadt u.a. der "Große Born" (32,4 m tief) neben dem Steinhaus und der "Fleischborn" (28,8 m tief) unterhalb des Rathauses.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass das Kupfererz trotz geologischer Schwierigkeiten im Raum Frankenberg bergmännisch abgebaut wurde? Der hohe Silbergehalt von 16 Prozent machte die aufwändige Gewinnung interessant.
    Johannes Bähr,Bad Wildungen

  • ... dass im mittelalterlichen Frankenberg der Ausschank fremden Bieres verboten war? Jedem Bürger stand das eigene Brauen frei, und zwar seit 1394 jedem Handwerker einmal im Jahr, den anderen zweimal. Dafür wurde ein besonderes Braugeld erhoben.
    Karl-Hermann Völker, Geschichtsverein Frankenberg

  • ... dass Frankenberg nach der Stadterweiterung (die Neustadt wurde 1587 durch eine gemeinsame Mauer umschlossen) fünf Stadttore und 20 Wachtürme besessen hat? Einige dieser Stadttore haben sich bis heute noch zumindest als Straßennamen erhalten: die Teichpforte, das Wassertor sowie die Linnertor-Straße. Mit Aufgabe der Stadtmauer (um 1290 fertiggestellt) verfielen auch die anderen Tore bzw. Pforten (Geismarer und Neustädter Tor).
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass sich der Name der Steubergasse in Frankenbergs Altstadt von dem Staube der Asche ableitet, der von der "Aschergasse" (Pferdemarkt und Geismarer Straße) herrührte? Dort wohnten viele Leinenweber und Kürschner. Wenn sie ihre Werkstätten reinigten und mit Besen kehrten, so kam der Wind und machte viel Staub.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass es in Frankenberg eine Straße namens "Dellbrücke" gibt? Im Mittelalter hieß sie auch "Dielenbrücke". Dort wohnten Ackerleute und Gerber. In dieser Gasse musste man über "delen" (=Dielen) und andere Hölzer gehen, weil es hier gewöhnlich schutzig und matschig war.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass der alte Schnödeweg in Frankenberg laut Mitteilung der Polizeiverwaltung vom 1. Mai 1915 als Müllabladeplatz werwendet werden musste? Der Name dürfte vom Mittelhochdeutschen "snoede" abgeleitet werden, was so viel wie "ärmlich, gering" bedeutet.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass die Frankenberger Stadtverordneten 1955 eine Straße im Wohngebiet Kegelberg nach der bekannten Frankenberger Kaufmannsfamilie Freiling benannt haben? Der "Stammhalter" Heinrich Friling kam aus Fritzlar und war zwischen 1244 und 1264 Schöffe in Frankenberg. Ihm wird der Bau des Steinhauses am Pferdemarkt zugeschrieben. Sein Sohn Werner soll 1281 der erste Bürgermeister der Illerstadt geworden sein. Die Frilings (ab 16. Jahrhundert: Freiling) waren im 14. Jahrhundert hier das reichste Geschlecht.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass die Polizeiverwaltung der Stadt Frankenberg im Juni 1900 das Scherbenwerfen an Polterabenden verbot, weil es ein derartiges Ausmaß angenommen hatte, dass nachher die Straßen häufig unpassierbar waren und der öffentliche Verkehr gefährdet wurde?
    Horst Hecker, Frankenberg

