Wolfhagen

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Wolfhagen mit etwa 13.500 Einwohnern ist die ehemalige Kreisstadt des Kreises Wolfhagen und nach der hessischen Gebietsreform eine Stadt im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Der Landkreis Kassel entstand im Rahmen der hessischen Kreisreform mit Wirkung vom 1. August 1972 aus den ehemaligen Kreisen Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen.

Stadtteile

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Wolfhagen
  • Kreisjagdverein Wolfhagen
  • Kegelverein KC 82
  • Landfrauenverein Wolfhagen
  • Förderverein Musikschule Wolfhager Land e.V.
  • Ländlicher Reit- und Fahrverein 1949 Wolfhagen e.V.
  • Landseniorenvereinigung Wolfhagen e.V.

Kirchen

Sehenswürdigkeiten

  • Evangelische Stadtkirche (dreischiffige gotische Hallenkirche)
  • Evangelische Kirche Altenhasungen (ursprünglich romanische Kirche)
  • Historisches Rathaus (aus dem 16. Jahrhundert)
  • Teile der historischen Stadtmauer

Wolfhagen - die historische Fachwerkstadt lädt ein

Wo früher fränkische und sächsische Stammesgrenzen, wo unweit Hessen und Westfalen zusammentreffen, liegt zwischen dem Ederfluß im Süden und der Diemel im Norden die mittelalterliche Fachwerkstadt Wolfhagen. Die Stadt ist das Mittelzentrum des “Wolfhager Landes”.

Eine Kette von Kegel- und Kuppenbergen in sanft geschwungener Linienführung kennzeichnet die Landschaft, teils von grünen Rasenflächen und Büschen bewachsen und weite Aussicht verheißend, teils bewaldet und von Burgen und Türmen bekrönt. Inmitten dieser reizvollen Landschaft liegt Wolfhagen – erstmals 1231 erwähnt – mit seinem alten Stadtkern auf einem Bergrücken. Wie die Küken um die Glucke, so drängen sich die spitzgiebeligen Fachwerkhäuser rings um die St. Anna Kirche mit ihrem weithin die Stadtsilhouette beherrschenden mächtigen Turm und seinem charakteristischen Helm.

Trotz aller Veränderungen ist das reizvolle Bild einer mittelalterlichen Kleinstadt erhalten geblieben. Viele Bürger haben die Schönheit des Fachwerkhauses wieder entdeckt und ihre Wohn- und Geschäftshäuser im alten Fachwerkstil prachtvoll saniert.

Manche historische Besonderheit gilt es zu entdecken. So das einstige Leben des Brasilienfahrers Hans Staden oder der “Heilige Schützeberg”, das Wasserschloß Elmarshausen oder die Erzählungen von der Weibertreue der Weidelsburg, der größten Burgruine Nordhessens.

Wanderlustigen eröffnet sich eine Wanderlandschaft von Bergkuppen und Wäldern, Tälern und Seen.

Gemütliche Lokale und herzliche Gastfreundschaft laden zum Verweilen ein.

Romantik einer Kleinstadt? Ja, es gibt sie offensichtlich doch noch. Man muß nur einen Sinn dafür haben und schon spürt man sie.

Wolfhagen, die historische Fachwerkstadt lädt Sie ein.

Quelle: www.wolfhagen.de (Touristinfo)

Beiträge zur Stadtgeschichte

Der Schützeberg, seine Geschichte und kulturelle Bedeutung für das Wolfhager Land

hier: Inhaltsverzeichnis der Abhandlung von Hermann Neumeyer in der Chronik zum fünfzigjährigen Bestehen des Heimat- und Geschichtsvereins Wolfhagen (> zum Artikel)

  • Das christliche Erbe des Schützebergs
  • Rückschlüsse auf die ursprüngliche Bausubstanz der Erzpriesterkirche
  • Der Übergang von vorchristlichen Naturreligionen zum christlichen Glauben
  • Die Erpriesterkirche auf dem Schützeberg als frühchristliches Mittelzentrum
  • Bedeutungsverlust des Schützebergs durch den Aufstieg des Klosters Hasungen und die Neugründung der Stadt Wolfhagen
  • Argumente für Bonifatius als Gründer der Kirche auf dem Schützeberg
  • Die Petrikirche auf dem Schützeberg als Missionskirche in früh besiedeltem Altsiedelland
  • Niedergang und Zerfall der Kirche auf dem Schützeberg
  • Die heutigen Gegebenheiten auf dem Schützebergplateau

Elmarshausen

(Hermann Neumeyer)

Allgemeines:

Besondere Probleme der Denkmalspflege in Deutschland stellen die alten Adelsschlösser dar:

Zuerst waren sie mittelalterliche Höhenburgen.

