Werratalbrücken Hedemünden: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 28. November 2007, 00:39 Uhr

Werratalbrücken bei Hedemünden
Werratalbrücken
Pfeiler der Eisenbahnbrücke
Pfeiler der Autobahnbrücke

Der "Werraübergang" der ICE-Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg und der Bundesautobahn A7 geschieht über die beiden Werratalbrücken Hedemünden, die in einem Abstand von 33 Metern in gleicher Höhe von 56 Metern das Werratal bei Laubach überspannen. Unterquert werden die Brücken von der Bundesstraße 80 Hann. Münden - Witzenhausen und der Eisenbahnstrecke von Kassel nach Eichenberg.

Autobahnbrücke

Geschichte

Die erste Autobahnbrücke über die Werra wurde im Rahmen des Neubaus der HaFraBa 1937 in Betrieb genommen. Diese fünffeldrige Stahlfachwerkträgerkonstruktion wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. Der Neuaufbau mit unveränderten Stützweiten wurde 1952 abgeschlossen. Die zunächst in Stahlvollwandträgerkonstruktion ausgeführte Brücke wurde dann im Zuge der Verbreitung der Autobahn auf sechs Fahrstreifen zwischen den Jahren 1987 und 1993 gegen Stahlverbundhohlkästen ausgetauscht. Der gesamte Bau kostete rund 70 Millionen DM.

Konstruktion

Im Bereich der Brücke hat die Trasse der Autobahn eine Wannenausbildung, d.h. sie steigt zu beiden Widerlagern hin mit durchschnittlich 5 Prozent an. Widerlager und Pfeiler der Brücke sind mit Wesersandstein verkleidet und bestehen in ihrem Inneren zum großen Teil noch aus der ersten Betonkonstruktion von 1933. Die Gesamtstützweite beträgt 415,9 Meter. Die Breite der beiden Fahrbahnplatten beträgt je 14,7 Meter.

Bauausführung

Die Verbreiterung der bestehenden Brücke von 1952 von 4 auf 6 Fahrspuren geschah in mehreren Bauabschnitten. Zuerst wurden neben der bestehenden Brücke vier Hilfspfeiler aus Stahlbeton errichtet, die einen neuen westlichen Fahbahnüberbau trugen, auf den dann der gesamte Verkehr verlegt wurde. Danach erfolgte der Abbruch der Fahrbahn der alten Brücke, die Verbreiterung und Verlängerung der stehen gelassenen Pfeilerköpfe auf die notwendigen Maße und die Montage des östlichen Überbaus. Nun wurde der Verkehr beider Fahrtrichtungen auf den neuen östlichen Überbau umgelegt und der westliche Überbau von den Hilfspfeilern auf die jetzt breiteren Hauptpfeiler querverschoben. Die westlichen Hilfspfeiler wurden abschließend entfernt. Dieses aufwändige Verfahren erklärt die relativ lange Bauzeit von 6 Jahren und die hohen Baukosten.

Eisenbahnbrücke

Das westlich der Autobahnbrücke parallel zu ihr errichtete zweigleisige Eisenbahnüberführungsbauwerk mit 415,5 Metern Länge wurde zwischen den Jahren 1986 und 1989 gebaut. Die Brücke kostete ungefähr 40 Millionen DM. Südwestlich der Brücke befindet sich der Mündener Tunnel, nordöstlich der Rauhebergtunnel.

Konstruktion

Pfeiler und Widerlager gründen flach auf vorhandenem Buntsandstein. Das südliche Widerlager dient als Festpunkt der Brücke, über den horizontal auftretende Kräfte aus Bremsen oder Anfahren der Züge in den Baugrund abgetragen werden. Das nördliche Widerlager nimmt Längsverformungen bis zu 55 cm auf. Die ungefähr 10 Meter breiten Pfeiler sind innen begehbar und von außen mit Sandstein verkleidet. Sie verjüngen sich nach oben.

Der Überbau besteht aus fünf Feldern in Stahlverbundkonstruktion aus einzelligen Hohlkästen aus Stahl, die wiederum über Gurte und Kopfbolzen mit der in Querrichtung vorgespannten Stahlbetonfahrbahnplatte verbunden sind.

Bauausführung

Die fünf Querschnittsteile mit je 22 Metern Länge wurden im Bereich des nördlichen Widerlagers vormontiert und dann im Taktschiebeverfahren auf die fertigen Pfeiler gebracht. Die Ortbetonplatte, die schließlich das Gleisbett trägt, wurde mithilfe eines Schalwagens ergänzt.

Literatur

  • Bundesministerium für Verkehr: Brücken der Bundesfernstraßen 1994. Verkehrsblatt-Verlag, Dortmund (Deutschland), 1994. ISBN 3-89273-070-9
  • Knut Reimers und Wilhelm Linkerhägner: Wege in die Zukunft. Neubau- und Ausbaustrecken der DB. Hestra Verlag Darmstadt, 1987. ISBN 3-7771-0200-8

Weblinks