  • ... dass im Frankenberger Neubaugebiet "Hinterscheide" zwei Straßen nach ehemaligen jüdischen Mitbürgern benannt worden sind? Seit 1994 gibt es dort die Dilloff- und die Sternstraße. Samson Dilloff war von 1919 bis 1933 Magistratsmitglied der SPD, er musste Frankenberg 1938 verlassen, er ging nach New York. Ferdinand Stern war von 1914 bis 1938 Lehrer an der hiesigen Judenschule. Er kam wie viele andere jüdische Mitbürger Frankenbergs in einem Konzentrationslager um.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass im Frankenberger Wohngebiet Hinstürz eine Johann-Emmerich-Straße existiert? Wegen seiner Verdienste um Frankenberg wurde eine Straße 1950 nach dem früheren Stadtschreiber und Schöffen (gest. 1494) benannt. Er verfasste das Frankenberger Stadtrecht, weil die schriftlichen Unterlagen während des großen Brandes 1476 verloren gingen.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass sich im Schloss Sachsenburg (vor unserer sächsischen Partnerstadt Frankenberg über dem Zschopautal gelegen) zwischen 1943 und 1945 ein "Institut für Mikrobiologie" der deutschen Wehrmacht befunden hat? Erst vor wenigen Jahren wurde aktenkundig nachgewiesen, dass man dort Pestimpfstoffe und keine Bio-Waffen - wie im Nürnberger Prozess nach 1945 behauptet - entwickelt hat. Diese Entdeckung gab Anlass zu einer Ausstellung "Schwarzer Tod und Amikäfer - Die Sachsenburg und der biologische Krieg", die seit 1994 in einigen Räumen des Schlosses gezeigt wird.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass nach dem namhaften Pädagogen Prof. Dr. Friedrich Trost eine Schule sowie eine Straße in Frankenberg genannt worden sind? Friedrich Trost wurde 1900 in Frankenberg geboren. Bis zu seinem Tode 1965 war er Direktor des Seminars für Erziehungs- und Bildungswesen an der Hochschule für Erziehung in Gießen, dem er seit 1947 vorstand.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass in Mittelfranken - zwischen Würzburg und Steigerwald - eine Erhebung namens Frankenberg existiert? Dieser Frankenberg beherbergt noch heute das Schloss (Vorder-)Frankenberg, das eine wechselhafte Geschichte hinter sich hat. Der Besitzer dieses Schlosses war übrigens Ulrich von Hutten (1488 bis 1523), der es um 1520 erwarb. Nach dem Aussterben der Frankenberger Linie dieses Adelsgeschlechts 1783 gelangt es in den Besitz des Freiherrn von Pöllnitz, ab 1979 bewohnt Baron Lerchenfeld Schloss Frankenberg.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass fast auf den Tag genau vor 50 Jahren - am 17. September - im Frankenberger Ederdorf eine neue Straße nach Henrich Baltz benannt wurde? Justus Henrich Baltz (1748 bis 1820) war unter anderem Bürgermeister und "lutherischer Kirchensenior" in Frankenberg. Zusammen mit seiner Frau Anna Elisabeth geb. Finkeldey, stiftete er noch zu Lebzeiten 1.000 Reichstaler. Die Zinsen dieser "Baltzschen Stiftung" sollten unter die Schüler und Lehrer der lutherischen und reformierten Religionen jährlich verteilt werden. Durch die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg ging diese Stiftung unter.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass es Frankenberger Kornähren gibt? Es handelt sich um Versteinerungen, die sich heute noch auf den Halden im ehemaligen Frankenberger Bergwerksgelände finden lassen. Diese Frankenberger Kornähren treten in verschiedenen Formen auf, unter anderem auch als Kornblumen oder Farnkräuter. Bis 1818 wurden rund 220 Jahre zwischen Geismar und Frankenberg (zum Beispiel auf den Weißen Bergen) Kupfer- und Silbererze abgebaut.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass es in Frankenberg in Sachsen bis 1990 eine bedeutende Fahrzeugindustrie gegeben hat? In den Barkas-Werken, dem größten Arbeitgeber der Stadt, wurden Kleinbusse (Marke "Barkas") und Kleintransporter (Marke "Framo") sowie viele Teile des Trabi produziert. Der Name "Barkas" leitet sich von Hamilkar Barkas, einem kathagischen Feldherrn, ab - was so viel wie Blitz bedeutet. Der Bakas B 1000 erreichte übrigens mit seinen 42 PS allerhöchstens 100 km/h.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass sich am Markt der Partnerstadt Frankenberg/Sachsen eine Buchdruckerei befindet? In dieser Druckerei - gegründet 1842 von C. G. Rossberg - steht die älteste (in der vormaligen DDR) erhaltene Buchdruckerpresse. Auf ihr wurde erstmals in der Welt am 11. Oktober 1845 eine Zeitung auf Holzschliffpapier gedruckt. Dort trifft man heute auch das Druckereimuseum Roßberg an, in dem u.a. seltene Faksimiles des Evangeliars Heinrich des Löwen (des teuersten Buches der Welt) und der erste "Duden" von 1880 zu besichtigen sind.
    Arndt Böttcher,Frankenberg