Durch die Erfindung der Feuerwaffen aber änderte sich die Verteidigungstechnik.

Seit der Spätgotik und Renaissance befinden sich die Schlösser in Tallage. Der Verteidigungscharakter ist seit dieser Zeit oft nur nachempfunden.

Viel Raum für ausreichendes Personal, das auch beherbergt werden musste, war vorhanden.

Man betrieb in der Küche Vorratshaltung, insbesondere für Festlichkeiten.

Die landwirtschaftliche Basis war entscheidend.

Doch mit der Veränderung des sozialen Gefüges auf dem Lande war teilweise auch die Ausprägung einer gehobenen Wohnkultur verbunden.

Die vormals landwirtschaftliche Basis wurde abgekoppelt.

Neue Nutzungen wurden angestrebt.

Urkundliche Erwähnung einer Siedlung: 1123 Egelmareshusen, 1150 Elimareshusen, 1255 Eilmarshusen, 1314 Elmershusen

Im 13. Jahrhundert war Elmarshausen im Besitz der Herren von Helfenberg, die es als Lehen der im nordhessisch-niedersächsischen Gebiet reich begüterten Grafen von Everstein hielten. Im 14. Jahrhundert verkauften die Helfenberger Elmarshausen an die Herren von Gudenberg. Lehensherren der Gudenberger für Elmarshausen aber wurden die Herzöge von Braunschweig, die mit den Landgrafen von Hessen gemeinsam das Erbe der Grafen von Everstein angetreten hatten. Von den Gudenbergern schließlich kaufte 1515 Hermann von der Malsburg das Gut. Den dazu notwendigen Reichtum hatte er als Hof- und Feldmarschall des Herzogs Ulrich von Württemberg erworben, vor allem, als er dem zunächst aussichtslosen Gefecht von Lauffen doch noch eine siegreiche Wendung gab. Herzog Ulrich von Württemberg hatte sich nach seiner Niederlage im Kampf gegen den Schwäbischen Bund, den Wilhelm Hauff in seinem Roman Lichtenstein behandelt, unter den Schutz des Landgrafen Philipp von Hessen begeben und bei ihm im Exil gelebt. Philipp bereitete im Zuge seiner Aktionen gegen die Habsburger, die auch Württemberg in Besitz hielten, den Feldzug zur Wiedergewinnung Württembergs politisch und militärisch vor und ließ ihn unter dem Feldmarschall Hermann von der Malsburg durchführen. Die Malsburger behielten Elmarshausen dann über vier Jahrzehnte hinweg und bis noch vor 200 Jahren als braunschweigisches Lehen. Erst durch den Tod von Dr. Otto von der Malsburg 1961 starb die Familie im Mannesstamm aus und die älteste Tochter Freifrau Friederike Elsner von Gronow übernahm den Besitz. Deren Sohn Elmar Elsner von der Malsburg ist der heutige Schlossbesitzer. Durch die Verbindung nach Braunschweig lässt sich auch erklären, dass mit dem Wasserschloss Elmarshausen die Weserrenaissance am weitesten nach Süden in das Gebiet der ehemals hessischen Landeshoheit vordringt.

Vor dem Südflügel:

Bereits zur Zeit der Gudenberger Mitte des 15. Jahrhunderts wurde mit dem Bau einer Burg begonnen, nachdem dort schon seit 100 Jahren eine dem heiligen Andreas geweihte Kapelle stand. Von diesem Bau ist nur der Südflügel im Kern bis heute erhalten geblieben. Dieser Gudenbergischen Burg kam auch eine politische Bedeutung zu, denn sie lag nur wenige hundert Meter östlich neben der wichtigen Verkehrsstraße von Paderborn nach Fritzlar. Auf der ältesten deutschen Straßenkarte von 1641 ist diese Straße mit Elmarshausen verzeichnet. Sie wurde von der Kunstanstalt Kragemann in Fürth neu gedruckt. Von dem Südflügel als Frühwerk der Renaissance jedoch sind die durch Rundbögen nach oben abgeschlossenen kleinen Giebel um 1800 zur Zeit des beginnenden Klassizismus abgerissen und durch flache Dreiecksgiebel ersetzt.

