Westerhöfer Kutschfahrt: Unterschied zwischen den Versionen

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Westerhöfer Kutschfahrt
 
Westerhöfer Kutschfahrt
  
Es war vor vielen Jahrhunderten, als auf dem Westerhöfer Domänenberg noch eine große und wehrhafte Burg stand. Der Burgherr war ein stolzer Ritter, der einen großen Freundeskreis hatte. Eines schönen Sommertages hatte er seine Freunde zu einem fröhlichen Gelage auf die Burg eingeladen. Sie waren alle gekommen. Man tafelte opulent, spielte, trank guten Wein und sang viele lustige Lieder vom Kampf und  der Minne. Als das Fest seinen Höhepunkt erreichte, kam der Hausherr auf die Idee, seine Freunde zu einer mitternächtlichen Kutschfahrt einzuladen. Unter begeisterter Zustimmung wurden die Pferde gezäumt und vor die schwere Kut-sche gespannt.  
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Es war vor vielen Jahrhunderten, als auf dem Westerhöfer Domänenberg noch eine große und wehrhafte Burg stand. Der Burgherr war ein stolzer Ritter, der einen großen Freundeskreis hatte. Eines schönen Sommertages hatte er seine Freunde zu einem fröhlichen Gelage auf die Burg eingeladen. Sie waren alle gekommen. Man tafelte opulent, spielte, trank guten Wein und sang viele lustige Lieder vom Kampf und  der Minne. Als das Fest seinen Höhepunkt erreichte, kam der Hausherr auf die Idee, seine Freunde zu einer mitternächtlichen Kutschfahrt einzuladen. Unter begeisterter Zustimmung wurden die Pferde gezäumt und vor die schwere Kutsche gespannt.  
Der Wagen rumpelte viespännig über den Burghof und donnerte zum Tor hinaus. Kaum hatten Sie das Burgtor hinter sich gelassen ging es der lustigen Gesellschaft zu langsam. Man schlug auf die Pferde ein, die immer schneller liefen und mächtig ausgriffen. Mit lautem Geschrei und Gejohle ging es dann immer schneller den steilen Burgberg hinab in Richtung des großen [[Westerhöfer Teich]]es. Eine letzte Kurve noch, doch da geschah das Unfassbare. Die Kurve war für das hohe Tempo der Kutsche viel zu eng. Laute Entsetzensschreie der Men-schen in der Kutsche, das Wiehern der Pferde in Todesangst sowie Krachen und Bersten von Wagenteilen er-füllten die Luft, als die Kutsche aus der Kurve flog und direkt in den Kasspump, einem sumpfigen Gelände di-rekt unterhalb des Burgberges, raste. Dann plötzlich Totenstille – der ganze Spuk war vorbei. Die Kutsche war mit Menschen und Pferden im Kasspump versunken. Nichts von alle dem tauchte wieder auf und niemals hat man irgend einen Rest davon gefunden.  
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An der Stelle, an der die Kutsche versank ist auch heute noch ein sumpfiger Erlenwald mit einem kreisrunden, sehr tiefen Wasserloch in seiner Mitte, das als Quelle sein Wasser in die nahe [[Aue|Aue(Fluss)]] abgibt.
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Der Wagen rumpelte viespännig über den Burghof und donnerte zum Tor hinaus. Kaum hatten Sie das Burgtor hinter sich gelassen ging es der lustigen Gesellschaft zu langsam. Man schlug auf die Pferde ein, die immer schneller liefen und mächtig ausgriffen. Mit lautem Geschrei und Gejohle ging es dann immer schneller den steilen Burgberg hinab in Richtung des großen [[Westerhöfer Teiche]]s. Eine letzte Kurve noch, doch da geschah das Unfassbare. Die Kurve war für das hohe Tempo der Kutsche viel zu eng. Laute Entsetzensschreie der Men-schen in der Kutsche, das Wiehern der Pferde in Todesangst sowie Krachen und Bersten von Wagenteilen er-füllten die Luft, als die Kutsche aus der Kurve flog und direkt in den Kasspump, einem sumpfigen Gelände di-rekt unterhalb des Burgberges, raste. Dann plötzlich Totenstille – der ganze Spuk war vorbei. Die Kutsche war mit Menschen und Pferden im Kasspump versunken. Nichts von alle dem tauchte wieder auf und niemals hat man irgend einen Rest davon gefunden.
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An der Stelle, an der die Kutsche versank ist auch heute noch ein sumpfiger Erlenwald mit einem kreisrunden, sehr tiefen Wasserloch in seiner Mitte, das als Quelle sein Wasser in die nahe [[Aue (Fluss)|Aue]] abgibt.
 