  • ... dass im Unterschied zum Ackerstädchen Frankenberg/Eder die sächsische Partnerstadt bei Chemnitz schon seit dem Mittelalter ein starkes gewerbliches Leben besaß? Der Bergbau spielte schon sehr früh eine wichtige Rolle, von altersher ist Frankenberg/Sachsen als Weberstadt bekannt. neben der Textilindustrie übernimmt ab 1842 die Zigarrenproduktion die führende Stellung. So arbeiteten allein in dieser Branche 1903 über 1.500 Personen (bei über 1.200 Einwohnern), die jährlich 110 bis 115 Millionen Zigarren herstellten.
    Arndt Böttcher,Frankenberg

  • ... dass eines der fünf neueren Stadtteile der sächsischen Partnerstadt Frankenberg Sachsenburg heißt? An dessen Ortsrand erhebt sich über dem Zschopatal das spätgotische Schloss gleichen Namens - eine der Sehenswürdigkeiten dieser Gegend. Unterhalb des Schlosses wurde in der Nazizeit zwischen 1933 und 1937 ein Konzentrationslager eingerichtet, in dem durchschnittlich 2.000 Antifaschisten eingesperrt wurden.
    Arndt Böttcher, Frankenberg.

  • ... dass die sächsische Partnerstadt Frankenberg erstmals urkundlich 1282 (das hessische Frankenberg 1240) "civitas" (Stadt) genannt wurde? Die Ansiedlung an der Zschopau entwickelte sich seit ihrer Gründung Ende des 12. Jahrhunderts vor allem durch den Abbau der einstmals ergiebigen Erz- und Silberfunde in dieser Gegend.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass im Juli 1778 der Frankenberger Feldschütze Carle Balzer im Madenbach ermordet wurde? Der aus Frankenberg stammende Mörder, der aus Rache gehandelt hatte, wurde im Mai 1779 in Marburg durch das Schwert hingerichtet.
    Horst Hecker,Frankenberg

  • ... dass im Jahre 1883 im damaligen Deutschen Reich nicht weniger als 16 Ortschaften den Namen Frankenberg trugen? (auf österreichischem Gebiet 5). Die jeweils größte Gemeinde war übrigens die heutige sächsische Partnerstadt Frankenberg an der Zschopau mit 11.207 (1988 15.174) Einwohnern.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass Frankenbergs gleichnamige Partnerstadt in Sachsen (seit 1. Februar 1990) offenbar von Siedlern auch aus unserer Region am Ende des 12. Jahrhunderts (1188?) als Waldhufendorf im Tale der Zschopau gegründet worden ist ? Darauf weisen auch andere Ortsnamen im Umkreis von Frankenberg/Sachsen: z.B, Sachsenberg/-burg, Bockendorf, Hainichen, Altenhain und Frankenau.
    Arndt Böttcher,Frankenberg

  • ... dass es in Aachen eine "Burg Frankenberg" gegeben hat? Diese Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. In ihr hat übrigens der bekannte Flugzeugkonstrukteur Hugo Junkers zwischen 1897 und 1912 gewohnt. Seit 1961 befindet sich ein Museum für Stadtgeschichte in der ehemaligen Burg.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass die Metzger und Juden im Oberfürstentum Hessen verpflichtet waren, dem Frankenberger Bergwerk alljährlich eine bestimmte Menge Unschlitt zu liefern? Unschlitt ist tierisches Fett, das beim Schlachten von Rindern gewonnen wurde. Es diente im Bergwerk hauptsächlich zur Beleuchtung.
    Horst Hecker, Frankenberg