Der eigentliche Erbauer des Schlosses ist Hermann von der Malsburg. Ihm verdankt es im Wesentlichen sein heutiges Aussehen als Wasserschloss der Renaissance. Bis 1563 führte sein Sohn Christoph von der Malsburg des Schlossbau zu Ende. Christoph von der Malsburg beschäftigte den Baumeister, Steinmetz und Bildhauer Jörg Unkair. Dieser kam aus Lustnau, heute ein Stadtteil von Tübingen, und hatte bereits an den spätgotischen Teilen des Kreuzganges vom Kloster Bebenhausen und des Tübinger Schlosses gearbeitet. Danach arbeitete er am Herzogsschloss in Celle, am Rathaus und Schloss in Stadthagen und am Detmolder Schloss und trug zur Entwicklung des Stils der Weserrenaissance bei. In Elmarshausen lässt sich durch zahlreiche seiner Steinmetzzeichen belegen, dass vor allem die rundbogigen kleinen Giebel mit den aufgesetzten Kugeln seine Handschrift tragen. Weitere Renaissanceelemente sind der quadratische Eckturm an der Südwestecke, die flach vorspringenden Fenstererker an der Süd- und Westseite, der Kragerker und der im Achteck vorspringende Erker an der Ostseite. Die Treppentürme sind jedoch mit barocken Hauben überdeckt. Ebenfalls barock ist der zweigeschossige Vorbau an der Südseite.

Im Innenhof:

Zunächst haben wir eine Dreiflügelanlage, die zuerst nach Norden nur durch eine Schildmauer abgesperrt war, um einen rechteckigen Hof. Später wurde vor dieser Schildmauer auf der Innenhofseite ein Wirtschaftsgebäude als Verbindungsbau mit einem offenem Laubengang errichtet und dabei das spätgotische Fenster der Pförtnerwohnung im angrenzenden Ostflügel einfach zugemauert. Dieser Laubengang wurde 1881 durch eine massive Außenmauer in neugotischen Formen ersetzt. Durch den Westflügel und Ostflügel ist der Innenhof durch Tore zugänglich. Im Ostflügel, dem Kapellenbau, wurde auch die Burgkapelle im 18. Jahrhundert zu einer barocken Schlosskapelle mit Orgelempore, Herrschaftslogen und hölzernen Mittelsäulen im toskanischen Stil umgebaut.

An der Erpebrücke:

Die ehemalige Zehntscheune befindet sich im Süden der Schlossanlage und steht mit der Westwand am Graben. Der barocke Fachwerkbau der Mühle schließt sich südlich an die Zehntscheune an. Gegenüber der Südwestecke des Schlosses befindet sich das Gärtnerhaus mit einem sehr steilem Walmdach.

Am Friedhof:

Der Friedhof ist mit einer Bruchsteinmauer umfriedet. Bemerkenswert ist das Grabmal für Georg Franz Wilhelm und Carl Hermann Prollius, gestorben 1791. Auf einem doppelt abgetrepptem Sockel ruht ein Obeliskstumpf, der von einer Urne bekrönt ist. Weiter sind fünf Grabsteine aus dem 18. Jahrhundert mit ovalen Grabschriftkartuschen aus Sandstein vorhanden.

Stadtwüstung Landsberg

(Hermann Neumeyer)

Überlieferte Bezeichnungen:

„ Der Landsberg“, Vor dem Landsberge“, „Hinterm Landsberge“, Gaststätte „Zur Stadt Landsberg“

Ausgrabungen und Vermessungen:

1817: Oberst Johann Ludwig Kellermann aus Kassel nahm mit der Schrittvermessung die Doppelwallanlage auf.

1836-1838: Unter der Leitung von Dr. Georg Landau (erste Stadtgeschichte von Wolfhagen) fanden umfassende Ausgrabungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde in Kassel statt. Dabei half auch Pfarrer Kraushaar aus Niederelsungen. Aufgrund der Grabungsergebnisse fertigte der Kasseler Architekt H. Reusse einen Lageplan an.