Noch heute werden die Kinder [[Westerhof]]s von ihren Eltern und Goßeltern durch diese Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen haben soll, davor gewarnt, in der Nähe des Kasspumps zu spielen.
 
Noch heute werden die Kinder [[Westerhof]]s von ihren Eltern und Goßeltern durch diese Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen haben soll, davor gewarnt, in der Nähe des Kasspumps zu spielen.
  
Früher, wie heute – fröhliches Feiern, Alkohol im Spiel, und dann Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit.....Es hat sich nichts geändert !!!
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'''Früher, wie heute – fröhliches Feiern, Alkohol im Spiel, und dann Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit.....Es hat sich nichts geändert !!!'''
  
  
  
 
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[[Kategorie:Landkreis Northeim]][[Kategorie:Kalefeld]] [[Kategorie:Sagen]]

Aktuelle Version vom 31. Oktober 2006, 14:04 Uhr

Westerhöfer Kutschfahrt

Es war vor vielen Jahrhunderten, als auf dem Westerhöfer Domänenberg noch eine große und wehrhafte Burg stand. Der Burgherr war ein stolzer Ritter, der einen großen Freundeskreis hatte. Eines schönen Sommertages hatte er seine Freunde zu einem fröhlichen Gelage auf die Burg eingeladen. Sie waren alle gekommen. Man tafelte opulent, spielte, trank guten Wein und sang viele lustige Lieder vom Kampf und der Minne. Als das Fest seinen Höhepunkt erreichte, kam der Hausherr auf die Idee, seine Freunde zu einer mitternächtlichen Kutschfahrt einzuladen. Unter begeisterter Zustimmung wurden die Pferde gezäumt und vor die schwere Kutsche gespannt.

Der Wagen rumpelte viespännig über den Burghof und donnerte zum Tor hinaus. Kaum hatten Sie das Burgtor hinter sich gelassen ging es der lustigen Gesellschaft zu langsam. Man schlug auf die Pferde ein, die immer schneller liefen und mächtig ausgriffen. Mit lautem Geschrei und Gejohle ging es dann immer schneller den steilen Burgberg hinab in Richtung des großen Westerhöfer Teiches. Eine letzte Kurve noch, doch da geschah das Unfassbare. Die Kurve war für das hohe Tempo der Kutsche viel zu eng. Laute Entsetzensschreie der Men-schen in der Kutsche, das Wiehern der Pferde in Todesangst sowie Krachen und Bersten von Wagenteilen er-füllten die Luft, als die Kutsche aus der Kurve flog und direkt in den Kasspump, einem sumpfigen Gelände di-rekt unterhalb des Burgberges, raste. Dann plötzlich Totenstille – der ganze Spuk war vorbei. Die Kutsche war mit Menschen und Pferden im Kasspump versunken. Nichts von alle dem tauchte wieder auf und niemals hat man irgend einen Rest davon gefunden.

An der Stelle, an der die Kutsche versank ist auch heute noch ein sumpfiger Erlenwald mit einem kreisrunden, sehr tiefen Wasserloch in seiner Mitte, das als Quelle sein Wasser in die nahe Aue abgibt. Noch heute werden die Kinder Westerhofs von ihren Eltern und Goßeltern durch diese Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen haben soll, davor gewarnt, in der Nähe des Kasspumps zu spielen.

Früher, wie heute – fröhliches Feiern, Alkohol im Spiel, und dann Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit.....Es hat sich nichts geändert !!!