  • ... dass in den Torhäusern der Frankenberger Stadtmauer laut Katastervorbericht 1788 bevorzugt Hirten untergebracht waren? Es wohnten im Wachhaus am Linner Tor, am Geismarer Tor und im Wachhaus am Mühlentor jeweils Kuhhirten, in der Teichpforte und am Wassertor ein Schweinehirte. Auf dem Neustädter Tor, das zugleich als Gefängnis diente, hatte ein Feldhüter seine Herberge.
    Karl-Hermann-Völker, Burgwald-Wiesenfeld

Gemünden (Wohra)


  • ... dass die Grüsener Juden erst seit 1895 eine eigene Gemeinde bildeten? Bis dahin gehörten sie zur Synagogengemeinde Gemünden.
    Horst Hecker, Frankenberg

  • ... dass es in Gemünden im Jahr 1854 226 Wohnhäuser mit 271 Familien gab. Die Zahl der Einwohner betrug damals 1.428, wovon 690 männlich und 738 weiblich waren.
    Horst Hecker, Frankenberg

  • ... dass es in Hessen früher die sogenannte "Fräuleinsteuer" gab? Dabei handelte es sich um eine Landsteuer, die immer dann ausgeschrieben wurde, wenn eine hessische Prinzessin heiratete. Von dem Geld wurden Aussteuer und Hochzeit bezahlt. 1556 beispielsweise wurden durch die Stände 60.000 Gulden dafür bewilligt, wovon die Stadt Gemünden 290 Gulden trug.
    Horst Hecker, Frankenberg

  • ... dass es östlich von Sehlen (Stadtteil von Gemünden) ein Naturdenkmal gibt, das im Volksmund als die "Donisse" bezeichnet wird? Der noch heute sichtbare Turmhügel gehörte zu einer altkarolingischen Wallanlage aus dem 9. Jahrhundert. Er soll noch im 19. Jahrhundert sechs bis acht Meter hoch und ziemlich steil gewesen sein.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

Korbach


Louis Peter, Korbach
  • ... dass Louis Peter eigentlich Ludwig Friedrich Peter hieß? Als der gebürtige Alleringhäuser im Jahr 1863 auf der Suche nach Arbeit nach Frankfurt am Main ging, nannte er sich fortan der Mode nach "Louis". Die Korbacher sprachen scherzhaft vom "Gummi-Peter". Seine Verwandtschaft fand später für ihn einen anderen Namen: "Alter Herr".

  • ... dass die berühmte Malerfamilie Tischbein ihre Wurzeln im Kloster Haina hat? Deren "Urvater" war der Hospitalbäcker Johann Conrad Tischbein. Im 18. und 19. Jahrhundert gingen aus der Familie etwa 40 bedeutende Künstler hervor. Der Bekannteste ist wohl Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, der das berühmte Goethe-Porträt schuf ("Goethe in der Campagna"), das sich heute im Frankfurter Städel befindet. Das Tischbeinhaus in Haina kann man besichtigen.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass die Wurzeln des Kammerorchesters Korbach-Bad Arolsen bis ins Jahr 1887 zurückreichen? Zwölf Korbacher Bürger fanden sich damals zusammen, um "durch Orchester- und Kammermusik zur Belebung und Hebung des kulturellen Lebens" beizutragen. Der Verein verfügte über ein umfangreiches Satzungsreglement, das unter anderem auch Paragrafen für das Verhalten bei Ausbruch eines Krieges und für die Mobilmachung enthielt. Heute ist das Orchester ein Verband von Liebhabermusikern, der unterstützt durch Profis und gemeinsam mit zum Teil namhaften Solisten wenigstens zwei Konzerte pro Jahr in Korbach und Bad Arolsen gibt.
    Hartmut Wecker, Korbach