1964-66: Ausgrabung einer Hausstätte (Nr. 9) durch den Verein Kreisheimatmuseum Wolfhagen unter der Leitung von Gerhard Wittenberg aus Kassel, Vermessung durch Werner Most vom Katasteramt Wolfhagen mit Berücksichtigung der Grabungsergebnisse von Landau

Stadtgründung

Das Landsberger Stadtsiegel mit achteckigem Waldecker Stern und Kreuz (Kloster Arolsen, dessen Vögte die früheren Schwalenberger und späteren Waldecker Grafen waren) zwischen zwei Löwen wurde in Bruchstücken im Haus Nr. 9 gefunden. Wahrscheinlich geht das Waldecker Siegel auf Graf Volkwin IV. zurück, der es 1226 zum ersten Mal benutzte. Die Gründung Landsbergs durch die Schwalenberger Grafen steht im Zusammenhang mit der Absicht der Schwalenberger und späteren Waldecker, ihr Gebiet zwischen der Burg Waldeck und dem Diemeltal bei Volkmarsen zu sichern, insbesondere den Besitz und die Rechte des Klosters Arolsen. Dafür gewann man Bewohner aus Isekenhagen (heute noch Flurbezeichnung Ischenhagen), Ehringen und Viesebeck. Diese Sicherung zielte vor allem gegen die Landgrafenschaft Thüringen, die zur selben Zeit ihr westliches Bollwerk Wolfhagen errichtete und aus der gegen Ende des 13. Jahrhunderts die hessische Landgrafenschaft durch Heinrich I., das Kind der Sophie von Brabant und gleichzeitig Enkel der heiligen Elsabeth und ihres Mannes Ludwig IV., hervorging.

Das ehemalige Fürstentum Waldeck

Die Waldecker stützten sich auf das Erzbistum Mainz, auf dessen Seite auch die Grafen von Everstein als Herren der 50 Jahre später errichteten Burg Rödersen (Wohnturm, Pferdestell- und Wächterwohnungsgebäude vom Kreisheimatmuseum Wolfhagen 1959 bis 1963 ausgegraben) und der Kugelsburg standen. Zu Mainz gehörten ferner die Städte Naumburg (unter Volkwin IV. zu Waldeck gehörig), Fritzlar, Hofgeismar, Heiligenstadt usw. Gegner der Waldecker bzw. des Erzbistums Mainz waren ferner das Erzbistum Köln, das nach dem Sturz Heinrichs des Löwen seine Macht im östlich angrenzenden Bereich vergrößerte, wobei es schließlich auch Volkmarsen beherrschte, und das Bistum Paderborn, das vor den Waldecker Grafen bereits Korbach besessen hatten und durch Helmarshausen, die Krukenburg und die Desenburg mit Warburg von der sicheren Diemelgrenze die südlich angrenzenden Gebiete bedrohte.

Zerstörung Landsbergs

1230/31 wird in einer in Wolfhagen vollzogenen Beurkundung eines Zehnten erwähnt, natürlich in lateinischer Sprache, dass die Beurkundung zu der Zeit geschah, als Landsberg verwüstet wurde. Die Frage bleibt, ob Landsberg freiwillig oder zwangsweise geräumt wurde oder ob es gar durch feindliche, d. h. landgräflich thüringisch/hessische Truppen eingenommen wurde. Sowohl Landau als auch Wittenberg fanden Brandreste (verkohlte Erbsen und verkohltes Getreide), so dass eine Zerstörung durch Feindeinwirkung wohl anzunehmen ist, wobei hierbei zweifelsfrei thüringisch/hessische Truppen eine entscheidende Rolle gespielt haben dürften.

