Wilhelm Müller: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(siehe auch)
Zeile 29: Zeile 29:
  
 
== siehe auch ==
 
== siehe auch ==
 +
* [[Georg-Viktor-Aussichtsturm]] auf dem [[Eisenberg]]
 
* [[Kirche Frankenau]]
 
* [[Kirche Frankenau]]
 
* [[Wollweberturm]]
 
* [[Wollweberturm]]

Version vom 29. August 2010, 17:25 Uhr

Nach den Plänen von Wilhelm Müller entstand die ev. Kirche in Frankenau

Wilhelm Müller wurde 1851 in Backum bei Lingen an der Ems geboren und verstarb 1928 in Korbach. Er war Königlich Preußischer Baurat und Landesbauinspektor im Fürstentum Waldeck und Pyrmont. In zeitgenössischen Berichten trägt er auch die Berufsbezeichnung Landesbaurat und Landesbaumeister.

Der Retter des Wollweberturms

Nach den Plänen von Wilhelm Müller wurde Korbach Anfang des 20. Jahrhunderts städtebaulich vergrößert: Wie aber kam er zu der Ehre, dass man ihn hier fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod für seine Verdienste um die Stadt durch die Benennung einer Straße würdigte? Die städtebauliche Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine Folge des industriellen Aufschwungs und des Anwachsens der Bevölkerung. Bis dahin beschränkte sich die bebaute Fläche der Stadt Korbach im Wesentlichen auf den von der mittelalterlichen Stadtmauer eingegrenzten Bereich. Außerhalb der Stadtmauern gab es bis dahin nur wenige Häuser. Wegen der schnellen Entwicklung der Stadt war ein erster Bebauungsplan dringend erforderlich geworden. So entstand in den Jahren 1906/07 ein von Wilhelm Müller erarbeiteter Plan, der eine ringartige Erweiterung der Stadt vorsah. Auch ein künftiges Straßennetz wurde in groben Zügen festgelegt. Dieser Plan genügte allerdings wegen der rasanten Entwicklung der Stadt schon nach wenigen Jahren nicht mehr. Er musste permanent weiterentwickelt werden.

Als Landesbaumeister hat Wilhelm Müller sich durch die nach seinen Plänen entstandenen Bauten in Korbach und im Fürstentum bis zum heutigen Tag ein Erinnern bewahrt. Seine Bauten entstanden in Anlehnung an den damaligen Zeitgeschmack im Stil der Neugotik. Müllers realisierte Form, die Müller-Gotik, trägt jedoch unverkennbar seine eigene Handschrift.

Nach seinen Plänen entstand 1902 in der Medebacher Landstraße die für seinen Freund Kommerzienrat Louis Peter erbaute Villa Peterhof. An der südwestlichen Peripherie der Stadt wurde 1903/04 nach Müllers Plänen eine neue Volksschule gebaut, die spätere Höhere Töchterschule und heutige Schule am Enser Tor. Ein repräsentatives Gebäude entstand 1905 in der heutigen Prof.-Bier-Straße für die Kreissparkasse, in dem später verschiedene Dienststellen des Landratsamtes untergebracht waren. Heute befindet sich dieses Gebäude im Besitz der Hessisch-Thüringischen Brandversicherungsanstalt Kassel-Erfurt. Ein für alle weit sichtbares Müller'sches Bauwerk steht auf dem Eisenberg, der 1905 errichtete Georg-Victor-Turm. Nach seinen Plänen wurden auch die Kirchen in Frankenau, Hundsdorf, Alleringhausen, Wirmighausen und die altlutherische Kirche in Bergheim gebaut.

Die Schulen in Flechtdorf, Mühlhausen und Goddelsheim tragen ebenfalls seine Handschrift. In Korbach entstanden das "Blaue-Kreuz-Gebäude", die spätere Stadthalle, die 1973 abgerissen wurde, und das Haus für den Kaufmann Brand am Berndorfer Tor. Über diese beiden Gebäude hat er sich später geäußert: Auftragsbauten - daher grundhässlich. Schließlich baute sich Müller ein eigenes Refugium in der Stadt. Im Jahr 1901 hatte er den halb verfallenen Wollweberturm und umliegende Grundstücke von Fürst Friedrich von Waldeck und Pyrmont erworben. Dort hatte einst das dreistöckige Renaissance-Schloss der fürstlichen Familie gestanden. Müller renovierte den Wullweber und rettete ihn so vor dem endgültigen Verfall. Neben dem Turm errichtete er ein Wohnhaus, das er seine Hagenburg nannte. Diese Gebäude, in denen seit Jahren ein Restaurant betrieben wird, befinden sich heute im Besitz der Stadt Korbach. Zielstrebig verfolgte der lange Müller, er war 1,85 Meter groß, seine Pläne. Dabei muss er oft recht schroff und laut mit seinen Mitmenschen umgegangen sein. Man nannte ihn daher auch den Bölke-Müller (Bölken heißt sich sehr laut äußern). Wilhelm Müller starb 1928 im Wollweberturm. Auf dem alten Friedhof zwischen den Stadtmauern wurde er begraben. Es war sein Wunsch, dass ihm kein Grabstein gesetzt werden sollte.

Im Schulgebäude an der Enser Straße in Korbach war vorwiegend die Höhere Töchterschule untergebracht.

Das Schulgebäude in Korbach

Nach Plänen des Baurats Müller, genannt „Bölke-Müller”, entstand an der südwestlichen Peripherie der Stadt Korbach in 1903/04 ein neues Schulhaus im Stil der in Korbach mehrfach vorhandenen „Müller-Gotik”.

Am 15. November 1904 konnte die Schule eingeweiht werden.

Der Wilhelm-Müller-Weg in Korbach

Wilhelm Müller ist der Namensgeber einer Straße im Nordosten der Stadt. Der Wilhelm-Müller-Weg, eine kurze Wohnstraße im Nordosten der Stadt, ist vom Hopfenberger Weg aus zu erreichen.

Kirche in Frankenau

Nach den Plänen des Baumeisters Wilhelm Müller enstand auch die heutige Kirche in Frankenau, die im Jahre 1878 eingeweiht wurde.

Wenige Jahre zuvor, am 22.4.1865 war nahezu die gesamte Stadt einem Feuer zum Opfer gefallen. Durch die enormen Leistungen der damaligen Bewohner konnte der Ort wieder neu aufgebaut werden.

Nur einige Steine der alten Kirche in Frankenau wurden beim Bau der neu errichteten Kirche als Fußbodengrund genommen. Die restlichen Steine wurden beim Bau der Straße nach Frankenberg verwendet.

siehe auch