  • ... dass der fünfgeschossige Wohnturm der Turmburg Nordenbeck bei Korbach aus dem Jahre 1412 stammt? Im selben Jahre wurde er als Bergfried zusammen mit einem Schloss errichtet. Nach mehrfachem Besitzwechsel erwarb 1826 die Familie Canisius Burg und Burghof. Das Schloss wurde 1854 abgerissen.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass der Georg-Viktor-Aussichtsturm auf dem Eisenberg bei Korbach an der Stelle steht, die im Mittelalter eine Burg der Grafen von Waldeck eingenommen hat? Er wurde 1905 errichtet und ermöglicht heute einen einmaligen Überblick auf den zwischen 1974 und 1985 restaurierten Grundriss der Burg aus dem 13. Jahrhundert.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass die erste und einzige Klostergündung in Korbach in 1487 erst recht spät erfolgte? Gestiftet von Graf Philipp II. war das Franziskanerkloster zugleich das letzte in Waldeck gegründete Kloster und musste gegen den Widerstand der Bürger gebaut werden.
    Aus Klöster in Waldeck, von Dr. Jürgen Römer

  • ... dass die "Korbacher Spalte" eine Fossilfundstelle von internationaler Bedeutung darstellt? Hier wurden 250 Millionen Jahre alte Reste von Vorfahren der Säugetiere und von Sauriern ausgegraben. Den prominentesten Vertreter namens "Procynosuchus" nennen die Forscher übrigens liebevoll "Procy" oder wegen seines Aussehens auch "Korbacher Urdackel". Führungen finden Sonntagvormittags statt.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass Hans Staden aus Korbach mit seinem Buch "Wahrhaftige Historia" die Basis für die Geschichtswissenschaft Brasiliens legte? Darin schildert der Soldat seine Abenteuer bei den Tupinamba-Indianern, die Kannibalen waren. Eine Ausstellung im Wolfgang-Bonhage-Museum widmet sich diesem europäischen Entdecker aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

Lichtenfels


  • ... dass die Mündener Kirche einen Taufengel und einen Altaraufsatz beherbergt, die 1701 vom Waldecker Barockbildhauer Josias Wolrat Brützel geschaffen wurden? Die Kirche wurde der Jungfrau Maria geweiht, das Patronat hatten die Herren von Dalwigk inne.
    Aus: Vereinschronik Schützenverein Münden

  • ... dass Schloss Reckenberg im Orketal (oberhalb der Einmündung des Heimbachs) 1671 von Generalmajor Philipp Elmerhaus von Eppe und seiner Gemahlin Clara Ursula geborene Dersch aus Viermünden, neu erbaut wurde? Ursprünglich war Reckenberg eine Wasserburg, die als Lehen des Klosters Corvey den Herren von Eppe gehörte.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

Rosenthal


  • ... dass das Rathaus der Stadt Rosenthal im Jahre 1651 erbaut worden ist? Seitdem erlebte dieser prächtige Fachwerkbau drei größere Umbauten. Erst im Zuge des letzten Umbaus 1922/23 konnten die Verschandelungen aus dem 19. Jahrhundert beseitigt werden. Gleichzeitig wurde im alten hölzernen Portalschmuck über dem Eingang an der Südseite das Wappen von Rosenthal mit schmückendem Schnitzwerk und dem Gründungsjahr 1380 eingearbeitet.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass nach einem alten Brauch in Rosenthal an Gründonnerstag vor der Predigt die Mägde des Pfarrers und des Opfermanns von Haus zu Haus gingen und die "Gründonnerstagseier" für ihre Dienstherren einsammelten? Die Eiabgabe gehörten zur Pfarrkompentenz; im Jahr 1885 beispielsweise betrug die Lieferung 273 Stück.
    Horst Hecker, Frankenberg

Vöhl


  • ... dass der Erzbergbau zum Erliegen kam, weil die Holzkohle zum Verhütten aus dem benachbarten Sauerland zu teuer wurde? Die alten Stollen im Raum Thalitter nutzte die Gemeinde Vöhl für Leitungen für Brauch- und Abwasser.
    Johannes Bähr, Bad Wildungen