Der weitere Weg der Bewohner Landsbergs

Im 14. Jahrhundert gehört die Stadtmark aufgrund der vorhandenen Urkunden immer noch den Waldecker Grafen, d. h. ein nachhaltiger Gebietsverlust durch feindliche Eroberung war nicht die Folge der Zerstörung der Stadt Landsberg. Noch im 14. Jahrhundert unterhalten die Waldecker Grafen hier einen Meierhof. Das steht auch im Einklang mit der Einordnung von Tonscherbenfunden aus dem Haus Nr. 9. Auch eine teilweise Wiederbesiedlung im 14. Jahrhundert kann nicht ganz ausgeschlossen werden. 1537 und 1555 zählt der Landsberg dann aber bereits schon als Gehölz zur Feldmark Ehringen und zum hessischen Amt Wolfhagen. Was aber geschah mit den Bewohnern von Landsberg ? Immerhin waren sie Städter mit einigen Privilegien, was nicht nur ihr Stadtsiegel ausweist, sondern auch ihr Reichtum auf der Grundlage einiger Keramikfunde, die von weitreichenden Handelsbeziehungen zeugen. Insgesamt wurden 1940 Scherbenstücke von über 50 verschiedenen Gefäßen geborgen. Aufgrund des Stadtsiegels hat eine sogenannte communio civium bestanden, d. h. eine Form von Bürgerschaft mit festgelegten Rechten. Sie kann nicht ohne weiteres aufgelöst werden. Da der Stadtgründer mit dem Waldecker Graf feststeht, muss ihre Neuansiedlung an einem nahen Ort der waldeckischen Grafschaft erfolgt sein. Dafür kann aufgrund der Urkundenlage nur Bifangen (heute eine Wüstung zwischen Gasterfeld und Landau) in Frage kommen. Denn die überlieferte Verfassung Bifangens trägt alle Merkmale einer Stadtfassung. Wenn auf der Wüstungsfläche Bifangens heute keine besonderen Spuren einer städtischen Befestigung auszumachen sind, dürfte das ein Hinweis darauf sein, dass man diesen Siedlungsplatz aufgrund der offenen Lage auf einer Hochfläche nicht als endgültig ansah. So siedelte man die Bewohner Bifangens 1290 nach Landau um. Einen Teil von ihnen hatte man auch schon vorher in Freienhagen angesiedelt.

Am Haus Nr. 9

Merkmale der Stadt Landsberg:

Städtische Siedlungsfläche 7,7 ha (mittelalterliche Kleinstadt)

Bei der Zerstörung bereits nach etwa fünf Jahren war erwartungsgemäß nur etwa die Hälfte der Stadt bebaut. Die Befestigung der Stadt mit Wall (an besonders gefährdeten Stellen Doppelwall) und Graben war nahezu abgeschlossen. Mit einer späteren Ummauerung wäre beim Fortbestand der Stadt zu rechnen gewesen. Die heutigen drei Einschnitte in die Wallanlage (Ehringer Tor, Viesebecker Tor, Elmarshäuser Tor) waren auch ursprünglich (mit hölzernen Stadttoren) vorhanden und stellten die Anschlüsse an die Straßenverbindungen (über den Ischenhagen und über die Terrassen des Erpetales) her.

Länge der Wallanlage 1,1 km

Höhenunterschied zwischen Wallkrone und Grabensohle etwa 5 bis 6 m Trockengraben

Quelle (mit 40 – 50 m3 sicher ausreichend zur Trinkwasserversorgung) ca. 50 m unterhalb in der Nähe der heutigen Eisenbahntrasse (Vieh konnte an der Erpe getränkt werden)

Die dunkelroten, bankigen, klippenbildenden und wabenförmig verwitternden Wilhelmshausener Schichten in der Sollingfolge des oberen Buntsandsteins lieferten wie im Aufstieg zum Wolfhager Stadtwald nicht nur Bau- und Werksteine für den Hausbau, sondern besitzen auch wasserstauende Tonschichten für Quellen.

Die Erdmassen des Grabenaushubs wurden unmittelbar angrenzend zum Aufschütten des Walles verwendet. 15300 Kubikmeter Boden wurden bewegt. Das bedeutete bei ca. 50 Arbeitskräften eine Bauzeit der Wallanlage von etwa zwei bis drei Jahren. Landau legte Mauerreste von 24 Gebäuden frei. Nach Most sind Spuren von weiteren 33 Gebäuden erkennbar. Dazu kommen 15 vermutete Gebäudestellen.

Bevölkerungszahl zur Zeit der Zerstörung vermutlich nicht über zweihundert

Heute sind nur noch rechteckige (6 bis 7 m lang, 4 bis 5 m breit) bzw. quadratische Kellerfundamente teilweise erhalten. Die darüber errichteten Geschosse können auch größer gewesen sein. Die Keller waren durch Außentreppen an der von der Straße abgekehrten Seite zugänglich. Die Häuser standen mit der Längsseite parallel zur Straße. Die Straßen (vom Ehringer Tor jeweils zum Viesebecker und Elmarshäuser Tor) waren unbefestigt und konnten durch erhaltene Furchen teilweise rekonstruiert werden. Damit sind sie nicht identisch mit den jetzigen Wegen.

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

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