  • ... dass sich im Pfarramt Obernburg eine Bibel befindet, die von dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg drei Tage nach seinem Tode unterschrieben wurde? Die Bibel wurde anlässlich der vorbildlichen Renovierung der Obernburger Pfarrkirche von dem Reichspräsidenten gestiftet. Wahrscheinlich hat von Hindenburg mehrere Bibeln im voraus signiert und ein Schreiber der damaligen Regierung hat den Widmungsstext über die Unterschrift gesetzt, ohne zu wissen das der Reichspräsident bereits verstorben ist.
    Jörg Wiesemann, Obernburg

  • ... von 1710 bis 1868 Kupfererze in Thalitter und Goddelsheim gewonnen, gefördert und verhüttet wurden? Sie enthielten ebenfalls Silber. Nach Norden hin - in der Korbacher Bucht - wurde das Material sogar goldhaltig.
    Johannes Bähr, Bad Wildungen

  • ... dass am 19. Januar das Nationalparkzentrum Kellerwald in Herzhausen eröffnet wird? Die Ausstellung soll zu den innovativsten in Deutschland gehören.
    Catharina Karn, Nationalparkverwaltung

  • ... dass der Prinz Gustaf von Schweden die Burgruine Itterburg (Ortsteil Thalitter) im Jahre 1815 gekauft hat, um sich fortan "Graf von Itterburg" nennen zu können? Die Burg Itter wurde erstmals 793 als Haupthof Ittera erwähnt. Die Besitzer waren die Herren von Itter. 1356 soll der letzte Herr von Itter von seinem Neffen erstochen worden sein. 1951 erwarb die Gemeinde Thalitter das Gelände der Itterburg und restaurierte die Reste der Burg.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass die Gemeinde Vöhl von 1883 bis 1889 einen hauptamtlichen Maulwurfsjäger hatte? Friedrich Böttger aus Freienhagen verpflichtete sich, "auf sämtlichen Wiesen, in den Gärten und auf den Flachsländern gehörig zu fangen". Er bekam dafür 50 Mark in 2 Raten am 1. Juli und 1. November und an den Fangtagen Kost und Logis frei.
    Werner Eger, Vöhl

Volkmarsen


  • ... dass das Erdgeschoss des Volkmarser Rathauses früher eine Kaufhalle war und der riesige Dachboden als Zehntscheune und Vorratslager für Brotgetreide diente? Im Jahr 1327 wurde das Rathaus erstmals in einer Urkunde erwähnt, es muss also zu dieser Zeit schon erbaut gewesen sein.
    Ernst Klein,Volkmarsen

  • ... dass die Volkmarser wegen des ständigen Brennholzmangels mindestens seit 1827 eine umfangreiche Torfstecherei in städtischer Regie auf dem Stadtbruch betrieben? Torf war lange Zeit der meistgenutzte Brennstoff für Wohnhäuser und öffentliche Gebäude.
    Ernst Klein, Volkmarsen

  • ... dass 63 Volkmarser im Jahr 1849 in Bremen Opfer eines Betrügers wurden? Er kassierte das Schiffsgeld und verschwand nach Amerika, ohne die Passagen für die Auswanderer zu bezahlen. Zwischen 1840 und 1860 waren wegen der großen Armut zahlreiche Volkmarser ausgewandert - die meisten nach Nordamerika, aber auch Australien, Südamerika und Russland waren Ziele.
    Ernst Klein, Volkmarsen

Waldeck


  • ... dass "Waldeck" in Kanada liegt? Der Ort befindet sich in der Provinz Saskatchewan, östlich der Stadt Calgary. Auch in Deutschland gibt es etliche Orte gleichen Namens: einmal in Thüringen, je zweimal in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg und gleich viermal in Bayern.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

  • ... dass sich in der Sachsenhäuser Sankt Nikolauskirche ein kostbares Sandsteinrelief aus der Mitte des 15. Jahrhunderts befindet? Auf dem Boden lang hingestreckt, in übersteigerter Größe dargestellt, liegt Christus mit schmerzverzerrtem Gesicht unter dem Kreuz in Taufform.
    Dagmar Kuncke, Waldeck

  • ... dass Lehrer Hellbom, der jüdische Kinder unterrichtete, wegen unzureichender Papiere aus der Stadt Sachsenhausen ausgewiesen werden sollte? Der Bürgermeister setzte sich zwischen 1832 und 1835 mehrfach für sein Verbleiben ein und riskierte selbst eine Strafe. Lehrer Hellborn hatte sich wegen seiner vorbildlichen erzieherischen Tätigkeit große Verdienste erworben.
    Dagmar Kuncke, Waldeck

  • ... dass Alfred Loeb als Junge Waldeck verlassen musste, weil die Familie jüdisch war? Seine Eltern betrieben in Netze eine Gastwirtschaft. Schon im 17. Jahrhundert waren die Loebs im Waldecker Land ansässig. In einem Brief aus dem Jahre 1985 schrieb er an Schüler der Mittelpunktschule Sachsenhausen: "Waldeck ist der schönste Fleck auf der Welt. Ich habe schon viele Länder gesehen - aber keines ist wie Waldeck. Ich freue mich immer, wenn ich von dort höre. Für mich ist Waldeck das Land des Lächelns.
    Dagmar Kuncke Waldeck

  • ... dass bis 1817 am Rathaus in Sachsenhausen vier Miststätten waren, für die die Besitzer, unter anderem Georg Schmincke, Miststättengeld an die Stadt zahlen mussten? Durch die Erweiterung des Rathauses 1818 fielen diese Miststätten und damit auch die Abgaben weg.
    Dagmar Kuncke, Waldeck'

  • ... dass im Jahr 1847 in der Gemeinde Vöhl 322 Sperlinge an den Kreisrat des Kreises Vöhl geliefert worden sind? Aufgrund des Erlasses vom 8. April 1834 war jeder Hausbesitzer verpflichtet, sechs Sperlinge beim Kreisrat abzuliefern. Die Köpfe wurden abgeschnitten, den Körper konnte der Hausbesitzer behalten. Außerdem bekam er pro Vogel zwei Heller Entgelt.
    Werner Eger, Vöhl

  • ... dass der Bürgermeister von Vöhl im 19. Jahrhundert wegen des nicht erfolgten Berichts über die Vernichtung von Sperlingen vom Kreisrat gerügt wurde? Es war gewissermaßen die letzte Verwarnung. Der Bürgermeister musste innerhalb drei Wochen den erforderlichen Nachweis erbringen.
    Werner Eger, Vöhl

  • ... dass im Jahr 1950 die Bauern in Asel-Süd große Sorgen wegen eines riesigen Keilers hatten, der ihre Felder umpflügte? Er "arbeitete" nicht nur in der Nacht, auch am Tag ließ er sich nicht stören. Das Tier kümmerte sich nicht einmal um die Bauern, die in der Nähe auf den Feldern arbeiteten. Vielleicht wusste er, dass der zuständige Förster derzeit kein Gewehr hatte!
    Werner Eger, Vöhl

  • ... dass der erste Landgraf von Hessen, Heinrich I. (1244 bis 1308), im Jahre 1277 die Keseburg bei Ederbringhausen zerstörte und das Gelände dem Kloster Haina übergab? Die Gründung der Keseburg ist nicht bekannt (wahrscheinlich im 8. Jahrhundert); das Geschlecht der Vögte von Keseburg ist seit 1140 in Urkunden des Klosters Haina belegt. Noch heute trägt das Waldgebiet gegenüber dem Vöhler Ortsteil Ederbringhausen den Namen "Keseburg" (von mittelhochdeutsch "kes" oder "keese" = Eichengestrüpp).
    Arndt Böttcher, Frankenberg

  • ... dass der Landgraf Heinrich I. 1277 die Burg Hessenstein erbauen ließ? 1328 wurde sie dem Kloster Haina verpfändet. Als Verwalter fungierten vor allem die Gaugrafen von Goddelsheim. Ab 1555 war die Burg Sitz des landgräflichen "Amtes von Hessenstein", ab 1821 fand hier eine Revierförsterei Aufnahme. Seit 1922 ist Hessenstein Jugendherberge und damit die älteste Einrichtung dieser Art in Hessen.
    Arndt Böttcher, Frankenberg